Eine aktuelle Bitkom-Studie (März 2026) zeigt: 41 Prozent der deutschen Unternehmen ab 20 Beschäftigten nutzen bereits KI – vor einem Jahr waren es erst 17 Prozent. Weitere 48 Prozent planen den Einsatz oder diskutieren darüber. Für drei Viertel der KI-Nutzer hat sich die Wettbewerbsposition dadurch verbessert, 52 Prozent berichten von einem messbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg. Doch trotz dieser Fortschritte: 61 Prozent der Unternehmen schöpfen ihr Datenpotenzial kaum oder gar nicht aus – und für jedes zweite Unternehmen ist die Digitalisierung schwer zu bewältigen. 13 Prozent sehen durch sie sogar ihre Existenz bedroht – doppelt so viele wie noch im Vorjahr.
Die Bitkom-Zahlen belegen eindrucksvoll, dass KI in der deutschen Wirtschaft angekommen ist. Wer es konsequent angeht, profitiert messbar. Doch ein zentraler Befund der Studie alarmiert: Sechs von zehn Unternehmen nutzen ihr Datenpotenzial kaum oder gar nicht. Das ist kein technisches Problem, sondern ein strukturelles. Wer keine saubere, integrierte Datenbasis hat, wird KI nie über den Piloten hinausbringen.
Genau hier liegt die Chance für Fertigungsunternehmen im Mittelstand: Der Datenschatz steckt nicht in der Cloud, sondern im ERP-System – in Produktionsdaten, Lagerbeständen, Lieferkettenprozessen und Energieverbrauchswerten. Diese Daten sind vorhanden, sie sind nur nicht aktiviert. Unternehmen, die ihre operative Datenbasis gezielt mit KI verknüpfen, sehen die Ergebnisse sofort: kürzere Durchlaufzeiten, optimierte Lagerreichweiten, bessere Liefertreue.
Die Studie zeigt auch: 66 Prozent der KI-Nutzer wollen den Einsatz weiter ausbauen. Der richtige Ansatz ist nicht, immer neue Pilotprojekte zu starten, sondern bestehende KI-Anwendungen systematisch in die Breite zu bringen. Dafür braucht es keine jahrelangen Custom-Entwicklungen, sondern vorpaketierte KI-Lösungen, die direkt am Kern der betrieblichen Wertschöpfung ansetzen. Unsere Kunden zeigen, dass es funktioniert: emz Hanauer optimierte über 1.000 Teile mittels KI-gestützter Bestandsplanung, INOTEC steigerte die Liefertreue von 86 auf 96 Prozent – nicht durch Experimente, sondern durch systematische Umsetzung.
Das eigentliche Trennmerkmal zwischen Vorreitern und Nachzüglern ist also nicht das Budget und nicht die Unternehmensgröße – es ist die Bereitschaft, KI dort einzusetzen, wo die Daten und das Prozesswissen bereits vorhanden sind: in den Fachabteilungen, im ERP, im operativen Kern des Unternehmens. Wer das jetzt angeht, wird zu den 77 Prozent gehören, die ihre Wettbewerbsposition durch KI verbessert haben. Die anderen laufen Gefahr, den Anschluss endgültig zu verlieren.
Ein Kommentar von Michael Wintergerst, Chief AI Officer bei Proalpha.
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