Unternehmen reagieren laut einer aktuellen Studie von Synack schneller auf kritische Sicherheitslücken als noch im Vorjahr. Gleichzeitig beschleunigen KI-gestützte Angreifer die Ausnutzung neuer Schwachstellen erheblich. Der „State of Vulnerabilities Report 2026“ zeigt eine deutliche Verkürzung der durchschnittlichen Behebungszeit bei kritischen Sicherheitslücken. Gleichzeitig steigt die Zahl schwerwiegender Schwachstellen und KI-bezogener Sicherheitsmissionen weiter an.
Synack hat seinen „State of Vulnerabilities Report 2026“ veröffentlicht und dafür mehr als 11.000 Schwachstellen ausgewertet, die im Jahr 2025 in Kundenumgebungen identifiziert wurden. Der Anbieter für KI-gestützte und menschlich geführte Penetrationstests sieht dabei eine deutliche Veränderung im Umgang mit Sicherheitsrisiken.
Demnach konnten Synack-Kunden ihre durchschnittliche Zeit bis zur Behebung von Schwachstellen mit hohem Schweregrad im Vergleich zum Vorjahr um 42 Tage reduzieren. Über sämtliche Schweregrade hinweg sank die sogenannte Mean Time To Remediate (MTTR) laut Report durchschnittlich um 47 Prozent.
Parallel dazu verschärft sich jedoch die Bedrohungslage. Die Zahl veröffentlichter CVEs stieg laut cve.org im Jahr 2025 branchenweit um 20 Prozent auf 48.244 Einträge.
KI beschleunigt Angriffe und Sicherheitsvalidierung
Nach Einschätzung von Synack verändert insbesondere der Einsatz von KI die Dynamik zwischen Angreifern und Verteidigern.
„Die Regeln haben sich 2025 geändert, und Zeit ist nun die größte Schwachstelle“, erklärte Dr. Mark Kuhr, CTO und Mitbegründer von Synack. „Angreifer werden immer neue Schwachstellen finden. Was sich jetzt verändert hat, ist, wie schnell sie diese finden und ausnutzen können.“
Gleichzeitig verzeichnete Synack auf seiner Plattform einen Anstieg der KI- und LLM-bezogenen Sicherheitsmissionen um 120 Prozent. Laut Unternehmen deutet dies darauf hin, dass sich Sicherheitsprogramme zunehmend von klassischen periodischen Tests hin zu kontinuierlicher Sicherheitsvalidierung entwickeln.
„Teams, die ihre MTTR fast um die Hälfte reduzieren, gelingt dies nicht durch mehr periodische Tests. Sie validieren ihre Angriffsfläche kontinuierlich mit einer Kombination aus agentenbasierter KI und zertifizierten Forschern“, so Kuhr weiter.
Schwere kritischer Schwachstellen nimmt zu
Obwohl das Gesamtvolumen der identifizierten Schwachstellen laut Report weitgehend stabil blieb, nahm die Schwere vieler Sicherheitslücken zu.
Besonders deutlich stiegen drei Kategorien an:
- Remote-Code-Execution-Schwachstellen: plus 39 Prozent
- Brute-Force-Angriffe: plus 17,4 Prozent
- Content-Sicherheitsprobleme: deutlicher Anstieg laut Synack
Vor allem Schwachstellen zur Remote-Code-Ausführung gelten als kritisch, da sie Angreifern ermöglichen können, Systeme aus der Ferne zu kompromittieren und Schadcode auszuführen.
Kontinuierliche Tests statt periodischer Audits
Die Studienergebnisse deuten laut Synack darauf hin, dass Unternehmen ihre Sicherheitsstrategien zunehmend anpassen müssen. Klassische, in festen Intervallen durchgeführte Sicherheitsprüfungen reichen demnach immer seltener aus, um mit der Geschwindigkeit moderner Angriffe Schritt zu halten.
Stattdessen gewinnen kontinuierliche Sicherheitsvalidierung, automatisierte Tests und KI-gestützte Analysen an Bedeutung. Ziel ist es, Schwachstellen schneller zu identifizieren und die Zeitspanne bis zur Behebung weiter zu verkürzen.
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