IBM i 7.6 folgt der von IBM publizierten Roadmap etwa alle 3 Jahre ein neues Release von IBM i herauszubringen. Zwischendurch, wie in Version 7 üblich, erscheinen alle 6 Monate Technology Refreshes. Des Weiteren, wie bei der Ankündigung eines neuen Release seit längerem üblich, wird die Entwicklung der n-2 -ten Version, also jetzt 7.4, eingefroren.
Unterstützt wird IBM i 7.6 derzeit nur auf Power10 Modellen mit Firmware Level 1060. Anzunehmen ist, dass auch für die nächste Generation von Systemen der IBM Power Familie, dieses Release zur Verfügung steht.
Quelle: IBMDie Hauptbotschaft für IBM i 7.6 lautet: “Bleiben Sie sicher. Bleiben Sie innovativ”.
Quelle: IBMIBM i 7.6. verfügt über eine integrierte Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und zusätzliche Erweiterungen, um die Sicherheit der IBM i-Plattform zu verbessern. Das macht es Anwendern nun leichter gesetzlicher Vorschriften, wie die DSGVO, einzuhalten.
Zu beachten ist, dass MFA zwar eine wichtige Sicherheitsmaßnahme darstellt, aber die meisten regulatorischen Standards einen breiteren Sicherheitsrahmen erfordern, einschließlich Zugriffskontrollen, Datenverschlüsselung, Audit-Protokollierung und kontinuierlichen Risikobewertungen.
Quelle: IBMWichtige Vorschriften und Standards, die MFA beinhalten oder empfehlen:
Europa & International
- GDPR (General Data Protection Regulation) (EU)
- PSD2 (Revised Payment Services Directive) (EU)
- ISO/IEC 27001 (Global Information Security Standard)
USA
- NIST 800-171 & NIST 800-53 (Government & Contractors)
- CMMC (Cybersecurity Maturity Model Certification) (Defense Contractors)
- GLBA (Gramm-Leach-Bliley Act) (Financial Institutions)
- PCI DSS (Payment Card Industry Data Security Standard) (Payment Processing)
- HIPAA (Health Insurance Portability and Accountability Act) (Healthcare)
Neben MFA gibt es weitere Verbesserungen hinsichtlich Sicherheit. So wird das Sonderrecht *IOSYSCFG ergänzt um die Funktions-ID QIBM_IOSYSCFG_VIEW, die die Möglichkeit zur Definition einer Nur-Lese-Rolle für Informationen bietet, die sonst nur mit *IOSYSCFG eingesehen werden können. Beispielsweise benötigt der Befehl CFGTCP nun entweder die QIBM_IOSYSCFG_VIEW Berechtigung oder *IOSYSCFG. Eine komplette Liste der Erweiterungen kann dem “Memo to User” Dokument entnommen werden.
Für die Anwendungsentwicklung bietet IBM i 7.6 wichtige Verbesserungen für VS Code und “Code for i”, einer bei jungen Entwicklern bekannte und beliebte Entwicklungsplattform. Dazu gehört auch die Integration von Generative AI Plattformen.
Quelle: IBMBezüglich RPG Unterstüzung kamen ebenfalls Neuerungen hinzu:
- Schnelle Formatierung von Free-Format-RPGLE
- Implementierung für Export Prozeduren von Referenzen
- Support für fixed-format RPGLE Referenzen
- Definitionen für fixed und mixed Format RPGLE
- Source Orbit
Quelle: IBMSource Orbit soll helfen die Quellen zu verstehen. Es integriert einen vollständigen Support von Fixed-, Mixed- und Free-Format RPGLE, eine Git-Unterstützung und das QSYS Filesystem.
Es enthält einen Objektbrowser, der Abhängigkeiten betroffene Objekte aufzeigt, Um Dinge von einer physischen Quelldatei in Stream-Dateien zu konvertieren, verfügt Source Orbit über einige integrierte Funktionen, die bei der Aktualisierung der Pfadnamen helfen, um sicherzustellen, dass dieser Prozess ordnungsgemäß durchgeführt wird, und vieles mehr.
Natürlich gibt es, wie in jedem neuen Release oder Technology Refresh, Erweiterungen in der Datenbank. So wird es für die SQL Statements UPDATE und DELETE Erweiterungen geben Mit OLD TABLE, NEW TABLE und FINAL TABLE wird es dann einfacher Änderungen an Tabellen nachvollziehen zu können.
Quelle: IBMDes Weiteren werden künftig auch Wait Times im DB Monitor ausgewiesen.
Quelle: IBMFür die Systemadministration modernisierte IBM die Benutzer-Tools, wie Access Client Solution und den Navigator for i. Ein Großteil der bisher erwähnten Sicherheits-verbesserung sind beispielsweise auch über die Benutzeroberfläche des Navigator for i verfügbar.
Quelle: IBMMit ACS 1.1.9.8 kann man sich im SQL Script Center nun auch die Inhalte von Binärobjekten (BLOB, BINARY, VARBINARY) in Abfrageergebnissen anzeigen lassen.
Quelle: IBMUm mehr und schneller Informationen zu diesen Neuerungen zu erhalten, kann man Scott Forstie’s Blog Einträge auf LinkedIn folgen: https://www.linkedin.com/in/scottforstie/
Zum Schluss sei noch erwähnt, dass IBM plant, ein Redbook zu IBM i 7.6. zu veröffentlichen.
Disclaimer: Alle Bilder wurden IBM Präsentationen entnommen.
Der Autor Ralf Reetmeyer schreibt regelmäßig für den TechKnowLetter.
Ralf Reetmeyer ist Geschäftsführer der UBR Reetmeyer GmbH.
