Datensicherungen sind ein wichtiger Bestandteil der IT Administration. Bei allen hochverfügbaren Umgebungen und der Ausfallsicherheit ist eine funktionierende und allumfassende Datensicherungen die Versicherung eines Unternehmens für einen Katastrophenfall.
Neben den Bordmitteln des IBM i, mit denen sich über die im Standardumfang des Betriebssystems enthaltenen Datensicherungsbefehle flexibel alle Bereiche der Maschine sichern und wiederherstellen lassen, kann mit dem optionalen kostenpflichtigen Lizenzprogramm BRMS (Backup Recovery and Media Services for IBM i) die Datensicherung noch komfortabler und insbesondere wiederherstellungsfreundlicher gestaltet werden. Berichte, die im Detail die notwendigen Schritte beinhalten, um ein System ganz oder in Teilen wiederherstellen zu können, sind nur einer der Gründe, die für den Einsatz von BRMS insbesondere in komplexeren Umgebungen sprechen.
Leider hat sich in den letzten Releases einiges geändert – so unter anderem auch der Wegfall der bisherigen grafischen Benutzeroberfläche (GUI) für die BRMS Administration. Aber es gibt auch wichtige Neuerungen – so zum Beispiel SQL Erweiterungen, die wir im Bereich der BRMS Administration einsetzen können. Zugegeben – eine halbwegs funktionierende grafische Oberfläche in der heutigen Zeit einfach so wegfallen zu lassen ist schon eine besondere Entscheidung. Das damit die Grundfunktionen und der eigentliche Nutzen von BRMS natürlich nicht beeinflusst werden, ist dabei dennoch herauszustellen. So auch die Neuerungen rund um die Basisfunktionen von BRMS oder die SQL Funktionen, die wir als kleinen Ersatz für die fehlende grafische Oberfläche nutzen können.
Diese neuesten BRMS SQL Erweiterungen stehen mit den aktuellen PTF Ständen der Betriebssysteme 7.4 und 7.5 zur Verfügung. SQL und Administration – das ist ein Kombination, die IBM seit einiger Zeit für die verschiedensten Bereiche der Administration von IBM i bereitstellt. Leider sind auch die BRMS SQL Funktionen wieder einmal ein gut gehütetes Beispiel der IBM für Neuerungen, die es für den System i Betreiber eigenständig zu entdecken gilt. So findet man leider nur beinahe zufällig Hinweise zu den BRMS SQL Funktionen wie zum Beispiel die notwendige Initialisierung und damit Aktivierung dieser durchaus sinnvollen Administrationsfunktionen. Der Grund dafür mag unter anderem daran liegen, dass BRMS nicht mehr von IBM selbst gewartet und bereitgestellt wird. Somit scheinen dann auch die BRMS SQL Funktionen nicht unter den aus dem ACS bekannten QSYS2.SERVICE.INFO Erwähnung finden.
Wenn die PTFs für 5777-BR1 installiert sind, müssen die SQL Funktionen noch mittels des Befehls INZBRM aktiviert werden. Melden Sie sich mit einem Benutzerprofil an, dass mindestens über die Sonderberechtigung *SECADM verfügt und führen Sie in der Befehlszeile den folgenden Befehl einmalig aus:
INZBRM OPTION(*SQLSRVINZ)
Quelle: ZeigGegebenenfalls müssen die Benutzerprofile, die BRMS Administrationen ausführen sollen, angepasst werden. Diese müssen für den Befehl SETUSRBRM mindestens die Sonderberechtigung *AUT aufweisen. Außerdem sind zum Teil besondere Berechtigungen (in der Regel Leseberechtigungen) für die einzelnen BRMS Objekte in der QUSRBRM erforderlich.
Schauen wir und die verschiedenen BRMS SQL Funktionen nun einmal exemplarisch an.
Die Basis für die Ausführung ist in diesem Fall der ACS, aber Sie können selbstverständlich jeden beliebigen und unterstützten SQL Editor verwenden.
In dem ACS SQL Script Bereich selektieren wir zunächst die gewünschte Maschine/LPAR und den Eintrag „Run SQL Scripts“:
Quelle: ZeigDamit öffnet sich der SQL Eingabeassistent für die allgemeinen SQL Funktionen.
Sollten Sie diesen noch nicht kennen: Dieser Assistent erlaubt die Eingabe und Ausführung von allgemeinen SQL Anweisungen. Damit können wir nahezu jede Art an SQL Anweisungen im Zusammenhang mit unserer IBM i ausführen – folglich auch die klassischen SQL Anweisungen, die wir zum Beispiel mit Zugriffen auf die Datenbankinhalte der DB2 der IBM i kennen.
Aber neben eben diesen klassischen Datenbank SQL Anweisungen finden sich hier die administrativen SQL Funktionen, die seit den letzten Jahren vermehrt für die IBM i Administration von IBM bereit gestellt wurden. Leider finden wir die BRMS SQL Funktionen nicht in der Auflistung der Beispiele, die uns ansonsten den Einstieg in die Welt der IBM i Administration mit SQL Mitteln erleichtern.
In dem Eingabebereich des SQL Assistenten können wir beliebige SQL Anweisungen eingeben und mit der Option „Run“ ausführen. Natürlich gelten hier die allgemeinen SQL Regeln und die Erfordernisses auf der IBM i Ebene, was zum Beispiel notwendige Berechtigungen für die SQL Anweisungen und die Objektberechtigungen angeht.
Die folgende Abbildung zeigt die Verwendung der neuen BRMS SQL Funktion für das Auflisten von Inhalten aus dem BRMS Protokoll.
