KI-Agenten haben in vielen Unternehmen die Pilotphase bereits verlassen. Dennoch bleibt das Vertrauen in deren Entscheidungen vergleichsweise gering. Eine von Forrester Consulting im Auftrag von Boomi durchgeführte Studie sieht die Ursachen weniger in den KI-Modellen selbst als vielmehr in einer unzureichenden Integration und Governance. Unternehmen mit einer ausgereiften Integrationsstrategie profitieren demnach deutlich stärker von agentenbasierter KI.
86 Prozent der befragten Unternehmen haben KI-Agenten bereits produktiv im Einsatz. Gleichzeitig geben jedoch nur 34 Prozent der IT- und Technologieverantwortlichen an, den Entscheidungen und Handlungen ihrer KI-Agenten zu vertrauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forrester Consulting, die im Auftrag von Boomi unter 409 IT- und Technologieentscheidern in Nordamerika, Europa und der APAC-Region durchgeführt wurde.
Die Untersuchung unterscheidet dabei zwischen Unternehmen mit einer hohen operativen Reife („Agentic Control“) und Organisationen, die sich laut Studie im sogenannten „Agentic Chaos“ befinden. Letztere verfügen unter anderem über Defizite bei Governance, Integration sowie dem Management von APIs und Model Context Protocols (MCP). Trotz dieser Schwächen setzen 77 Prozent dieser Unternehmen ihre KI-Agenten produktiv ein. Dadurch entstehen laut Studie potenzielle Zusatzkosten von durchschnittlich 2,1 Millionen US-Dollar, beispielsweise durch Compliance-Verstöße, operative Ausfälle oder aufwendige Nacharbeiten.
Quelle: BoomiSteve Lucas, Chairman und CEO von Boomi, ordnet die Ergebnisse ein:
„Diese Studie bestätigt, was wir überall beobachten: Das Vertrauensproblem bei agentenbasierter KI ist im Grunde ein Datenproblem. Agenten kann man nur dann vertrauen, wenn sie auf Daten zugreifen, die ordnungsgemäß aktiviert, verknüpft und verwaltet wurden, und die meisten Unternehmen haben Agenten implementiert, bevor sie diese Hausaufgaben gemacht haben. Diejenigen, die das zuerst erledigt haben, erzielen jetzt echten Mehrwert.“
Integration entscheidet über den Erfolg
Als deutlichster Unterschied zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Unternehmen identifiziert die Studie die Integration bestehender Systeme. Unternehmen mit einer hohen operativen Reife legen wesentlich größeren Wert auf gut verwaltete APIs und integrierte Plattformen als Grundlage für den Einsatz agentenbasierter KI.
So nutzen 46 Prozent der Unternehmen mit „Agentic Control“ eine Integration Platform as a Service (iPaaS) zur Unterstützung ihrer KI-Workflows. Im Vergleich dazu sind es bei Unternehmen im „Agentic Chaos“ lediglich 25 Prozent.
Noch größer fällt der Unterschied bei der Bewertung der Integrationsfunktionen aus. 86 Prozent der Unternehmen mit hoher Reife sehen iPaaS- und API-Management als entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung leistungsfähiger KI-Agenten. Bei den Unternehmen mit geringer Reife teilen diese Einschätzung nur 58 Prozent.
Forrester bringt diesen Zusammenhang in der Studie auf den Punkt: „Wenn LLMs wie Gehirne sind, dann sind iPaaS-Produkte die Gliedmaßen, die dieses Gehirn befähigen, in der physischen Welt zu handeln.“
Governance und Orchestrierung gewinnen an Bedeutung
Neben der technischen Integration spielt auch die organisatorische Steuerung eine wichtige Rolle. Unternehmen mit hoher Reife investieren häufiger in zentrale Governance-Strukturen für das MCP, das KI-Agenten eine sichere Anbindung an Unternehmenssysteme ermöglicht.
46 Prozent dieser Unternehmen verfügen bereits über eine zentrale MCP-Governance. Im Vergleich dazu liegt der Anteil bei Unternehmen im „Agentic Chaos“ bei 32 Prozent. Zudem arbeiten bei 48 Prozent der Unternehmen mit „Agentic Control“ KI- und Integrationsteams innerhalb eines gemeinsamen Betriebsmodells zusammen. Bei den weniger weit entwickelten Unternehmen sind es lediglich 37 Prozent.
Die Studie verweist außerdem auf den zunehmenden „Agent-Sprawl“. Teilweise betreiben Unternehmen bereits bis zu 200 KI-Agenten parallel, ohne diese konsequent mit den relevanten Unternehmenssystemen zu verbinden. Forrester bezeichnet dieses Phänomen als „POC/Pilot Purgatory“, in dem Pilotprojekte zwar entstehen, jedoch nicht den Schritt zu produktiven und integrierten Anwendungen schaffen.
Produktivität und Innovation als messbarer Nutzen
Unternehmen mit einer ausgereiften Integrationsstrategie berichten deutlich häufiger von positiven Geschäftsergebnissen. Laut Studie verzeichnen:
- 59 Prozent Produktivitätssteigerungen,
- 51 Prozent mehr Innovationskraft,
- 46 Prozent wiederverwendbare Funktionen für weitere Unternehmensbereiche,
- 45 Prozent eine stärkere Automatisierung wiederkehrender Aufgaben.
Aus Sicht von Forrester sollten Unternehmen deshalb KI- und Integrationsteams enger verzahnen, eine zentrale Control Plane für KI-Agenten etablieren und einen Orchestrierungs-Layer schaffen, der Agenten sicher mit Datenquellen, Anwendungen und weiteren Agenten verbindet. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass nicht leistungsfähigere KI-Modelle den entscheidenden Unterschied ausmachen, sondern die Qualität der Integration und der zugrunde liegenden Dateninfrastruktur.
Die vollständige Studie „The Agentic AI Readiness Gap“ gibt es hier zum Herunterladen.
Weitere Informationen zu Boomi finden Sie hier.
