Wimbledon erweitert 2026 seine digitalen Angebote für Fans mit neuen KI-gestützten Funktionen. Gemeinsam mit IBM wurden Website und mobile App umfassend modernisiert. Neue Werkzeuge wie „Key Moments“ und ein optimierter „Match Chat“ sollen Zuschauer weltweit stärker in das Turniergeschehen einbinden. Gleichzeitig setzt der All England Club auf eine neue Datenarchitektur, um Inhalte und Prozesse effizienter zu verwalten.
Mit den Championships 2026 baut Wimbledon seine digitale Strategie weiter aus. Der All England Lawn Tennis Club (AELTC) und IBM haben mehrere neue Funktionen vorgestellt, die auf der KI-Plattform watsonx basieren und über die Wimbledon App sowie wimbledon.com verfügbar sein werden. Ziel ist es, Tennisfans weltweit ein stärker personalisiertes und interaktives Erlebnis zu bieten und gleichzeitig die technologische Basis der Plattformen grundlegend zu modernisieren.
Zu den Neuerungen zählt insbesondere die Funktion „Key Moments“. Sie ergänzt das bereits bekannte Tool „Likelihood to Win“, das die Gewinnwahrscheinlichkeit eines Spielers auf Basis von aktuellen und historischen Daten, Experteneinschätzungen sowie der jeweiligen Match-Dynamik berechnet. Während die bestehende Funktion Wahrscheinlichkeiten liefert, soll „Key Moments“ zusätzlich erläutern, welche Spielsituationen den Verlauf einer Partie beeinflussen und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Quelle: IBMDarüber hinaus wurde der „Match Chat“ erweitert. Der KI-basierte Assistent ermöglicht es Nutzern, Fragen in natürlicher Sprache zu stellen und Informationen zu laufenden Begegnungen abzurufen, ohne verschiedene Statistiken oder Menüs durchsuchen zu müssen.
Quelle: IBM„Match Chat“ greift dabei auf Live-Daten, Analysen und historische Leistungswerte zurück. Die Lösung basiert auf watsonx Orchestrate und nutzt mehrere KI-Agenten sowie speziell entwickelte Modelle, die laut IBM auf den redaktionellen Stil von Wimbledon und die Terminologie des Tennissports abgestimmt wurden.
Umfassende Modernisierung der digitalen Plattform
Neben den neuen Fan-Funktionen wurde auch die technische Infrastruktur der digitalen Wimbledon-Angebote grundlegend überarbeitet. Die Basis dafür bildeten Analysen des Nutzerverhaltens unterschiedlicher Zielgruppen, darunter Fans, Spieler, Medienvertreter und Broadcaster.
Das Ergebnis ist eine neue Plattformarchitektur, die laut den Partnern effizientere Nutzerführung und stärker personalisierte Angebote ermöglichen soll. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war die Migration des umfangreichen Wimbledon-Content-Archivs.
Dabei wurden mehr als 15.000 digitale Inhalte, darunter Artikel, Videos und Fotos sowie die zugehörigen Metadatenbeziehungen, in eine neue Struktur überführt.
„Es ist jedes Jahr unsere Priorität, an der Spitze des Sports zu bleiben und das bestmögliche Zuschauererlebnis bei The Championships zu bieten – sowohl für diejenigen, die durch die Tore von Wimbledon gehen, als auch für die hunderten Millionen, die das Geschehen weltweit digital verfolgen“, sagte Usama Al-Qassab, Marketing- und Commercial Director beim All England Club. „Unsere Technologiepartnerschaft mit IBM ermöglicht uns genau das: bedeutungsvolle Erlebnisse zu schaffen, die die neuesten Innovationen nutzen, um reichhaltigere Wege zu bieten, unser globales Publikum einzubinden, zu informieren und zu begeistern.“
KI beschleunigt Migration von Inhalten
Für die Migration kam IBM Bob zum Einsatz, ein KI-gestützter Entwicklungsbeschleuniger. Mithilfe einer Wissensgraph-Struktur wurden Beziehungen zwischen den Inhalten modelliert und automatisierte Workflows für die Überführung in die neue Plattform erstellt.
Nach Angaben von IBM konnte dadurch ein Projekt, das üblicherweise mehrere Spezialisten über Monate hinweg beschäftigt hätte, von einem einzelnen Entwickler innerhalb von vier Wochen umgesetzt werden. Die Extraktion der mehr als 15.000 digitalen Assets erfolgte demnach innerhalb von 47 Minuten.
Auch für IBM steht dabei die Verbindung von Nutzererlebnis und operativer Effizienz im Mittelpunkt.
„Unsere Partnerschaft mit dem All England Club geht weit über die Bereitstellung von Spielständen und Statistiken für Website und App hinaus“, sagt Jonathan Adashek, Senior Vice President Marketing und Communications bei IBM. „Die neuen Fan-Erlebnisse in Kombination mit der Modernisierung der Wimbledon-Plattformen durch IBM watsonx und IBM Bob zeigen, wie Organisationen KI nicht nur zur stärkeren Einbindung nutzen können, sondern auch zur Beschleunigung von Innovation und zur Erschließung neuer Effizienzpotenziale im Betrieb.“
Langjährige Technologiepartnerschaft
Die Zusammenarbeit zwischen IBM und dem All England Lawn Tennis Club reicht mehr als 35 Jahre zurück. Seit dem Start der Wimbledon-Website im Jahr 1995 und der mobilen App im Jahr 2009 wurden die digitalen Angebote kontinuierlich erweitert. KI-basierte Funktionen kamen erstmals 2017 hinzu.
Nach Angaben des AELTC führten die digitalen Maßnahmen im Jahr 2025 zu einem Anstieg des Engagements über alle Plattformen hinweg um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Registrierungen für myWIMBLEDON legten im gleichen Zeitraum um 39 Prozent zu.
Die Championships 2026 finden vom 29. Juni bis zum 12. Juli statt. Die neuen Funktionen stehen Fans über den IBM Slamtracker in der Wimbledon App und auf wimbledon.com zur Verfügung.
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