Die Zahl der Cyber-Angriffe ist im April 2026 weltweit erneut gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Cyber Threat Report von Check Point hervor. Auch in Deutschland nahm die Zahl der Attacken zu. Besonders betroffen bleiben Bildungseinrichtungen, Energieversorger und Telekommunikationsunternehmen.
Nach dem kurzfristigen Rückgang im März ist die Zahl der Cyber-Angriffe im April 2026 wieder gestiegen. Laut dem aktuellen Monthly Cyber Threat Report von Check Point Research registrierten Unternehmen weltweit durchschnittlich 2201 Angriffe pro Woche. Das entspricht einem Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vormonat und acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Auch Deutschland verzeichnete erneut steigende Werte. Die Zahl der wöchentlichen Attacken pro Organisation stieg um vier Prozent auf durchschnittlich 1377. In Österreich fiel der Anstieg mit 17 Prozent deutlich stärker aus, während die Schweiz mit einem Plus von einem Prozent nahezu stabil blieb.
Quelle: Check Point Software Technologies Ltd.Ländern und Regionen im April 2026, inklusive Vorjahresvergleich
Check Point sieht darin ein Zeichen dafür, dass Bedrohungsakteure ihre Kampagnen nach der ruhigeren Phase im März neu ausgerichtet haben.
Energiebranche bleibt besonders betroffen
In Deutschland standen laut Bericht vor allem Energie- und Versorgungsunternehmen im Fokus der Angreifer. Dahinter folgen Bildungseinrichtungen, Bau- und Ingenieurwesen, Telekommunikation sowie Unternehmensdienstleistungen. Weltweit blieb das Bildungswesen mit durchschnittlich 4946 Angriffen pro Organisation und Woche die am stärksten betroffene Branche. Auch Behörden und Telekommunikationsunternehmen gehörten erneut zu den wichtigsten Angriffszielen.
Quelle: Check Point Software Technologies Ltd.Sektoren im April 2026 verglichen mit April 2025
Zudem beobachteten die Analysten einen weiteren Anstieg von Angriffen auf Unternehmen aus Gastgewerbe, Tourismus und Freizeit. Hintergrund seien steigende Transaktionsvolumina und komplexe Lieferketten während der bevorstehenden Reisezeit.
Regional lag Lateinamerika mit durchschnittlich 3364 Angriffen pro Organisation weiterhin an der Spitze. Europa verzeichnete im April durchschnittlich 1848 Attacken pro Woche und damit neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Risiken durch GenAI bleiben hoch
Parallel zu den klassischen Cyber-Angriffen sieht Check Point weiterhin hohe Risiken beim Einsatz generativer KI in Unternehmen. Laut Bericht enthielt jeder 28. GenAI-Prompt potenziell kritische Informationen.
Zudem nutzten Unternehmen im Durchschnitt zehn verschiedene GenAI-Tools parallel. Dadurch entstünden zusätzliche Risiken bei Datenschutz, Governance und Zugriffskontrolle. Nach Angaben des Unternehmens waren 90 Prozent der Organisationen betroffen, die regelmäßig GenAI-Anwendungen einsetzen.
Mehr Ransomware-Angriffe weltweit
Auch die Zahl der öffentlich gemeldeten Ransomware-Vorfälle nahm weiter zu. Im April registrierte Check Point weltweit 707 veröffentlichte Angriffe. Das entspricht einem Anstieg von fünf Prozent gegenüber März und zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Nordamerika blieb mit 46 Prozent aller gemeldeten Fälle die am stärksten betroffene Region. Europa folgte mit 27 Prozent. Deutschland lag hinter den USA auf Platz zwei der am häufigsten betroffenen Länder. Besonders häufig traf es Unternehmen aus den Bereichen Unternehmensdienstleistungen, Konsumgüter sowie industrielle Fertigung.
Fragmentierte Ransomware-Landschaft
Die Ransomware-Szene bleibt laut Check Point stark fragmentiert. Insgesamt wurden im April 56 unterschiedliche Gruppen identifiziert. Die aktivste Gruppe war Qilin mit 15 Prozent aller veröffentlichten Angriffe. Dahinter folgten The Gentlemen und DragonForce. Patrick Fetter, Lead Sales Engineer & Cyber Security Evangelist bei Check Point, fasst die Erkenntnisse zusammen:
„Die Zahlen für April zeigen, dass die Verlangsamung im März nur vorübergehend war. Cyberkriminelle sind auch weiterhin hochgradig professionalisiert und anpassungsfähig. Sie verlagern Ziele und Zeitpunkte der Attacken, werden flexibler und unnachgiebiger.
Dazu steigt die Zahl der Ransomware-Angriffe weiter an und all das passiert während Unternehmen sich in einer transformativen Phase befinden, die von der Integration von GenAI in den täglichen Arbeitsabläufen geprägt ist.
Sicherheitsverantwortliche müssen daher davon ausgehen, dass Cyber-Risiken kontinuierlich bestehen und auf Prävention, Governance und KI-gestützte Sicherheit setzen, die Bedrohungen stoppen kann, bevor sie Schaden anrichten.“
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