Die fünfte Ausgabe von „Cybersicherheit in Zahlen” zeigt deutlich: Künstliche Intelligenz steigert das Cyberrisiko. IT-Verantwortliche stehen vor neuen Herausforderungen – aber haben zugleich auch Lösungsansätze im Blick.
Cyberkriminelle setzen verstärkt KI ein, um ihren Profit zu steigern. Das Ergebnis: Phishing-E-Mails, die fehlerfrei sind und selbst erfahrene IT-Fachkräfte täuschen. Wie ernst die Lage ist, zeigt die fünfte Ausgabe von „Cybersicherheit in Zahlen“. Gemeinsam mit Statista und brand eins hat das IT-Sicherheitsunternehmen G DATA CyberDefense wieder ein aktuelles Lagebild zur IT-Sicherheit in Deutschland erhoben. Zwei von drei Befragten erwarten, dass KI die Bedrohungslage verschärfen wird. Neben Social-Engineering-Attacken nutzen Angreifer KI auch für die automatisierte Schwachstellensuche in Systemen und Anwendungen.
Verunsichertes Personal
Welche Folgen der Einsatz von künstlicher Intelligenz hat, belegt folgende Zahl: Lediglich 16,5 Prozent der Befragten vertrauen darauf, gefährliche E-Mails sicher identifizieren zu können. Das bedeutet im Umkehrschluss: Mehr als 83 Prozent der Mitarbeitenden sind unsicher, was die Legitimität einer E-Mail betrifft. Diese Unsicherheit wird zur Achillesferse für moderne Unternehmen. Phishing-Angriffe treffen alle Hierarchieebenen – von der Geschäftsführung bis zur Buchhaltung. Auch wenn KI-generierte Mails raffinierter werden, existieren weiterhin Warnsignale: verdächtige Absenderadressen, ungewöhnliche URL-Strukturen oder untypische Kommunikationsmuster.
IT-Sicherheits-Reifegrad: Luft nach oben
Aber auch der Blick auf die organisatorische Ebene offenbart Probleme: Nur 25 Prozent der Befragten bewerten den IT-Sicherheits-Reifegrad ihres Unternehmens als „sehr hoch”. Diese Organisationen verfügen über umfassende Sicherheitsmaßnahmen, ein starkes Sicherheitsbewusstsein und führen regelmäßige Audits durch.
46 Prozent sehen ihr Unternehmen gut aufgestellt, erkennen aber Optimierungspotenzial. Besonders bedenklich: Knapp ein Drittel berichtet von erheblichen Sicherheitslücken, fehlenden Prozessen oder Ressourcen.
Wenn Führung und Basis auseinanderdriften
Ein kritischer Befund zeigt sich beim persönlichen Verantwortungsbewusstsein: 77 Prozent der Geschäftsführungen fühlen sich stark für IT-Sicherheit verantwortlich – bei Mitarbeitenden ohne Führungsposition sind es nur 23 Prozent. Diese Diskrepanz schafft Sicherheitslücken, die Angreifer systematisch ausnutzen. Wenn Mitarbeitende einfache Schutzmaßnahmen wie Multi-Faktor-Authentifizierung vernachlässigen, entstehen Einfallstore für Cyberkriminelle.
Quelle: Statista im Auftrag von G DATAIncident Readiness: Jede Sekunde zählt
Die Realität zeigt: Fast jedes dritte Unternehmen erlebte im vergangenen Jahr mindestens eine Cyberattacke. Jedes zehnte Unternehmen war sogar mehrfach betroffen. Ein kritischer Faktor dabei ist die Reaktionszeit. Nur 28 Prozent der Unternehmen leiten binnen Minuten Gegenmaßnahmen ein. Ein Viertel benötigt einen Tag oder länger – wertvolle Zeit, in der sich Angriffe ausbreiten und Schäden von hohem Ausmaß verursachen können.
Kontinuierliche Überwachung als Herausforderung
Eine dauerhafte Systemüberwachung ist essenziell für eine frühzeitige Bedrohungserkennung. Dennoch überwachen 17 Prozent der Unternehmen ihre Systeme nur zeitweise statt rund um die Uhr. Dabei verfügen 39 Prozent über ausreichende und entsprechend qualifizierte interne Kapazitäten für ein kontinuierliches Monitoring. Andere setzen auf die Zusammenarbeit mit Dienstleistern und profitieren von deren Expertise. Diese Entwicklung wird sich noch weiter verstärken. Hierbei zeichnet sich ein deutlicher Trend ab: 75 Prozent der Befragten bevorzugen einen deutschen IT-Security-Anbieter – eine deutliche Steigerung zum Vorjahr (52 Prozent).
Fazit: Jetzt handeln und Resilienz steigern
Die Botschaft ist klar: Angesichts der aktuellen Bedrohungslage dürfen Unternehmen Cybersicherheit nicht aufschieben. Wer sich professionell unterstützen lässt und in präventive Maßnahmen investiert, schafft nachhaltige Wettbewerbsvorteile und sichert die Zukunftsfähigkeit seines Unternehmens.
Cybersicherheit in Zahlen zum Download
„Cybersicherheit in Zahlen“ erscheint bereits zum fünften Mal und zeichnet sich durch eine hohe Informationsdichte und besondere methodische Tiefe aus: Mehr als 5.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland wurden im Rahmen einer repräsentativen Online-Studie zur Cybersicherheit im beruflichen und privaten Kontext befragt. Die Fachleute von Statista haben die Befragung eng begleitet und können dank einer Stichprobengröße, die weit über dem branchenüblichen Standard liegt, belastbare und valide Marktforschungsergebnisse im Magazin „Cybersicherheit in Zahlen“ präsentieren. Darüber hinaus haben die Marktforscher Zahlen, Daten und Fakten aus mehr als 300 Statistiken zu einem umfassenden Nachschlagewerk der IT-Sicherheit zusammengeführt.
Interessierte können „Cybersicherheit in Zahlen“ hier herunterladen.
Ein Beitrag von Stefan Karpenstein von G DATA CyberDefense.
Quelle: G DATA
