Die EWE AG hat ihre Java-Landschaft konsolidiert und ist von Oracle Java auf Azul Core umgestiegen. Ziel war es, die steigenden Lizenzkosten und die Komplexität einer historisch gewachsenen Java-Umgebung zu reduzieren. Nach Angaben des Unternehmens konnten die Java-Lizenzkosten um 60 Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig wurde die Java-Nutzung über mehr als 100 Anwendungen und zehntausende Endgeräte hinweg standardisiert.
Die EWE AG betreibt als Energie- und Infrastrukturunternehmen eine umfangreiche IT-Landschaft, in der Java eine zentrale Rolle spielt. Zahlreiche geschäftskritische Anwendungen basieren auf unterschiedlichen Java-Versionen und Distributionen, die sich über Jahre hinweg im Unternehmen etabliert hatten. Diese heterogene Struktur führte laut Unternehmen zu erhöhtem Aufwand bei Betrieb, Support, Deployment und Governance.
Zusätzlichen Handlungsdruck erzeugte die Änderung des Oracle-Lizenzmodells Anfang 2023. Vor diesem Hintergrund begann EWE mit der Prüfung alternativer Java-Plattformen. Dabei erfolgte die Bewertung von frei verfügbaren OpenJDK-Distributionen sowie kommerziell unterstützten Angeboten.
„Als Oracle das Lizenzierungsmodell geändert hat, war uns klar, dass es für uns deutlich teurer werden würde“, sagt Sacha Massarra, Lizenzmanager bei der EWE AG. „Das war der Moment, in dem wir beschlossen haben, auf eine Alternative umzusteigen.“
Entscheidung für eine zentral unterstützte Plattform
Wie das Unternehmen angab, fiel die Wahl auf Azul Core. Dafür ausschlaggebend waren vor allem die Unterstützung älterer Java-Versionen, die Kompatibilität mit bestehenden Anwendungen und ein kommerzielles Support-Modell.
Gerade in regulierten Umgebungen mit kritischer Infrastruktur spielen stabile Betriebsprozesse und nachvollziehbare Supportstrukturen eine wichtige Rolle. EWE unterliegt als Betreiber kritischer Infrastruktur den Anforderungen des IT-Sicherheitsgesetzes und des KRITIS-Rahmenwerks.
„In einem Unternehmensumfeld ist der Wechsel zu einer Java-Plattform ohne Support keine wirkliche Option”, so Massarra.
Schrittweise Migration über mehrere Monate
Die Migration erfolgte in mehreren Phasen. Zunächst wurden kleinere Gruppen von 50 bis 200 Geräten umgestellt. Auf diese Weise konnten Anwendungen getestet und mögliche Probleme frühzeitig erkannt werden. Nach den erfolgreichen Pilotphasen erfolgte die schrittweise Ausweitung der Migration.
Nach Unternehmensangaben dauerte der vollständige Rollout rund acht bis neun Monate. In diesem Zeitraum wurden zahlreiche unterschiedliche Java-Pakete auf eine standardisierte Plattform konsolidiert.
„Wenn man zwanzig verschiedene Java-Pakete auf eines reduziert, sinkt der interne Supportaufwand erheblich“, sagt Gerold Frilling, Lizenzmanager bei der EWE AG. „Der Support von Azul war schnell, strukturiert, fachlich kompetent und sehr unkompliziert. Es gab kein Problem, das nicht sofort adressiert wurde.“
Standardisierung senkt Kosten und Komplexität
Zu den wichtigsten Ergebnissen der Migration zählt EWE die Vereinheitlichung der Java-Umgebung über mehr als 100 Anwendungen und zehntausende Endpunkte hinweg. Dadurch sollen die Betriebsprozesse vereinfacht und der Supportaufwand reduziert werden.
Nach Angaben des Unternehmens senkte man die Java-Lizenzkosten gegenüber den prognostizierten Oracle-Kosten um 60 Prozent. Zudem verweist EWE auf eine höhere Betriebseffizienz sowie auf einen geringeren Ressourcen- und Rechenaufwand.
Die zentral genannten Ergebnisse:
- Standardisierung der Java-Landschaft auf eine unterstützte Plattform
- Reduzierung der Java-Lizenzkosten um 60 Prozent
- Schrittweise Migration mit begrenztem Betriebsrisiko
- Vereinfachung von Support- und Betriebsprozessen
- Unterstützung von Nachhaltigkeits- und Effizienzzielen
„Oracle Java braucht niemand mehr. Wer Support benötigt, für den ist die Antwort klar: Wechseln Sie zu Azul“, so Massarra.
Auch Azul bewertet das Projekt als Beispiel für die Konsolidierung komplexer Enterprise-Umgebungen.
Quelle: AzulVice President EMEA bei Azul
„Die Transformation bei der EWE AG zeigt eindrucksvoll, welche operativen Auswirkungen eine fragmentierte Java-Landschaft in Enterprise-Umgebungen haben kann“, sagt James Johnston, Vice President EMEA bei Azul. „Durch die Konsolidierung einer stark verteilten Java-Umgebung unter einer einzigen, unterstützten Plattform hat EWE die Komplexität in kritischen Systemen deutlich reduziert – und gleichzeitig Kosten gesenkt und die operative Kontrolle verbessert. Diese Art der Standardisierung wird immer wichtiger, je diverser und verteilter Enterprise-Java-Umgebungen werden.“
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