KI-Agenten in Deutschland könnten durchschnittlich 18 Arbeitsstunden pro Woche einsparen. Das geht aus der neuesten Studie „AI Agents. The Final Frontier of the Enterprise“ von SnapLogic hervor. Auch liegen die seitens der deutschen Unternehmen getätigten Investitionen mit 2,6 Millionen Euro höher als jene von britischen und US-amerikanischen Unternehmen.
Die generative Integrationsplattform SnapLogic führte zusammen mit dem unabhängigen Forschungsinstitut 3Gem im November und Dezember des letzten Jahres eine Umfrage durch. Untersucht wurde, welche Ansichten über die Nutzung von KI-Agenten vorhanden sind. Zu den Befragten gehörten 1.000 Führungskräfte aus dem Bereich der IT von Unternehmen, die mehr als 250 Mitarbeitende beschäftigten. Die Standorte der Unternehmen befanden sich dabei in Deutschland, England, Australien und den USA. Allein in Deutschland wurden insgesamt 250 IT-Verantwortliche zur Sachlage interviewt.
Als markantes Ergebnis dieser Studie sticht die Annahme der deutschen Führungskräfte im IT-Bereich hervor. Sie gehen davon aus, dass sich durch den Einsatz von KI-Agenten durchschnittlich 18 Stunden pro Woche an Arbeitszeit einsparen lassen. Beinah die Hälfte (47 %) vertraut zudem darauf, dass die KI-Agenten dabei so effizient wie Menschen arbeiten. Hingegen sind 37 Prozent davon überzeugt, sie seien sogar effektiver.
Implementierung hat hohe Priorität
Innerhalb der Branche gilt das Jahr 2025 auch als „Zeitalter der KI-Agenten“. Diese auf generativer KI basierenden Lösungen können autonom Entscheidungen treffen und Aktionen ausführen, um bestimmte Ziele zu erreichen. Allgemein stehen deutsche Führungskräfte der Veränderung und dem Einfluss der Technologie in Bezug auf den Geschäftserfolg sehr positiv gegenüber. So gaben 84 Prozent an, sehr zuversichtlich zu sein, dass sich der Einsatz von KI-Agenten binnen der nächsten 12 Monate bis 18 Monate bei den Geschäftsergebnissen bemerkbar macht. Bereits jetzt setzen 51 Prozent die technologischen Helfer tagtäglich ein. Im Durchschnitt sind es 26 einzelne KI-Agenten, die im Unternehmensalltag genutzt werden. Und weitere 25 Prozent gaben an, eine entsprechende Einführung von KI-Agenten innerhalb des nächsten Jahres umsetzen zu wollen. Diese gegebenen Antworten lassen folglich den Schluss zu, dass deutsche Unternehmen bis zum Jahresende jeweils 23 KI-Agenten durchschnittlich nutzen werden.
Insgesamt ordneten 76 Prozent der Befragten der Implementierung von KI-Agenten eine hohe Priorität zu. In den kommenden 12 Monaten planen sie dafür im Durchschnitt 2,6 Millionen Euro ein. Dabei liegen die von kleineren Unternehmen (bis 499 Mitarbeitenden) eingeplanten Investitionen bei knappen 2 Millionen Euro, während Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitenden etwa 2,8 Millionen Euro in die Technologie investieren wollen. Ein Fünftel der Betriebe (20 %) beabsichtigt sogar Investitionen von 3 bis 4 Millionen Euro in die Einführung von KI-Agenten. Damit übersteigen die durchschnittlichen Investitionen in Deutschland deutlich jene im Vereinigten Königreich (mit 2,3 Mio. Euro) und in den USA (2,5 Mio. Euro).
Größte Hürde: Datenschutz und Sicherheitsbedenken
Doch die Ergebnisse der Umfrage zeigen auch, dass Unternehmen mit der Einführung von KI-Agenten auch diversen Herausforderungen gegenüberstehen.
Kleinere Unternehmen geben hier vor allem an, dass das vorhandene Budget nicht ausreichend sei (26 %), um KI-Agenten einzuführen oder deren Einsatz entsprechend ausweiten zu können. Unabhängig von der Unternehmensgröße werden ebenso technische, kulturelle sowie sicherheitsbezogene Aspekte als Hindernis definiert. So sorgen sich etwa 29 Prozent der Befragten vor Datenschutzrisiken, während weitere 28 Prozent allgemeine Bedenken in Bezug auf die Datensicherheit äußern.
Etwas mehr als ein Fünftel der Unternehmen (24 %) gibt an, dass es überdies an Mitarbeitenden mit den erforderlichen Fähigkeiten fehle. Für circa 19 Prozent stellt das mangelhafte grundlegende Verständnis für die Technologie eine entsprechende Hürde dar.
Ferner ist ebenso die technische Infrastruktur für viele Unternehmen problembehaftet. Bei 24 Prozent der Befragten fehle es an den notwendigen Schnittstellen und Systemen, um KI-Agenten nahtlos in das bestehende System zu integrieren.
KI entwickelt sich rasant
„Generative KI entwickelt sich rasant weiter. KI-Agenten, die autonom handeln, schlussfolgern und gezielt Aufgaben ausführen, sind ein wichtiger Meilenstein, um den geschäftlichen Nutzen von KI voll auszuschöpfen“, sagt Jeremiah Stone, CTO von SnapLogic.
„Je mehr IT-Teams in ihr Potenzial vertrauen, desto stärker können KI-Agenten Unternehmen transformieren. Doch Herausforderungen wie Datensicherheit, veraltete Systeme und mangelnde Datenintegration bremsen den Fortschritt. Um KI-Agenten sicher, effektiv und gewinnbringend einzusetzen, müssen Unternehmen diese Hürden im Rahmen ihrer KI-Strategien überwinden.”
