Die Zeiten, in denen KI aus Kosten- und Komplexitätsgründen nur Großunternehmen vorbehalten war, sind endgültig vorbei. Damit auch mittelständische Unternehmen das Potenzial von KI-Technologien vollständig ausschöpfen können, müssen sie unter anderem Vorbehalte ihrer Mitarbeitenden abbauen, hochwertige Trainingsdaten bereitstellen sowie die Einführung in einem Stufenprozess umsetzen. Timur Nurdogan, Geschäftsführer der Salesfive GmbH, erläutert, wie dies gelingen kann.
Ängste frühzeitig abbauen
Zunächst empfiehlt es sich, bei der Einführung einer KI-Lösung die Mitarbeitenden von Anfang an in den Transformationsprozess einzubinden und die Kommunikation verständlich zu gestalten. Fragestellungen wie jene, was bis wann erreicht werden soll, sollten eindeutig beantwortet werden. Skizzieren die Projektverantwortlichen früh die mit dem Einsatz von KI-Lösungen verbundenen Veränderungen für die Mitarbeitenden, können Unsicherheiten oder gar Ängste um den eigenen Arbeitsplatz vermieden werden. Während des Projekts sind regelmäßige Treffen essenziell, bei denen die IT-Verantwortlichen über den Fortschritt informieren und die Ideen, Erfahrungen und Einschätzungen der Anwenderinnen und Anwender einholen.
Mitarbeitende schulen
Mit KI-Lösungen ist es möglich Mitarbeitende von monotonen Routinetätigkeiten zu entlasten, sodass sie Zeit für wertschöpfende Arbeiten gewinnen. Ein Anwendungsbereich ist die Serviceabteilung, in der eine KI-Lösung Antworten auf wiederkehrende Fragen automatisch vorbereitet. Die Mitarbeitenden können sich so komplexeren Kundenanliegen widmen, was wiederum die Motivation und Wertschätzung fördert.
Damit dieses Vorhaben gelingt, sind die Servicemitarbeitenden für ihr erweitertes Aufgabenspektrum zu schulen, was ihnen zugleich neue persönliche Perspektiven offenbaren kann – zum Beispiel im Hinblick auf ihre berufliche Weiterentwicklung. Darüber hinaus sind die Mitarbeitenden in Schulungen technisch mit den neuen KI-Lösungen vertraut zu machen, damit sie deren Potenziale optimal umsetzen können. Je nach vorhandenen Ressourcen empfehlen sich unterschiedliche Schulungsmaßnahmen. Diese können sich entweder an alle Mitarbeitenden richten oder nur an Key User, die das erworbene Wissen an ihre Kolleginnen und Kollegen weitergeben. Eine Supportabteilung sollte ferner nach dem Go-live der KI-Lösung bei auftretenden Fragen zur Verfügung stehen.
Hohe Datenqualität sicherstellen
KI-Lösungen sind in der Lage, große Datenmengen schnell zu analysieren und daraus komplexe Schlüsse zu ziehen. Auch die Fähigkeit sprach- bzw. textbasierter Systeme, valide Aussagen zu treffen, ist beeindruckend. Dazu sind die Anwendungen mit qualitativ hochwertigen Daten zu trainieren, andernfalls liefern sie keine verlässlichen oder im schlimmsten Fall sogar falsche Ergebnisse (Stichwort: Garbage in, Garbage out). Daher ist vor der Einführung einer KI-Lösung zu gewährleisten, dass eine ausreichende Menge an hochqualitativen Daten zur Verfügung steht. Das nötige Volumen hängt vom Anwendungsfall und der jeweiligen Lösung ab. Die Sicherstellung der Datenqualität wiederum zielt auf eine Bereinigung der Daten, indem beispielsweise Dubletten entfernt, Fehler korrigiert und veraltete Informationen aktualisiert werden.
Neben der Sicherstellung hochwertiger Daten empfiehlt es sich, klare Richtlinien für den Einsatz von KI in Entscheidungsprozessen zu formulieren. Dazu gehört insbesondere die Möglichkeit für Mitarbeitende, die Ergebnisse zu überprüfen, um ihr Vertrauen in die KI-gestützte Entscheidungsfindung zu fördern.
Think big, start small
Die Einsatzmöglichkeiten von KI-Lösungen sind sehr vielfältig, bergen aber auch die Gefahr, sich zu verzetteln. Daher ist zunächst zu analysieren, in welchen Bereichen wesentliche Optimierungspotenziale vorhanden sind, die in kurzer Zeit gehoben werden können. Anschließend sollten kleinere Teams in Pilotprojekten die KI-Lösungen testen, um sie schließlich auf Basis der dabei gesammelten Erfahrungen im Unternehmen einzuführen und sukzessive auf weitere Einsatzgebiete auszurollen. Eine solche Herangehensweise zahlt auch auf die Akzeptanz der Mitarbeitenden ein, da sich diese Schritt für Schritt mit der neuen Technologie vertraut machen können.
Die Einführung von KI ist nicht nur eine technische Frage, sondern birgt weitreichende Veränderungen in der Kultur und der Organisation von Unternehmen. Deshalb ist es erforderlich, Mitarbeitende über ein Change-Management-Konzept in dieses Vorhaben einzubeziehen. Kernelemente sind eine transparente Kommunikation, gezielte Schulungsmaßnahmen und ein verlässlicher Anwendersupport. Diese Maßnahmen fördern das Vertrauen sowie die Sicherheit bei der Nutzung von KI-Lösungen und bauen interne Widerstände ab. Wird die KI-Lösung zudem mit einer ausreichenden Menge hochwertiger Daten trainiert und schrittweise ausgerollt, können Unternehmen von ihrem Potenzial bestmöglich profitieren.
Quelle: Salesfive GmbH
