Die T Cloud Public entwickelt sich nach Einschätzung der Timetoact Group zu einer ernsthaften Alternative zu den großen US-Hyperscalern. In einem aktuellen Cloud-Assessment bewertet der IT-Dienstleister verschiedene Anbieter anhand von rund 100 Kriterien. Dabei sehen die Analysten Fortschritte bei Funktionen und Skalierbarkeit, identifizieren jedoch auch Schwächen – etwa im Bereich generativer KI. Für Behörden und regulierte Branchen könnten europäische Anbieter dennoch zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Die T Cloud Public entwickelt sich nach Einschätzung der Timetoact Group zu einem ernsthaften Wettbewerber für etablierte Cloud-Plattformen wie AWS, Microsoft Azure und Google Cloud. Grundlage dieser Einschätzung ist ein aktuelles Cloud-Assessment des IT-Dienstleisters, das als Entscheidungshilfe für Behörden und Unternehmen konzipiert wurde.
Im Rahmen der Analyse werden verschiedene Cloud-Plattformen anhand von rund 100 Kriterien verglichen. Dazu zählen technische Funktionen ebenso wie Sicherheits- und Governance-Aspekte. Laut Timetoact zeigt sich dabei, dass sich die T Cloud Public in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt hat.
„Die T Cloud Public ist auf dem besten Weg, ihrem Anspruch ‚Hyperscaler-Power mit europäischer Souveränität´ gerecht zu werden“, sagt Heinz-Peter Steiner, Leiter des Sektors Öffentliche Verwaltung bei der Timetoact Group.
Quelle: © Heinz-Peter SteinerFunktionsumfang wächst – Schwächen bleiben
In der Gegenüberstellung mit anderen Cloud-Plattformen hebt Timetoact mehrere Stärken hervor. Dazu zählen eine breite Auswahl an Instanz-Varianten, darunter Shared- und Dedicated-Optionen, sowie Funktionen wie Auto Scaling für Virtual Machines und integrierte Cloud Firewalls.
Auch die Unterstützung zahlreicher Enterprise-Open-Source-Technologien für Compute- und Datenbankdienste sowie Multi-Region-Support zählen laut Assessment zu den positiven Merkmalen. Zudem sehen die Analysten erste Ansätze für Serverless-Architekturen.
Gleichzeitig weist das Assessment auch auf bestehende Lücken hin. So fehlt derzeit beispielsweise ein GenAI-Model-as-a-Service-Angebot. Kritisch sehen die Experten außerdem teilweise hohe Egress-Kosten, eine stärker lokal ausgerichtete Infrastruktur sowie Preisstrukturen, die in einigen Bereichen bereits das Niveau der großen Hyperscaler erreichen.
Dennoch sieht Timetoact die Plattform auf einem klaren Entwicklungspfad.
„Die T Cloud Public ist ein ernstzunehmender europäischer Cloud-Player, der sichtbar gereift ist und sich ohne Weiteres in den Reigen der führenden Player OVHcloud, StackIT und IONOS Cloud einreiht. Wenn der angekündigte Funktionsausbau Ende des Jahres vollständig vollzogen ist, dürfte die T Cloud Public in vielen Einsatzgebieten endgültig auf Augenhöhe mit den US-Hyperscalern mithalten können“, so Steiner.
Digitale Souveränität als strategischer Faktor
Vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen an digitale Souveränität, Datenschutz und Resilienz empfiehlt Timetoact Organisationen, ihre Cloud-Strategien regelmäßig zu überprüfen.
„Die Auswahl an leistungsfähigen europäischen Alternativen wächst. Gerade öffentliche Einrichtungen und regulierte Branchen profitieren davon, mehrere Optionen objektiv zu vergleichen und ihre Cloud-Entscheidung auf belastbare Kriterien zu stützen“, sagt Steiner. Er ergänzt: „Die T Cloud Public ist seit ihrem Debut als Open Telekom Cloud vor zehn Jahren zu einem relevanten Player gereift, um den US-Anbietern Paroli zu bieten.“
Allerdings sieht Timetoact derzeit keine kurzfristige Verschiebung der Marktverhältnisse. AWS, Microsoft Azure und Google Cloud dominieren weiterhin den Markt und vereinen laut Einschätzung des Unternehmens rund zwei Drittel des deutschen Cloud-Geschäfts auf sich.
Europäische Anbieter im Wettbewerb
Nach Angaben der Timetoact Group ist der Anteil deutscher Cloud-Anbieter in den vergangenen zehn Jahren sogar deutlich zurückgegangen – von rund 30 Prozent auf etwa 15 Prozent.
Als Gründe nennt das Unternehmen vor allem die massiven Investitionen, Skaleneffekte, Innovationsgeschwindigkeit und das breite Serviceportfolio der US-Hyperscaler. Diese Faktoren hätten einen Vorsprung geschaffen, der kurzfristig kaum aufzuholen sei.
„Die massiven Investitionen, die Skaleneffekte, die technologische Innovationskraft und das breite Serviceportfolio haben den US-Unternehmen einen Vorsprung verschafft, der auf lange Zeit schwer einholbar sein wird. Es wäre im Sinne der digitalen Souveränität aber wünschenswert, wenn zumindest die Öffentliche Hand eine Vorreiterrolle übernimmt und bewusst auf europäische Provider setzt“, sagt Steiner.
Vergleich von Cloud-Plattformen
Das Cloud-Assessment der Timetoact Group vergleicht mehrere internationale und europäische Cloud-Anbieter. Berücksichtigt werden derzeit AWS, Microsoft Azure, Google Cloud, OVHcloud, StackIT, IONOS, Scaleway sowie die T Cloud Public.
Die Analyse deckt unter anderem Bereiche wie Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen, Speicherlösungen, Managed Databases, Big-Data-Dienste, Orchestrierung und Virtualisierung ab. Darüber hinaus fließen regulatorische Zertifizierungen sowie Technologien wie künstliche Intelligenz, Machine Learning und Quantum Computing in die Bewertung ein.
Ergänzend enthält das Assessment auch Kostenindikatoren, die Unternehmen bei wirtschaftlichen Bewertungen ihrer Cloud-Strategie unterstützen sollen.
Weitere Informationen zur Timetoact Group finden Sie hier.
