Die Anforderungen an CIOs steigen, während der finanzielle Spielraum vieler Unternehmen begrenzt bleibt. Laut einer aktuellen Lünendonk-Studie erhöhen dennoch 55 Prozent der befragten Unternehmen 2026 ihr IT-Budget. Investitionen fließen vor allem in Cyber Security und IT-Modernisierung. Gleichzeitig entwickelt sich KI zum festen Bestandteil der Unternehmens-IT und rückt bei Investitionsentscheidungen stärker unter Wirtschaftlichkeitsdruck.
CIOs müssen derzeit mehrere Herausforderungen gleichzeitig bewältigen: knappe Budgets, neue Anforderungen aus den Fachbereichen, technologische Veränderungen und historisch gewachsene IT-Landschaften. Künstliche Intelligenz und KI-Agenten kommen als weitere Komponente hinzu und sollen dazu beitragen, Prozesse effizienter oder grundlegend neu zu gestalten sowie neue Anwendungen zu entwickeln.
Für 2026 und 2027 konzentrieren sich die Investitionen laut der Lünendonk-Studie 2026 „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“ insbesondere auf Cyber Security, IT-Modernisierung, digitale Souveränität und die Befähigung von Mitarbeitern im Umgang mit neuen Technologien. Trotz der angespannten Konjunkturlage wollen 55 Prozent der befragten Unternehmen ihr IT-Budget erhöhen.
Cyber Security nimmt dabei die Spitzenposition ein. 92 Prozent der befragten Unternehmen planen, in den kommenden zwei Jahren verstärkt in diesen Bereich zu investieren. Als Treiber nennt die Studie neben steigenden regulatorischen Anforderungen insbesondere neue KI-basierte Angriffsmethoden.
Modernisierung bleibt weit oben auf der CIO-Agenda
Auch die Erneuerung bestehender IT-Landschaften bindet weiterhin erhebliche Ressourcen. 74 Prozent der CIOs forcieren laut Studie die IT-Modernisierung, weil historisch gewachsene Systeme künftige Anforderungen nicht mehr ausreichend erfüllen.
Weitere Investitionsfelder zeigen, wie breit die aktuelle CIO-Agenda aufgestellt ist. 70 Prozent setzen verstärkt auf Trainings und Weiterbildungen zu digitalen Technologien. Digitale Souveränität und Systemintegration erreichen jeweils 69 Prozent. Data & Analytics folgen mit 66 Prozent, Künstliche Intelligenz mit 64 Prozent.
Damit treffen klassische Modernisierungsaufgaben auf neue Anforderungen rund um Daten und KI. Vor allem Künstliche Intelligenz verändert nach Einschätzung der befragten IT-Verantwortlichen inzwischen mehrere Bereiche der Unternehmens-IT.
KI erreicht Softwareentwicklung, Security und Support
83 Prozent der Befragten sehen großes KI-Potenzial in der Softwareentwicklung, 80 Prozent in der Cyber Security. Auch im IT-Support sind die Erwartungen hoch: Sieben von zehn Unternehmen wollen KI unter anderem einsetzen, um Tickets automatisiert zu bearbeiten und Prozesse effizienter zu gestalten. Bei der IT-Modernisierung sehen 52 Prozent entsprechendes Potenzial.
Dabei verschiebt sich der Schwerpunkt zunehmend von Pilotprojekten hin zum produktiven Einsatz.
Mario Zillmann, Studienautor und Senior Partner bei Lünendonk, beschreibt diese Entwicklung so:
„KI wird in den nächsten Jahren zum festen Bestandteil der Unternehmens-IT und übernimmt abhängig von Betriebsrelevanz und Komplexität der Prozesse zunehmend autonome Aufgaben. Aktuell sind Unternehmen vor allem beschäftigt, ihre Pilotprojekte in den Produktivbetrieb zu überführen und zu skalieren – bei gleichzeitig steigenden Token-Kosten. KI-Investitionen werden daher stärker auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft und enger gesteuert.“
Mit der Skalierung wächst auch der Kostendruck. Neben klassischen Lizenzkosten werden insbesondere Token-Kosten und verbrauchsabhängige Abrechnungsmodelle zu Faktoren bei der Planung von IT-Ausgaben.
Höhere Budgets bedeuten nicht automatisch mehr Spielraum
Insgesamt erhöhen 55 Prozent der befragten Unternehmen 2026 ihr IT-Budget. Bei 16 Prozent fällt der Zuwachs mit mehr als zehn Prozent vergleichsweise deutlich aus. Dennoch ist der finanzielle Spielraum laut Lünendonk geringer als noch vor zwei Jahren. Kosteneinsparungsprogramme und die schwierige Wirtschaftslage dämpfen die Investitionsbereitschaft.
Damit stehen CIOs vor der Aufgabe, steigende technologische und organisatorische Anforderungen innerhalb begrenzter finanzieller Möglichkeiten abzudecken. Gleichzeitig müssen zusätzliche Kosten durch Lizenzen, KI-Nutzung und verbrauchsabhängige Modelle berücksichtigt werden.
Tobias Ganowski, Co-Autor und Senior Consultant bei Lünendonk, erwartet deshalb einen stärkeren Fokus auf die Wirkung der eingesetzten Mittel:
„Um das Maximum aus den zur Verfügung stehenden Mitteln herauszuholen, werden CIOs ihre Anstrengungen verstärken, mehr Wirkung aus dem zur Verfügung stehenden Budget zu erzielen. KI wird dabei eine zentrale Rolle spielen.“
Mehr als 300 Unternehmen und IT-Dienstleister befragt
Für die Lünendonk-Studie 2026 „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“ wurden mehr als 100 IT-Dienstleister sowie über 200 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand, Großunternehmen und Konzernen befragt. Die Untersuchung enthält zudem Sonderkapitel zum IT-Mittelstand und zu führenden internen IT-Dienstleistern.
Die Studie entstand in fachlicher Zusammenarbeit mit Arvato Systems, BWI, conet, Datagroup, Ewerk, OEDIV und q.beyond und wird von Lünendonk kostenfrei zur Verfügung gestellt.
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