Künstliche Intelligenz ist in vielen Unternehmen längst Bestandteil des Arbeitsalltags. Dennoch gelingt es den meisten Organisationen noch nicht, ihre Strukturen und Prozesse konsequent auf den KI-Einsatz auszurichten. Das zeigt der „2026 Global Enterprise AI Report” von Publicis Sapient. Die Studie sieht weniger technologische als vielmehr organisatorische Herausforderungen auf dem Weg zur umfassenden KI-Transformation.
Künstliche Intelligenz wird in Unternehmen zunehmend produktiv eingesetzt. Laut dem „2026 Global Enterprise AI Report” von Publicis Sapient nutzen 73 Prozent der befragten Unternehmen KI regelmäßig oder in den meisten Geschäftsprozessen. Gleichzeitig betrachten nur 10 Prozent KI als zentralen Bestandteil ihrer Arbeitsweise. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Einführung entsprechender Technologien vielerorts schneller voranschreitet als die organisatorische Anpassung.
Für den Report wurden zwischen Ende April und Mitte Mai 2026 insgesamt 1.550 KI-Entscheidungsträger in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Australien und den Vereinigten Arabischen Emiraten befragt. Die Teilnehmer stammen aus Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mindestens 100 Millionen US-Dollar.
Organisationen bremsen den KI-Nutzen
Nach den Ergebnissen der Studie sehen viele Unternehmen die technologische Leistungsfähigkeit von KI bereits als ausreichend an. So geben 47 Prozent der Befragten an, dass KI die heutigen geschäftlichen Anforderungen bereits erfüllen könne. Gleichzeitig erklären 42 Prozent, dass ihre Organisation strukturell nicht darauf vorbereitet sei, dieses Potenzial vollständig auszuschöpfen.
Als wesentliches Hindernis wird dabei die eigene Organisationsstruktur genannt. 22 Prozent der Befragten sehen in der Art und Weise, wie ihr Unternehmen organisiert ist, die größte Hürde für den Erfolg von KI. Zudem sagen nur 38 Prozent, dass KI die Arbeitsweise ihres Unternehmens bereits grundlegend verändert habe.
Nigel Vaz, CEO von Publicis Sapient, ordnet die Ergebnisse wie folgt ein:
„Unternehmen wurden nicht für die Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Autonomie konzipiert, die KI ermöglicht. Viele Organisationen haben KI erfolgreich eingeführt, doch die Einführung allein verschafft noch keinen Wettbewerbsvorteil. Die Gewinner werden jene Unternehmen sein, die neu definieren, wie Arbeit erledigt wird, ihre Abläufe modernisieren und KI in die DNA des Unternehmens einbetten.”
Regionale Unterschiede beim Reifegrad
Die Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen den untersuchten Ländern.
In den USA ist die Einführung von KI bereits weit fortgeschritten. Dort geben 41 Prozent der Befragten an, dass KI das Geschäft grundlegend verändert. Gleichzeitig sehen 34 Prozent die Organisationsstruktur als größtes Hindernis für den weiteren Erfolg.
Großbritannien erreicht unter den untersuchten Märkten die höchsten Werte bei der Transformation. Dort berichten 51 Prozent von einer grundlegenden Veränderung der Arbeitsweise durch KI. 60 Prozent geben an, dass KI bereits weitgehend oder vollständig in Arbeitsabläufe eingebettet ist.
Frankreich weist dagegen eine vergleichsweise hohe Nutzung bei gleichzeitig begrenzter Transformation auf. Nur 24 Prozent sehen grundlegende Veränderungen der Arbeitsweise, während 51 Prozent interne Daten als größte Herausforderung nennen.
Deutschland setzt KI ein, aber noch nicht unternehmensweit
Für Deutschland zeichnet die Studie ein differenziertes Bild. Demnach wird KI im Arbeitsalltag häufig unterstützend eingesetzt. 35 Prozent der Befragten beschreiben KI als „Kollege”, der Teams bei Aufgaben unterstützt. Eine vollständige unternehmensweite Integration erreichen jedoch lediglich 10 Prozent der Unternehmen.
Damit gehört Deutschland zu den Ländern, in denen KI bereits sichtbar in den Arbeitsalltag integriert ist, die unternehmensweite Verankerung jedoch noch vergleichsweise begrenzt ausfällt.
Erwartungen steigen schneller als die organisatorische Vorbereitung
Über alle untersuchten Märkte hinweg zeigt sich nach Angaben von Publicis Sapient eine wachsende Diskrepanz zwischen den Erwartungen an den KI-Fortschritt und der tatsächlichen organisatorischen Bereitschaft. Besonders deutlich wird dies in den USA: Dort erwarten 71 Prozent der Befragten innerhalb der kommenden zwölf bis 24 Monate erhebliche Fortschritte bei der Skalierung von KI. Gleichzeitig sehen sich nicht mehr als 20 Prozent der Unternehmen bereits heute vollständig darauf vorbereitet.
Die Studienautoren leiten daraus ab, dass künftig weniger die Einführung neuer KI-Technologien als vielmehr die Modernisierung bestehender Systeme, die Vernetzung von Arbeitsabläufen und die Anpassung von Betriebsmodellen über den wirtschaftlichen Erfolg von Enterprise-AI-Initiativen entscheiden werden.
Der „Global Enterprise AI Report“ steht hier zum kostenfreien Download zur Verfügung.
Und hier finden Sie weitere Informationen zu Publicis Sapient.
