Agentic AI entwickelt sich im Cybersecurity-Bereich zur Schlüsseltechnologie. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Unternehmen setzen zunehmend auf autonome KI-Agenten, um Bedrohungen schneller zu erkennen und zu beheben. Doch die Ergebnisse offenbaren auch Vorbehalte – vor allem beim Vertrauen in KI-Entscheidungen und deren Nachvollziehbarkeit.
Autonome KI-Systeme verändern die Rolle der IT-Sicherheit grundlegend. Agentic AI – also agentenbasierte Künstliche Intelligenz – kann nicht nur analysieren, sondern auch eigenständig handeln: Sie erkennt automatisiert Bedrohungen und Schwachstellen, reagiert darauf und leitet passende Gegenmaßnahmen ein.
Einblicke in die Entwicklung liefert der Report „Automating Risk Reduction in the AI Era“, den die Enterprise Strategy Group gemeinsam mit Mondoo erstellt hat. Befragt wurden 400 IT- und Sicherheitsexpert:innen aus Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden. Der Bericht zeigt fünf zentrale Trends auf, die die Rolle von Agentic AI im Risikomanagement prägen.
1. KI-Einführung nimmt Fahrt auf
Laut Umfrage haben bereits 42 Prozent der Unternehmen agentenbasierte KI in bestimmten Bereichen ihres Schwachstellenmanagements implementiert. Viele weitere planen kurzfristig den Einstieg. Damit befindet sich eine Mehrheit der Unternehmen in einer aktiven Phase der KI-Einführung – ein klarer Schritt vom reinen Hype hin zur operativen Umsetzung. Besonders relevant ist für viele der Gedanke, KI nicht nur zur Analyse, sondern als aktive Agenten zu nutzen, die Schwachstellen schneller identifizieren, Entscheidungen treffen und direkt beheben. Angesichts der Tatsache, dass Angreifer zunehmend selbst KI einsetzen, wird es für Verteidiger essenziell, die Geschwindigkeit ihrer Reaktionen zu erhöhen.
2. Nachweisbarer Nutzen im Risikomanagement
Unternehmen, die Agentic AI im Bedrohungs- und Risikomanagement einsetzen, berichten von deutlichen Verbesserungen bei der Erkennungs- und Behebungsrate. Besonders stark sind die Zuwächse bei der „Mean Time to Remediation“ (MTTR), also der durchschnittlichen Zeit bis zur Beseitigung einer Schwachstelle. 65 Prozent der Befragten sehen hier signifikante Fortschritte. Eine beschleunigte Schwachstellenbehebung stärkt nicht nur die Sicherheitslage, sondern entlastet auch menschliche Sicherheitsteams – diese können sich so auf strategischere Aufgaben konzentrieren.
3. Vertrauen in KI bleibt eine Herausforderung
Trotz der positiven Effekte bestehen in vielen Unternehmen Vorbehalte gegenüber der Entscheidungsfähigkeit von KI-Systemen. 40 Prozent der Befragten sehen ein zentrales Problem in der fehlenden Nachvollziehbarkeit der KI-Empfehlungen. Unternehmen benötigen nachvollziehbare Begründungen, um Vertrauen, Kontrollierbarkeit und Compliance zu gewährleisten. Die Ergebnisse zeigen, dass Unsicherheit in Bezug auf KI-Entscheidungen und potenzielle Sicherheitsrisiken derzeit zu den größten Hemmnissen zählt.
4. Transparenz ist ein Schlüsselfaktor
26 Prozent der Teilnehmenden nennen fehlende Transparenz – etwa in Form von nicht nachvollziehbaren „Black-Box“-Entscheidungen – als Haupthindernis für den KI-Einsatz. Damit wird deutlich: Die Erklärbarkeit von Agentic AI ist ein entscheidender Faktor für deren breitere Einführung. Nur wenn klar ist, wie Entscheidungen zustande kommen, können Verantwortliche diese bewerten, kontrollieren und verantworten.
5. Automatisierung mit menschlicher Aufsicht
Trotz der Vorbehalte planen 85 Prozent der Befragten, innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate automatisierte Abhilfemaßnahmen einzuführen – allerdings mit unterschiedlichem Maß an menschlicher Aufsicht. Dieses hybride Modell gilt als nächster logischer Entwicklungsschritt: Unternehmen profitieren von der Skalierbarkeit und Geschwindigkeit agentischer KI, behalten jedoch Transparenz, Kontrolle und Verantwortlichkeit bei.
Fazit: Agentic AI zwischen Effizienz und Vertrauen
Die Ergebnisse zeigen eine Branche im Umbruch. Agentic AI verbessert nachweislich die Effizienz bei der Erkennung und Behebung von Sicherheitsrisiken – gleichzeitig bleiben Vertrauen, Nachvollziehbarkeit und Kontrolle kritische Erfolgsfaktoren. Unternehmen, die sowohl Automatisierung als auch Sicherheitsanforderungen in Einklang bringen, werden langfristig besser auf die komplexen Herausforderungen der adaptiven Cybersicherheit vorbereitet sein.
Der vollständige Bericht steht hier zum Download bereit.
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