Unternehmen investieren zunehmend in KI-Lösungen für das Datenbankmanagement, schaffen jedoch häufig nicht die organisatorischen Voraussetzungen für einen nachhaltigen Einsatz. Das geht aus dem aktuellen „State of the Database Landscape Report 2026: AI Edition“ von Redgate hervor. Demnach fehlen in vielen Unternehmen formale Data-Governance- und Data-Quality-Frameworks, obwohl sich der KI-Einsatz im Datenbankumfeld innerhalb eines Jahres deutlich beschleunigt hat. Gleichzeitig steigen Komplexität und Sicherheitsrisiken.
Mit dem verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Datenbankmanagement wächst der Bedarf an einer verlässlichen Datenbasis und klaren Governance-Strukturen. Der aktuelle „State of the Database Landscape Report 2026: AI Edition“ von Redgate zeigt jedoch, dass viele Unternehmen zwar erhebliche Summen in KI investieren, grundlegende Kontrollmechanismen aber weiterhin fehlen. Nach Angaben des Anbieters nutzen lediglich 23 Prozent der befragten Unternehmen formale Data-Governance- oder Data-Quality-Frameworks zur Verwaltung ihrer zunehmend komplexen Datenlandschaften.
Parallel dazu hat sich der Einsatz von KI im Datenbankmanagement gegenüber dem Vorjahr nahezu verdreifacht. Die Studie basiert auf einer weltweiten Befragung von 2.150 IT-Fachkräften.
Investitionen steigen, Governance bleibt zurück
Den Ergebnissen zufolge investierten 44 Prozent der Unternehmen im vergangenen Jahr mehr als 100.000 US-Dollar in KI für Datenbanken. Unter Großunternehmen gab fast jedes vierte Unternehmen sogar mehr als eine Million US-Dollar für entsprechende Technologien aus.
Nahezu alle Befragten (99 Prozent) berichten von operativen Vorteilen durch KI. Als wichtigste Einsatzfelder nennen sie die Automatisierung von Aufgaben (63 Prozent) sowie die Optimierung der Datenbankleistung (60 Prozent).
Gleichzeitig zeigt die Studie Defizite bei den organisatorischen Rahmenbedingungen. So setzen lediglich 23 Prozent der Unternehmen auf formalisierte Governance- und Qualitätskonzepte für ihre Daten. Darüber hinaus verlassen sich 39 Prozent beim Testen und Bereitstellen von Datenbankänderungen weiterhin auf manuelle Prozesse.
Höhere Risiken werden bewusst in Kauf genommen
Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung betrifft den Umgang mit Sicherheitsrisiken. Laut Report akzeptieren 58 Prozent der befragten Unternehmen bewusst ein höheres Risiko für die Datensicherheit, wenn sich dadurch Effizienzgewinne erzielen lassen.
Hinzu kommt die zunehmende Komplexität der IT-Landschaften. 36 Prozent der Unternehmen verwalten inzwischen vier oder mehr Datenbankplattformen parallel. Diese fragmentierten Infrastrukturen erschweren nach Einschätzung von Redgate sowohl die Datenverwaltung als auch die Umsetzung einheitlicher Governance-Vorgaben.
In diesem Zusammenhang warnt Kellyn Gorman, Engineer und Advocate bei Redgate:
„Unternehmen haben nicht erst durch die Einführung von KI fragile operative Grundlagen geschaffen. Allerdings hat die Technologie organisatorische Schwachstellen in einer Geschwindigkeit und Größenordnung offengelegt beziehungsweise verstärkt, die unmöglich zu ignorieren sind. Die unbequeme Wahrheit ist, dass KI ohne ein starkes Fundament sehr schnell scheitern kann. Und zwar auf eine Art, die ein Debugging und Fixen des Problems fast unmöglich macht und dem Management schwer zu erklären ist. Die Lösung besteht aber nicht darin, die Bereitstellung von KI zu verlangsamen. Unternehmen müssen diese Lücken ernst nehmen und entsprechende Maßnahmen ergreifen.“
Automatisierung als Voraussetzung für erfolgreiche KI-Projekte
Redgate verweist außerdem auf eine Prognose von Gartner, wonach bis Ende 2026 rund 60 Prozent der KI-Projekte eingestellt werden könnten, wenn keine speziell auf KI-Anwendungen ausgelegten Daten bereitgestellt werden. Nach Einschätzung des Unternehmens sollten Organisationen deshalb fragmentierte und manuelle Datenbankkonfigurationen reduzieren und stattdessen auf automatisierte Governance setzen, die unmittelbar in bestehende Technologie-Stacks integriert ist.
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