Quelle: ZeigBRMS kann auf einer Partition als Single Datensicherungsumgebung genutzt werden. In komplexen Umgebungen kann eine BRMS Datenbank für die zentrale Steuerung unterschiedlicher Partitionen genutzt werden. Diese Netzwerkkomponente ist als separate Option für das Lizenzprogramm BRMS zu installieren. Hierzu stehen dann auch Network SQL Funktionen zur Verfügung. Da die meisten Installationen die klassischen Single-Partitionen bedienen, beschränke ich mich hier auf die allgemein anwendbaren SQL Funktionen im BRMS Umfeld.
Derzeit stehen den BRMS Anwendern die nachfolgenden SQL Funktionen zur Verfügung:
- BRMS Media Services
- BRMS Media Sets
- BRMS Log Services
- BRMS Log Omits
- BRMS Distribution Messages
- BRMS Control Group Object Omits
- BRMS Control Group IFS Omits
- BRMS Backup Status
- BRMS Enterprise Setup
- BRMS Enterprise Views
- BRMS Enterprise Procedures
- BRMS Network Service View
- BRMS Network Service Procedures
- Maintenance Policy Views
- Maintenance Policy Procedures
- BRMS Copy Control Group Procedure
Schauen wir uns einige der BRMS Basis SQL Funktionen einmal genauer an.
QUSRBRM.BRMS_LOG_INFO view SQL service
Die Sicht des Services QUSRBRM.BRMS_LOG_INFO liefert uns Informationen zu den BRMS-Protokollinhalten. Die hier zu ermittelnden Informationen ähneln den Werten, die wir von dem Befehl DSPLOGBRM her kennen. Ein Beispiel dafür finden Sie in der vorhergehenden Abbildung.
Beachten Sie bitte, das je nach ihren individuellen Einstellungen die Eingabe der qualifizierten Elemente mit unterschiedlichen Trennzeichen (Punkt oder Slash) vorgenommen werden muss (z.B. QUSRBRM.xxx bzw. QUSRBRM/xxx).
Die SQL Sicht QUSRBRM.BRMS_LOG_INFO erlaubt uns flexibel den Zugriff auf die Inhalte des BRMS Protokolls. So können wir zum Beispiel alle Einträge auflisten, die von dem Benutzerprofil QSECOFR erzeugt wurden. Dazu verwenden wir die klassische Where-Klausel – angewendet auf die Spalte Job_User:
Quelle: ZeigAuf diese Weise lassen sich zum Beispiel auch Ausführungen von BRMS Datensicherungen prüfen – denn die Message Severity bietet uns hier eine Option zur Prüfung auf Erfolg bzw. fehlerhafte BRMS Aktionen.
Grundsätzlich gilt für den Einsatz der SQL Funktionen, dass wir natürlich mit allen Spalteninhalten und den SQL Werkzeugen wie zum Beispiel WHERE, GROUP BY etc. arbeiten können.
QUSRBRM.BACKUP_STATUS
Ein weiterer durchaus nützlicher SQL Service ist QUSRBRM.BACKUP_STATUS.
Ergebnisanzeigen von ausgeführten Datensicherungsläufen mit BRMS lassen sich mit dieser SQL Funktion ermitteln. Damit Sie diese SQL Funktion ausführen können, müssen die mindestens *OBJOPR und *READ Berechtigung für die Datei QUSRBRM/CG_STATUS haben.
Quelle: ZeigMit ist QUSRBRM.BACKUP_STATUS lassen sich eine Vielzahl verschiedener Prüfungen und Kontrollen durchführen wie zum Beispiel:
- Fehlerhafte Datensicherungen
- Dauer von Datensicherungen
- Verwendete Datenträger
QUSRBRM.MEDIA_INFO
Mit diesem SQL Service können wir sehr flexibel die Inhalte der im BRMS geführten Datenträger verarbeiten. Dieser Service liefert uns die Informationen, die Sie aus dem 5250 Befehl WRKMEDBRM kennen. Auch hier gilt wieder, dass Sie für die Ausführung dieses Services über die *OBJOPR und *READ Berechtigungen für das Objekt QUSRBRM/MEDIA_INFO verfügen müssen.
Die Syntax für diesen Service kann wie folgt angewendet werden:
SELECT * FROM QUSRBRM.MEDIA_INFO
QUSRBRM.MEDIA_SET_INFO
Mit dieser SQL Funktion erhalten Sie Informationen von zu einer Datensicherung gehörigen Datenträgern oder Volumes.
Folgende Syntax kann für diese Funktion angewendet werden:
SELECT * FROM TABLE(QUSRBRM.MEDIA_SET_INFO(‘004723’)
QUSRBRM.BRMS_CONTROL_GROUP_OMITS
Mit dieser SQL Funktion lassen sich die Ausschlüsse (OMIT-Angaben) bei den Datensicherungsläufen ermitteln.
SELECT * FROM QUSRBRM.BRMS_CONTROL_GROUP_OMITS;
QUSRBRM.BRMS_CONTROL_GROUP_IFS_ENTRY
Angaben zu Datensicherungen von IFS Inhalten in den Datensicherungssteuergruppen lassen sich mit dieser View anzeigen.
Ein Beispiel für alle IFS Einträge ist die folgende SQL Anweisung:
select * from QUSRBRM.BRMS_CONTROL_GROUP_IFS_ENTRY;
QUSRBRM.MAINTENANCE_POLICY
Die View QUSRBRM.MAINTENANCE_POLICY liefert Informationen analog zu STRMNTBRM.
Dieser Artikel wurde in der Vergangenheit von Jörg Zeig geschrieben und im TechKnowLetter veröffentlicht.
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