Externe Zugriffe auf das Unternehmensnetzwerk gehören heute zum Alltag. IT-Verantwortliche regulieren diese so gut wie möglich – unter anderem mit Lösungen für Vendor Privileged Access Management. Doch das reicht nicht aus, wie eine internationale Studie von Ponemon Institute und Imprivata zeigt: 50?Prozent der Befragten berichten von Cyberangriffen über die Lieferkette. Um solche Schwachstellen wirksam zu schließen, empfiehlt sich ein Zero-Trust-Ansatz mit passwortlosem Zugang. Dieser lässt sich schrittweise in vier Phasen einführen.
47?Prozent der Befragten sehen die Zugriffe Externer als größte Angriffsfläche ihrer IT. Diese Einschätzung basiert auf Erfahrung: Laut Ponemon-Studie hatten Cyberangriffe über externe Zugangsberechtigungen oft schwerwiegende Folgen. In Deutschland berichten die Befragten am häufigsten von Datenverlust oder Datendiebstahl (55?Prozent), Geldstrafen (47?Prozent) und geschädigten Geschäftsbeziehungen (45?Prozent).
VPAM-Lösungen reichen nicht aus
Aufgrund der Studie könnte der Eindruck entstehen, dass das Access-Management Externer vernachlässigt wird. Doch daran liegt es nicht: Der Zugriff Externer genießt höchste Priorität. Das gaben 47 Prozent der Befragten an. Unternehmen von 77 Prozent der Befragten setzen eine Vendor-Privileged-Access-Management-Lösung (VPAM) ein. Mit einer VPAM-Lösung wird geregelt, wie der Zugriff eines Externen erfolgen darf und welche Rechte er im Netzwerk hat. Und dennoch sind nur 52 Prozent der Befragten aus Unternehmen, die VPAM nutzen, davon überzeugt, dass sie den Missbrauch von privilegierten Zugängen Externer wirksam verhindert.
Zugriffsverwaltung ist zu aufwendig
rei zentrale Faktoren behindern eine wirksame Zugriffsverwaltung – und lassen sich nicht ohne Weiteres aus dem Weg räumen. In vielen IT-Abteilungen fehlt schlicht die Zeit, um potenzielle Einfallstore für Cyberangriffe zu schließen – das bestätigen 38?Prozent der befragten IT-Verantwortlichen in Deutschland. Für 59?Prozent sind die gesetzlichen Vorgaben und Compliance-Richtlinien zu komplex. Auch beim Zugriff Externer hapert es: 47?Prozent der Befragten sehen hier unzureichende Kontrolle. Und 27?Prozent nennen fehlende finanzielle Mittel und Ressourcen als Hürde für ein effektives Access-Management.
Perspektive: Gefahrenlage bleibt
Die Analyse der Ursachen ist schon deshalb frustrierend, weil die befragten IT-Verantwortlichen wenig zuversichtlich sind, dass sich die Bedrohungslage bessert. Im Gegenteil: 68 Prozent der Befragten erwarten, dass die Zahl der Sicherheitsverletzungen durch Externe in den nächsten zwölf bis 14 Monaten zunehmen oder gleichbleiben wird. Worin liegt also die Lösung für das Dilemma?
Zero-Trust-Konzept für absolute Zugangskontrolle
Zero-Trust-Konzepte verlagern die IT-Sicherheit gezielt ins Backend. Sie setzen auf präzise Identitätsprüfungen bei Authentisierung und Authentifizierung – unabhängig davon, ob der Zugriff intern oder extern erfolgt. Jeder Zugriff wird kontrolliert. Passwortlose Logins gehören ebenso dazu wie eine rollenbasierte Zugriffsteuerung: Mitarbeitende und Externe erhalten nur Zugriff auf die Daten und Anwendungen, die sie tatsächlich benötigen. Wird ein Konto kompromittiert, bleibt der Schaden auf den zugewiesenen Bereich begrenzt.
Die passwortlose Authentifizierung wird in der Regel in mehreren Phasen eingeführt.
- Im ersten Schritt führen Unternehmen Single Sign-On mit starker, initialer Zwei-Faktor-Authentifizierung ein. Nach der einmaligen Anmeldung erhalten Nutzer Zugang zu allen freigegebenen Systemen und Anwendungen.
- Im zweiten Schritt rollen sie passwortlose Anmeldungen gezielt für kritische Anwendungen aus. Dabei kombinieren sie berührungslose Authentifizierung – etwa per Gesichtserkennung, Fingerabdruck oder Iris-Scan – mit Multi-Faktor-Authentifizierung. Ergänzend kommen FIDO-Sicherheitsschlüssel zum Einsatz. Beide Methoden sind resistent gegen Phishing und erhöhen das Sicherheitsniveau deutlich. Zugleich greifen Unternehmen auf Privileged Access Management zurück, um besonders sensible Zugriffe gezielt zu steuern.
- Im dritten Schritt setzen sie auf Tokens und biometrische Verfahren. Die Passwortrichtlinien überwacht das System automatisch über SSO und passt Passwörter bei Bedarf selbstständig an – ohne Eingriff der Nutzer.
- Im vierten Schritt werden alle Anwendungen in Single Sign-On integriert. Dabei werden Authentifizierungsstandards wie OAuth (OpenAuthentication) oder OIDC (OpenID Connect) unterstützt.
Wasserdichtes Access Management
Passwortlose und Multifaktor-Authentifizierung realisieren im Rahmen eines Zero-Trust-Konzepts ein hohes Sicherheitsniveau für die Lieferkette und interne Zugriffe. Auch wenn es keinen hundertprozentigen Schutz vor Cyberangriffen gibt, so ist doch zumindest durch passwortloses Access-Management eine zentrale Schwachstelle beim Zugriff Externer beseitigt.
Quelle: Imprivata GmbH
