Die Zeiten ändern sich – wie oft haben wir das in den nunmehr mehr als 35 Jahren der AS/400 Welt erfahren müssen oder dürfen! Die stetig wachsenden Datenmengen, die kaum noch vorhandenen Downzeiten, Sicherheitsaspekte und vieles mehr fordern uns im Betrieb der Systeme. Datensicherungen sind ein Muss in jedem seriösen Umfeld. Täglichen Sicherungen, periodische Sicherungen, mit den uns zur Verfügung stehenden nativen Datensicherungsbefehlen (und natürlich den Pendants zur Wiederherstellung) oder mittels BRMS haben alle das Ziel, sensible Daten zu schützen und unsere Systeme für den Fall der Fälle wiederherstellen zu können.
Externe Plattensysteme haben in vielen Systemlandschaften Einzug gehalten und stellen die große Anzahl an Speicherbedarf für IBM i Systeme auf speziellen externen Plattensystemen zur Verfügung. Und auch die Cloud – vielseits genannt und genutzt – kommt hier mit in das Spiel: IBM Cloud Object Storage bildet die Grundlage für die Sicherungen von System i Daten in der Cloud. Datensicherungen sind indes auch heute noch im Wesentlichen auf Bandlaufwerken angesiedelt. Als Alternative dazu bietet IBM auch die Option, dass wir Datensicherungen auf virtuellen optischen Images auf NFS-Servern ablegen können.
Die Verwendung von solchen NFS-Servern zusammen mit Datensicherungsszenarien sollte wohl überlegt sein, gilt es doch, zu verschiedenen Wiederherstellungsmöglichkeiten immer die richtigen Sicherungsverfahren verwendet zu haben. Gerade ein kompletter Systemaufbau inklusive Betriebssystemwiederherstellung kann bei externen Sicherungsablagen eine Herausforderung sein. Prüfen Sie deshalb immer, welcher Aufwand für die einzelnen Wiederherstellungsschritte erforderlich ist und ob sich die Datensicherungsmethode für diesen Zweck eignet. Manchmal sind Bänder oder lokal an das System i anzuschließende Wiederherstellungseinheiten dann doch die bessere Wahl. Aber es gibt natürlich eine Vielzahl an Optionen, für die sich der Einsatz einer NFS-Sicherungsstrategie anbietet – temporäre Sicherungen, Sicherungen von nicht zu großen Umgebungen, Sicherungskopien etc. sind gute Beispiele für NFS-Sicherungen.
Wichtige Faktoren bei der Überlegung, seine Daten in der NFS oder Cloud Welt zu sichern, sind Sicherheit, Leitungsgeschwindigkeit und die Datenmenge. Verschlüsselungen, wie sie eigentlich generell auch für Datensicherungen zu empfehlen sind, werden leider nicht direkt geboten. Lediglich die verschlüsselte Tunnelkonfiguration ist hier nutzbar. Mit dieser Ausgabe möchte ich Ihnen einen ersten Einblick in die Einrichtung von NFS-Datensicherungen von IBM i Komponenten geben. Damit haben wir dann unter anderem auch die ersten Teilschritte für die Nutzung von IBM Cloud Object Storage getätigt.
Die Voraussetzungen sind ein möglichst aktuellen IBM i Release und ein aktueller PTF-Stand.Wir benötigen einen beliebigen NFS-Server, der sowohl als ferner IBM i NFS Server konfiguriert, aber durchaus auch als Nicht-IBM-i NFS aufgesetzt sein kann. Neben der Einrichtung einer virtuellen optischen Einheit müssen wir zudem die SST LAN Einstellungen prüfen bzw. diese auf die notwendigen Einstellungen hin ändern.
Da der NFS-Server sowohl auf der Basis eines System i, aber auch auf Basis eines anderen Betriebssystems aufgesetzt werden kann, verweise ich hier lediglich auf die grundsätzlichen Voraussetzungen für einen NFS Server:
- NFS-Version 3
- Verwendung des UDP-Protokolls
- Benennung der Datei als „VOLUME_LIST“
- Dateien müssen in dem NFS-Verzeichnis wie die Image Dateien abgelegt werden
Die Anforderungen an den NFS-Client:
- IBM i muss über eine IP-Adresse im Version 4 Bereich verfügen
- Das NFS-Serververzeichnis muss gemapped werden
- Für den Zugriff muss im SST eine separate LAN-Schnittstelle definiert werden
- Es muss auf Seiten des System i eine virtuelle optische Einheit 632B-003 konfiguriert werden.
Schauen wir uns nun die Schritte für die Einrichtung des NFS-Clients auf System i an. Für die Einrichtung empfiehlt sich der QSECOFR oder ein vergleichbares Benutzerprofil. Beginnen wir mit der Konfiguration der SST LAN Schnittstelle. Dazu starten wir in der 5250 Sitzung das SST mit dem Befehl STRSST.
Quelle: ZeigNach dem Einloggen wählen wir die Option 8 aus:
Quelle: ZeigIn der Folgeanzeige betätigen wir die Befehlstaste F5
Quelle: ZeigIn der nächsten Anzeige können wir sehen, ob es gegebenenfalls bereits eine SST LAN Adresse gibt. Prüfen Sie den Eintrag in dem Feld „Internet address“. Ist dieser, wie in der Beispielanzeige, leer, dann müssen wir zunächst eine freie IP-Adresse für den SST Bereich festlegen.
Quelle: ZeigSollten hier noch keine IP konfiguriert sein, dann müssen wir, für den Fall, dass der Adapter derselbe ist, über dem den auch das IBM i LAN laufen, letzteres beenden, bevor die hier zu hinterlegte IP-Adresse konfiguriert werden kann.
