Die führenden mittelständischen IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen in Deutschland erzielten 2025 erneut nur ein geringes Umsatzwachstum. Vor allem belastet die schwache Nachfrage aus der Automobilindustrie und der öffentlichen Verwaltung das Geschäft. Zeitgleich gewannen internationale Märkte an Bedeutung. Für 2026 rechnen die Unternehmen zwar mit einem Umsatzplus, jedoch wurden die Erwartungen bereits nach unten korrigiert.
Nach Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten hat sich die Dynamik im Markt für mittelständische IT-Beratungen deutlich abgeschwächt. Wie die aktuelle Lünendonk-Liste 2026 bestätigt, steigerten die 25 führenden mittelständischen IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen ihren Umsatz im Jahr 2025 durchschnittlich nur um 1,9 Prozent. Bereits 2024 lag das Wachstum mit 2,2 Prozent deutlich unter den langjährigen Durchschnittswerten.
Positive Impulse kamen vor allem aus dem Auslandsgeschäft. Im deutschen Markt sorgten dagegen insbesondere rückläufige Umsätze in der Automobilindustrie sowie in der öffentlichen Verwaltung für eine verhaltene Entwicklung. Hinzu kommt die hohe Abhängigkeit vieler Anbieter von Großunternehmen: Jeder zweite Euro Umsatz stammt von Kunden mit einem Jahresumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro.
Veränderungen an der Spitze der Lünendonk-Liste
Angeführt wird die Lünendonk-Liste 2026 von Conet. Das Unternehmen steigerte seinen Gesamtumsatz zuletzt um 12,5 Prozent auf 341,2 Millionen Euro und liegt damit auf dem Spitzenplatz. Allgeier folgt nach einer Portfoliobereinigung und dem Verkauf von Unternehmensteilen mit 327,6 Millionen Euro auf Rang zwei. Den dritten Platz belegt Senacor mit einem Gesamtumsatz von 248,0 Millionen Euro.
Auf Rang vier steht init, welches nach der Übernahme vom auf digitale Transformation im Gesundheitswesen spezialisierte Unternehmen HBSN um 7,5 Prozent gewachsen ist. Die Top Five komplettiert Cosmo Consult, welches mit einem Umsatzplus von 10,2 Prozent ebenfalls zu den wachstumsstärkeren Unternehmen des Rankings zählt.
Besonders hohe Wachstumsraten erzielten außerdem AdEx (+15,8 Prozent) und Infomotion (+15,3 Prozent), jeweils getragen von organischem und anorganischem Wachstum. Ebenfalls zweistellige Zuwächse verzeichneten Dataciders (+10,6 Prozent) und PPI (+10,2 Prozent). Neu in der aktuellen Liste vertreten sind x1F, Dataciders, iteratec und Arineo.
Schwaches Investitionsumfeld belastet den Markt
Nicht alle Unternehmen konnten sich dem schwierigen Marktumfeld entziehen. Einige Anbieter mussten deutliche Umsatzrückgänge hinnehmen.
Mario Zillmann, Senior Partner bei der Lünendonk & Hossenfelder GmbH, ordnet die Entwicklung ein: „Einige IT-Dienstleister mussten im Jahr 2025 teilweise deutliche Umsatzrückgänge verbuchen. Betroffen waren vor allem Anbieter mit einer hohen Abhängigkeit von Krisenbranchen wie der exportorientierten Industrie und dem Automotive-Sektor.“
Quelle: Lünendonk & Hossenfelder/Christian Schneider PhotographyEr ergänzt: „Gleichzeitig spiegeln die Rückgänge teilweise auch eine strategische Neuausrichtung wider: Einige Unternehmen haben ihr Portfolio bereinigt und sich von Leistungen getrennt, die angesichts veränderter Kundenanforderungen kaum noch nachgefragt wurden oder nicht mehr profitabel waren.“
Zu den Unternehmen mit zweistelligen Umsatzrückgängen zählen laut Lünendonk Consileon, Seven Principles, team neusta und HyPlus.
Erwartungen für 2026 gedämpft
Für das laufende Jahr rechnen die befragten IT-Beratungen im Durchschnitt zwar mit einem Umsatzwachstum von 8,5 Prozent. Gegenüber den früheren Prognosen wurde dieser Wert jedoch bereits nach unten angepasst. Das anhaltend schwache Investitionsklima sowie die verhaltenen Konjunkturaussichten dämpfen die Erwartungen.
Mario Zillmann sieht die Unternehmen vor grundlegenden strategischen Aufgaben: „Viele IT-Dienstleister müssen sich in den kommenden Jahren auf eine schwächere Nachfrage einstellen und zugleich in neue Märkte investieren. Entscheidend wird sein, Portfolios und Delivery-Modelle konsequent an veränderte Kundenanforderungen und die neuen Möglichkeiten von KI anzupassen.“
Die Ergebnisse basieren auf der Lünendonk-Studie „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“, für die mehr als 100 IT-Dienstleister sowie knapp 200 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand, Großunternehmen und Konzernen befragt wurden. Die Lünendonk-Liste 2026 der führenden mittelständischen IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen steht kostenfrei zum Download bereit.
Weitere Informationen zur Lünendonk & Hossenfelder GmbH finden Sie hier.
