Die deutsche Zeitarbeitsbranche sieht laut der aktuellen Lünendonk-Studie die Talsohle erreicht. Nach rückläufigen Umsätzen im Jahr 2025 rechnen die führenden Anbieter wieder mit Wachstum. Gleichzeitig prägen Restrukturierungen, Konsolidierung und Digitalisierung den Markt. Besonders die Nachfrageentwicklung der Industrie bleibt ein zentraler Faktor für die Branche.
Die führenden Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland blicken nach einem schwierigen Geschäftsjahr wieder optimistischer auf die kommenden Jahre. Laut der Lünendonk-Studie 2026 gingen die Umsätze der 25 größten Anbieter für Arbeitnehmerüberlassung im Jahr 2025 im Durchschnitt um 7,0 Prozent zurück. Für 2026 erwarten die Unternehmen jedoch wieder ein durchschnittliches Wachstum von 6,3 Prozent.
Auch für 2027 rechnen die Studienteilnehmer mit einer weiteren Markterholung. Ausschlaggebend dafür sind unter anderem Erwartungen an eine konjunkturelle Belebung sowie der anhaltende Fachkräftemangel.
Restrukturierungen prägen den Markt
Das Jahr 2025 war für viele Unternehmen der Branche von Restrukturierungen geprägt. Die Zahl der Niederlassungen sank bei den Top-25-Anbietern um durchschnittlich 2,6 Prozent. Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der Zeitarbeitenden um 9,3 Prozent.
Belastet wurde der Markt insbesondere durch die schwächere Nachfrage aus der Industrie sowie steigende Investitions- und Arbeitskosten. Viele Unternehmen reagierten darauf mit Konsolidierungsmaßnahmen und einer stärkeren Fokussierung auf Effizienz und Digitalisierung.
Die Lünendonk-Liste basiert auf einer Analyse von insgesamt 85 Zeitarbeitsunternehmen und bildet nach Angaben des Marktforschungsunternehmens rund ein Drittel des deutschen Marktvolumens ab.
Adecco bleibt Marktführer
An der Spitze des Rankings steht weiterhin Adecco. Das Unternehmen erzielte 2025 einen Umsatz von 1,623 Milliarden Euro und verzeichnete damit einen Rückgang von 7,1 Prozent.
Randstad folgt mit 1,493 Milliarden Euro Umsatz auf Rang zwei. Das Unternehmen musste ein Minus von 9,4 Prozent hinnehmen. Platz drei belegt House of HR Germany mit 885,8 Millionen Euro Umsatz und einem Rückgang von 4,5 Prozent.
Persona service verzeichnete mit minus 0,6 Prozent vergleichsweise stabile Umsätze und erreichte 594,4 Millionen Euro.
Tempton wächst gegen den Trend
Besonders hebt die Studie die Entwicklung der Tempton Group hervor. Das Unternehmen erzielte innerhalb der Top 25 mit 12,3 Prozent das stärkste Umsatzwachstum und rückte mit 462 Millionen Euro Umsatz erstmals unter die fünf größten Anbieter vor.
Manpower und I. K. Hofmann folgen auf den Plätzen sechs und sieben. Beide Unternehmen mussten deutliche Umsatzrückgänge hinnehmen. Dekra Arbeit liegt mit einem leichten Minus von 1,8 Prozent auf Rang acht.
Digitalisierung bleibt zentrales Thema
Neben der wirtschaftlichen Entwicklung bleibt die Digitalisierung ein prägendes Thema für die Branche. Unternehmen investieren verstärkt in digitale Prozesse, Automatisierung und effizientere Vermittlungsplattformen.
Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel ein wesentlicher Treiber des Marktes. Viele Anbieter erwarten, dass sich der Bedarf an flexiblen Personallösungen mit einer wirtschaftlichen Erholung wieder erhöhen wird.
Weitere Informationen zur Lünendonk & Hossenfelder GmbH finden Sie hier.
Die vollständige Lünendonk-Liste 2026 steht hier kostenfrei zum Download bereit.