In dem Fall geben wir den Befehl GO CFGTCP ein und geben in der Folgeanzeige für die IP-Adresse die Auswahl 9 zum Beenden ein – ACHTUNG: das darf natürlich nur dann gemacht werden, wenn über diese Adresse keine Tätigkeiten ausgeführt werden!
Quelle: ZeigErst wenn die IBM i LAN-Schnittstelle beendet ist, kehren wir wieder in das SST zurück, melden uns an, tätigen die Auswahl 8. Hier wählen wir nun die Befehlstaste F13 (Select STS LAN Adapter). Sollte in der Folgeanzeige kein verfügbarer (freier LAN-Adapter) aufgelistet werden, dann betätigen Sie die F21.
Quelle: ZeigIn der nächsten Anzeige sollte nun ein verwendbarer Adapter angezeigt werden.
Quelle: ZeigDen Adapter wählen wir hier mit der Option 1 aus. Jetzt öffnet sich die Verwaltungsanzeige für die Konfiguration des STS LAN Adapters. Hier geben Sie nun die eindeutige IP-Adresse, das Gateway und die Subnetzmaske ein.
Quelle: ZeigSpeichern Sie die Eingaben mit dem Betätigen der Taste F7 ab! Betätigen Sie die Taste F17. Verlassen Sie nun diesen Bereich und Starten Sie anschließend auch wieder die lokale IBM i IP-Adresse.
Nach der Basiseinrichtung des NFS-Servers bereiten wir dort das erforderliche Verzeichnis für unsere IBM i Sicherung vor.
- Erstellung eines Verzeichnisses
MKDIR ‚/backup‘
Anmerkung: Natürlich können Sie als Namen jeden beliebigen Namen verwenden! - Mounten des NFS Server Verzeichnisses zu einem IBM i Verzeichnis: (als IP-Adresse die NFS Server IP angeben!)
MOUNT TYPE(*NFS) MFS(‘12.15.5.10:/backup’) MNTOVRDIR(‘/backup’) - Jetzt müssen wir die benötigen IBM i Images erstellen. Dazu starten wir die PASE-Umgebung und geben in der 5250 Befehlseingabezeile den folgenden Befehl ein: CALL QP2TERM.
- Zunächst erstellen wir in Verzeichnis für die virtuellen Image Dateien
mkdir /backup/ASZEBIS/images - Nun wechseln wir in das soeben erstellte Verzeichnis:
cd /backup/ASZEBIS/images - Nun gilt es, die benötigten Image-Dateien zu erstellen. Diese müssen zwingend vor der Datensicherung in ausreichender Menge / Größe vorbereitet werden. Ein nachträgliches Hinzufügen wird nicht unterstützt! In dem Beispiel erzeugen wir 2 Images mit jeweils 20 GB. Warten Sie zwingend auf die Meldung, dass jedes einzelne Image erstellt wurde! In dem Beispiel verwende ich die freien Bezeichnungen „IMAGE0x.ISO“.
dd if=/dev/zero of=IMAGE01.ISO bs=1M count=20000 (auf Fertigstellung warten!!)
dd if=/dev/zero of=IMAGE02.ISO bs=1M count=20000 (auf Fertigstellung warten!!)
Bei Bedarf weitere Images erstellen!
Nun legen wir eine Datei mit dem Namen VOLUME_LIST an:
echo 'IMAGE01.ISO W' >> VOLUME_LIST
echo 'IMAGE02.ISO W' >> VOLUME_LIST
Hier sind alle IMAGES zuzufügen.
- Nun prüfen wir die Liste:
cat VOLUME_LIST
Die Anzeige sollte nun als Ergebnis Folgendes liefern:
Quelle: ZeigDamit sind nun die Vorarbeiten in der Form der Anlage der Images abgeschlossen. Sie können nun PASE verlassen. Jetzt definieren wir die Einheitenbeschreibung für die virtuelle optische Einheit.
Geben Sue als RMTINTNETA die IP-Adresse des NFS Servers ein.
CRTDEVOPT DEVD(NFSDEV01) RSRCNAME(*VRT) LCLINTNETA(*SRVLAN)
RMTINTNETA('12.15.5.10) NETIMGDIR('/backup/ASZEBIS/images')
Als NETIMGDIR geben Sie das von Ihnen benannte Verzeichnis an.
Prüfen wir die Konfiguration unserer Datensicherungseinheit:
VRYCFG CFGOBJ(NFSDEV01) CFGTYPE(*DEV) STATUS(*ON)
Quelle: ZeigNun müssen wir noch den Image Katalog in die optische Einheit laden – ersetzen Sie hier bei Bedarf die Anzahl der Images in dem Parameter IMGCLGIDX und wiederholen Sie die Eingaben LODIMGCLG und INZOPT für jeden zuvor angelegten Eintrag!
LODIMGCLGE IMGCLG(*DEV) IMGCLGIDX(2) DEV(NFSDEV01)
INZOPT NEWVOL(IVOL02) DEV(NFSDEV01) CHECK(*NO)
LODIMGCLGE IMGCLG(*DEV) IMGCLGIDX(1) DEV(NFSDEV01)
INZOPT NEWVOL(IVOL01) DEV(NFSDEV01) CHECK(*NO)
Damit sind die Vorbereitungen für eine einfache IBM I Sicherung mit einem NFS-Server soweit abgeschlossen.
Jetzt können wir die gewohnten nativen IBM i Sicherungsbefehle (zum Beispiel SAVLIB oder SAVOBJ) verwenden. Dort müssen wir dann als Einheit, die hier konfigurierte optische Einheit angeben.
Dieser Artikel wurde in der Vergangenheit von Jörg Zeig geschrieben und im TechKnowLetter veröffentlicht.
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