IBM baut sein Infrastrukturportfolio mit neuen Systemen für die Plattformen IBM z17 und LinuxONE 5 aus. Im Mittelpunkt stehen der produktive Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die Konsolidierung von Linux-Umgebungen sowie der Betrieb sicherheitskritischer Anwendungen. Die neuen Modelle sollen unterschiedliche Anforderungen an Skalierung und Bereitstellung adressieren, basieren jedoch auf einer gemeinsamen Technologieplattform.
Mit neuen Single-Frame- und Rack-Mount-Systemen für IBM z17 sowie den Linux-Systemen LinuxONE Rockhopper 5 und LinuxONE 5 Express erweitert IBM sein Angebot für Unternehmen, die KI-Anwendungen direkt dort ausführen möchten, wo geschäftskritische Daten verarbeitet werden. Nach Angaben des Herstellers soll dies den Schritt von KI-Pilotprojekten in den produktiven Betrieb erleichtern und gleichzeitig bestehende Anwendungen und Infrastrukturen weiter nutzbar machen.
Beide Produktfamilien basieren auf dem Telum-II-Prozessor und unterstützen den IBM Spyre Accelerator. Dadurch sollen sich KI-Inferencing, generative KI und künftig auch agentische KI-Workloads unmittelbar in bestehende Geschäftsprozesse integrieren lassen, ohne sensible Daten in externe Umgebungen verlagern zu müssen.
Ausbau der IBM-z17-Plattform
Mit den neuen Single-Frame- und Rack-Mount-Systemen ergänzt IBM die z17-Plattform um weitere Bereitstellungsoptionen. Die Systeme sollen Unternehmen mehr Flexibilität bei der Infrastrukturplanung bieten und gleichzeitig die bekannten Eigenschaften der IBM-Z-Plattform hinsichtlich Verfügbarkeit, Sicherheit und Performance beibehalten.
Nach Angaben des Herstellers verfügen die neuen Modelle über bis zu 20 Prozent mehr Kapazität als IBM z16. Ergänzt wird die Plattform um Funktionen zur Codeoptimierung, Unterstützung für Infrastructure as Code, zusätzliche Automatisierungsfunktionen sowie OpenTelemetry. Darüber hinaus soll eine verbesserte Visualisierung der I/O-Topologie die Überwachung komplexer IT-Landschaften erleichtern.
IBM positioniert die Plattform insbesondere für KI-Anwendungen, die direkt während der Transaktionsverarbeitung ausgeführt werden. Genannt werden unter anderem Betrugserkennung, Anomalieerkennung sowie personalisierte Kundeninteraktionen in Echtzeit.
„Today marks an important expansion of the IBM z17 platform.“ – Tina Tarquinio, Chief Product Officer, IBM Z & LinuxONE
LinuxONE 5 für unterschiedliche Einstiegsszenarien
Parallel dazu erweitert IBM die LinuxONE-5-Produktfamilie um LinuxONE Rockhopper 5 und LinuxONE 5 Express. Beide Systeme basieren auf derselben Architektur wie LinuxONE Emperor 5 und sollen Unternehmen unterschiedlicher Größen den Einstieg beziehungsweise den Ausbau ihrer LinuxONE-Infrastruktur ermöglichen.
LinuxONE 5 Express richtet sich an Unternehmen, die erstmals LinuxONE einsetzen oder kleinere Linux- und x86-Umgebungen konsolidieren möchten. Rockhopper 5 adressiert größere Konsolidierungsprojekte und unterstützt ebenfalls den IBM Spyre Accelerator. Dadurch sollen generative KI- und Inferenz-Workloads gemeinsam mit transaktionalen Anwendungen auf derselben Plattform betrieben werden können.
Zur Ausstattung zählen laut IBM außerdem hardwarebasierte Quantum-Safe-Kryptografie, IBM Secure Execution für Confidential Computing sowie die Unterstützung gängiger Linux-Distributionen und offener Entwicklungswerkzeuge.
„For years, the conversation about IBM LinuxONE has too often started with scale. ‘This is for the largest banks, the biggest telcos.’ That framing has never fully captured what the platform is actually designed to do. IBM LinuxONE is built to run Linux securely, efficiently, and at the right cost.“ – Marcel Mitran, IBM Fellow and CTO, IBM LinuxONE.
Gemeinsame Architektur für KI und geschäftskritische Workloads
Beide Plattformen verfolgen das Ziel, KI-Funktionen möglichst nah an den Daten und Anwendungen bereitzustellen. IBM argumentiert, dass dadurch Latenzen reduziert sowie Anforderungen an Datenschutz, Governance und Sicherheit leichter erfüllt werden können.
Für IBM z17 hebt das Unternehmen unter anderem Funktionen für Quantum-Safe-Readiness, Confidential Computing und Cyber-Resilienz hervor. Ergänzend bietet IBM Technology Lifecycle Services Dienstleistungen für Einführung und Betrieb der neuen Rack-Mount-Systeme an.
Auch LinuxONE soll Unternehmen dabei unterstützen, Linux-Workloads zu konsolidieren und gleichzeitig Energieverbrauch sowie Infrastrukturaufwand gegenüber verteilten x86-Landschaften zu reduzieren. Beide Plattformen unterstützen den IBM Spyre Accelerator, sodass KI-Modelle gemeinsam mit transaktionalen Anwendungen innerhalb derselben Sicherheitsdomäne betrieben werden können.
„Rockhopper 5 supports the IBM Spyre Accelerator, which means generative AI and multi-model inference can run on the platform alongside transactional workloads, on co-located regulated data, inside the security boundary, without a separate GPU tier.“ – Marcel Mitran, IBM Fellow and CTO, IBM LinuxONE.
Nach Angaben von IBM benötigen KI-gestützte Online-Transaction-Processing-Workloads auf der OpenShift Container Platform im Vergleich zu entsprechenden x86-Plattformen bis zu viermal weniger Prozessorkerne. Gleichzeitig verweist der Hersteller bei LinuxONE auf Einsparpotenziale bei Energieverbrauch, Stellfläche und Infrastrukturkonsolidierung.
Ein gemeinsames Portfolio für unterschiedliche Anforderungen
Mit der Erweiterung von IBM z17 und LinuxONE 5 verfolgt IBM eine einheitliche Plattformstrategie. Während sich IBM z17 vor allem an Unternehmen mit transaktionsintensiven Mainframe-Anwendungen richtet, adressiert LinuxONE Organisationen, die Linux-Workloads konsolidieren oder KI-Anwendungen auf einer hochsicheren Linux-Plattform betreiben möchten.
Gemeinsam decken IBM z17, LinuxONE 5 Express, LinuxONE Rockhopper 5 und LinuxONE Emperor 5 unterschiedliche Leistungsklassen und Bereitstellungsmodelle ab. Nach Angaben des Herstellers sollen Unternehmen ihre Infrastruktur damit schrittweise ausbauen können, ohne auf unterschiedliche Plattformarchitekturen wechseln zu müssen.
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