IBM hat seine KI-basierte Entwicklungsplattform Bob um zahlreiche Funktionen erweitert. Im Mittelpunkt stehen Multi-Agenten-Funktionen, eine integrierte Analyse von Kosten und Nutzung sowie vorkonfigurierte Workflows für die Modernisierung von IBM-Z-, IBM-i- und Java-Anwendungen. Ziel ist es, Unternehmen bei der Entwicklung und Modernisierung komplexer Softwareprojekte effizienter zu unterstützen und die Qualität der Ergebnisse besser kontrollieren zu können.
Unternehmen setzen KI zunehmend zur Softwareentwicklung ein. Dadurch verschieben sich die Herausforderungen laut IBM von der eigentlichen Codeerstellung hin zur Überprüfung, Validierung und Steuerung der erzeugten Ergebnisse. Genau an dieser Stelle setzt die neue Version von IBM Bob an. Die Plattform soll KI nicht nur bei einzelnen Programmieraufgaben einsetzen, sondern den gesamten Softwareentwicklungsprozess unterstützen.
Nach Angaben des Unternehmens können Teams damit KI-gestützte Entwicklungsprozesse über verschiedene Tools und Entwicklungsumgebungen hinweg koordinieren. Neu hinzu kommen Multi-Agenten-Funktionen, mit denen unterschiedliche KI-Agenten Aufgaben parallel übernehmen und aufeinander abstimmen können. Ergänzt wird dies durch „Bobalytics“, eine Analysefunktion, die Transparenz über Produktivität, Ressourcennutzung, Qualität und Kosten schaffen soll.
„Bob ist die Plattform, nach der Unternehmenskunden gefragt haben“, sagte Neel Sundaresan, GM, Automation and AI, IBM. „Die Messlatte für KI in Unternehmen liegt nicht mehr bei einem besseren Programmierassistenten. Es geht um einen durchgängigen, agentenbasierten Entwicklungspartner, der in jedem System funktioniert, das Entwicklungsteams bereits nutzen, und dabei die von Unternehmen geforderten Governance-, Sicherheits- und Kostenkontrollen bietet. Wir haben Bob entwickelt, um die Probleme zu lösen, mit denen Unternehmen tatsächlich konfrontiert sind, und die Updates, die wir heute ankündigen, bilden die Grundlage für alles, was noch kommen wird.“
Fokus auf Modernisierung bestehender Anwendungen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Modernisierung bestehender Unternehmensanwendungen. IBM stellt hierfür vorkonfigurierte Workflows bereit, die speziell für IBM Z, IBM i sowie Java-Umgebungen entwickelt wurden. Die Workflows sollen sich an individuelle Unternehmensanforderungen anpassen lassen und gleichzeitig reproduzierbare sowie überprüfbare Ergebnisse liefern.
Die Plattform ordnet nach Unternehmensangaben KI-Modelle automatisch den jeweiligen Aufgaben zu und koordiniert deren Ausführung über mehrere Agenten hinweg. Zusätzlich sollen sogenannte Subagenten komplexe Analysen in getrennten Kontexten durchführen, um den Ressourcenverbrauch und die entstehenden Kosten zu begrenzen.
IBM verweist dabei auf Erfahrungen aus Kundenprojekten. So nutzte Jack Henry die Plattform zur Unterstützung der RPG-Entwicklung.
„Mit IBM Bob“, erklärte Kevin Sligar, Chief Technical Architect bei Jack Henry, „können unsere Entwickler die RPG-Entwicklungsabläufe beschleunigen, die Codequalität verbessern und tiefere Einblicke in das über Jahrzehnte gesammelte Systemwissen gewinnen, während sie gleichzeitig die Effizienz bei Erweiterungsmaßnahmen steigern.“
Auch Blue Pearl setzt IBM Bob bei Modernisierungsprojekten ein.
„Wir haben IBM Bob in ein Programm zur Modernisierung von Altsystemen integriert. Ein Projekt, das ursprünglich auf neun Monate und 14 Ingenieure veranschlagt war, wurde in nur drei Tagen abgeschlossen“, sagte Saireshan Govender, Group CEO von Blue Pearl. „Das beeindruckendste Ergebnis war nicht die Geschwindigkeit – es war die Kombination aus betrieblicher Effizienz, Kostenoptimierung und praxisnahen Ergebnissen, auf die wir uns verlassen und auf denen wir aufbauen konnten.“
Neue Premium-Pakete für IBM Z, IBM i und Java
Parallel zur neuen Version von IBM Bob veröffentlicht IBM drei Premium-Pakete für typische Modernisierungsszenarien in Unternehmen. Sie richten sich an Organisationen, die IBM-Z-Systeme, IBM-i-Umgebungen oder umfangreiche Java-Anwendungen modernisieren möchten.
Die Pakete umfassen vorkonfigurierte KI-Workflows für Aufgaben wie die Modernisierung von COBOL- und PL/I-Anwendungen, Analysen von JCL, die Migration auf Java 25 oder Refactoring-Projekte. Nach Angaben von IBM basieren sie auf langjähriger Erfahrung aus entsprechenden Kundenprojekten und sollen strukturierte sowie auditierbare Modernisierungsprozesse ermöglichen.
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