Die führenden mittelständischen IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland mussten 2024 ein deutlich schwächeres Wachstum hinnehmen als in den Vorjahren. Laut der aktuellen Lünendonk-Liste 2025 lag die durchschnittliche Umsatzsteigerung bei lediglich 2,2 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren lag das durchschnittliche Wachstum noch bei rund 10 Prozent pro Jahr.
Hauptgründe für die Verlangsamung sind laut Lünendonk unter anderem Kostensparprogramme der Kunden, Verzögerungen bei Digitalisierungsprojekten sowie eine zunehmende Lieferantenkonsolidierung. Gleichzeitig leidet die Branche unter einer starken Abhängigkeit von der Automobilindustrie, deren aktuelle Krise nicht vollständig durch eine Verlagerung auf andere Branchen kompensiert werden konnte.
Veränderungen im Ranking
Den ersten Platz der aktuellen Rangliste belegt Allgeier mit einem Umsatz von 403,0 Millionen Euro (exklusive Allgeier Experts). Die Aufnahme von Allgeier in das Segment IT-Beratung und Systemintegration führt zu einer Verschiebung im Ranking. Conet folgt mit 303,2 Millionen Euro auf Platz zwei – trotz eines beeindruckenden Wachstums von 17,5 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen SNP (254,0 Mio. €), Senacor (252,3 Mio. €) und init (210,5 Mio. €).
Weitere Unternehmen mit zweistelligem Wachstum sind unter anderem TNG (+13,1 %) und PPI (+14,6 %), die sich von Rang 17 auf 15 verbessern. Mait, codecentric und Infomotion klettern jeweils um zwei Ränge. Neu im Ranking ist AdEx auf Platz 25 mit einem Umsatz von 65,2 Millionen Euro.
Cloud-Transformation fordert Neupositionierung
Viele mittelständische IT-Dienstleister müssen ihre strategische Ausrichtung überdenken. Tobias Ganowski, Consultant bei Lünendonk, beschreibt die Situation so: „In wirtschaftlich schlechten Zeiten setzen Unternehmen auf Kostendisziplin, was dazu führte, dass vor allem Softwareentwicklungsprojekte gestoppt oder verschoben wurden. Darüber hinaus stellen wir fest, dass immer mehr Unternehmen bei ihrer digitalen Transformation auf Standard-Software und Software as a Service setzen, wodurch die Nachfrage nach Individualsoftware zurückgeht. Da viele mittelständische IT-Dienstleister einen Schwerpunkt in der Individualsoftwareentwicklung haben, sind sie nun gefordert, sich sehr intensiv mit den Auswirkungen der Cloud-Transformation auf ihr Geschäftsmodell auseinanderzusetzen.“
Positiver Ausblick für 2025 und 2026
Trotz der aktuellen Herausforderungen blicken die Unternehmen optimistisch in die Zukunft. Für 2025 wird ein Umsatzplus von 7,2 Prozent erwartet, für 2026 sogar von 9,6 Prozent.
Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk, erläutert: „In der Erwartung auf ein Anziehen der Konjunktur sollen die Umsätze wieder deutlich stärker steigen. Als digitales Rückgrat vieler mittelständischer Kunden erwarten sie daher wieder eine steigende Nachfrage – insbesondere nach Cloud-Transformation, Beratungs- und Umsetzungsleistungen im Bereich Data & AI, Cyber Security Services und Managed Services.“
Lünendonk-Studie liefert Markteinblicke
Die Lünendonk-Liste 2025 ist Teil der umfassenden Lünendonk-Studie „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“, die ab Ende Juli 2025 kostenfrei verfügbar sein wird. Befragt wurden mehr als 100 IT-Dienstleister sowie rund 150 IT-Verantwortliche aus Mittelstand, Konzernen und Großunternehmen. Die Studie bietet detaillierte Marktzahlen und Einschätzungen für die strategische Planung von Anbietern und Kunden.
