Der Fachkräftemangel in der Cybersicherheit bleibt laut ISC2 eines der größten Risiken für Unternehmen. Gleichzeitig verschärft der demografische Wandel die Situation zusätzlich. Eine aktuelle Studie zeigt, dass fehlende Kompetenzen bereits heute zu Sicherheitsproblemen und ineffizienten Prozessen führen. Besonders kritisch sind fehlende Spezialisten und begrenzte Budgets für Weiterbildung und Recruiting.
Der demografische Wandel erhöht weiter den Druck auf Unternehmen im Bereich Cybersicherheit. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts werden bis 2039 rund 13,4 Millionen Erwerbstätige das gesetzliche Renteneintrittsalter erreichen. Damit könnte knapp ein Drittel der heutigen Erwerbsbevölkerung aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden.
Gerade in der Cybersicherheit droht dadurch nicht nur ein quantitativer Personalmangel. Unternehmen verlieren zugleich erfahrene Fachkräfte mit langjährigem Praxiswissen und strategischer Expertise. Bereits bestehende Engpässe bei Personal und Kompetenzen könnten sich dadurch weiter verschärfen.
Fehlende Kompetenzen sorgen für Sicherheitsrisiken
Wie stark Unternehmen bereits heute betroffen sind, zeigt die „2025 ISC2 Cybersecurity Workforce Study“. Laut der Untersuchung haben 92 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland mindestens eine negative Folge aufgrund fehlender Cybersecurity-Kompetenzen erlebt.
77 Prozent der Befragten berichten sogar von wiederkehrenden Problemen in diesem Zusammenhang. Damit liegt Deutschland deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von 69 Prozent.
Zudem sehen 90 Prozent der deutschen Befragten Kompetenzdefizite innerhalb ihrer Sicherheitsteams. Allerdings bewerten vergleichsweise wenige Unternehmen diese Lücken als kritisch. Während in Deutschland 14 Prozent von einem kritischen Kompetenzmangel sprechen, liegt der weltweite Durchschnitt bei 23 Prozent.
Unternehmen finden nicht genügend Fachkräfte
Neben fehlenden Kompetenzen bleibt auch die Suche nach qualifizierten Fachkräften schwierig. Laut Studie gelingt es 43 Prozent der Unternehmen in Deutschland nicht, ausreichend qualifizierte Talente für ihre Sicherheitsteams zu finden. Weltweit liegt dieser Wert bei 30 Prozent.
Hinzu kommen finanzielle Einschränkungen. 26 Prozent der Befragten geben an, nicht über ausreichende Budgets zu verfügen, um benötigte Spezialistinnen und Spezialisten einzustellen.
Die Folgen reichen von Sicherheitsvorfällen bis hin zu ineffizienten Abläufen innerhalb der IT-Sicherheitsorganisation. Fehlende personelle Ressourcen erschweren zudem die Schließung bestehender Kompetenzlücken.
Weiterbildung gewinnt an Bedeutung
Die Studie verdeutlicht zudem, dass Unternehmen verstärkt auf Qualifizierung und Weiterbildung setzen. Investitionen in Schulungen und Kompetenzaufbau gelten als wichtiger Ansatz, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
24 Prozent der deutschen Befragten nannten gezielte Budgetzuweisungen für Weiterbildung als zentrale Maßnahme zur Verbesserung der Cybersicherheitskompetenzen. Unternehmen versuchen damit verstärkt vorhandene Teams weiterzuentwickeln, anstatt ausschließlich auf neue Fachkräfte zu setzen.
Demografischer Wandel verschärft die Situation
Mit Blick auf die kommenden Jahre dürfte sich die Lage laut ISC2 weiter zuspitzen. Der altersbedingte Weggang erfahrener Mitarbeiter trifft auf einen bereits angespannten Arbeitsmarkt und steigende Anforderungen an IT-Sicherheit.
Unternehmen stehen damit vor der Herausforderung, Wissen langfristig zu sichern, neue Fachkräfte auszubilden und gleichzeitig bestehende Sicherheitsteams personell zu stabilisieren. Besonders im Bereich Cybersecurity gewinnt die strategische Personalentwicklung damit weiter an Bedeutung.
Die vollständige „ISC2 2025 Cybersecurity Workforce Study“ sowie weitere Empfehlungen für Führungskräfte und Organisationen zur Unterstützung einer resilienten Cybersecurity Belegschaft sind hier verfügbar.
Weitere Informationen zu ISC2 finden Sie hier.
