IBM und OpenAI gehen eine strategische Partnerschaft ein, um den Einsatz von KI in komplexen Unternehmensprozessen voranzutreiben. OpenAI-Modelle und -Produkte sollen dafür in IBM Consulting Advantage integriert werden. Im Mittelpunkt stehen die Modernisierung bestehender Abläufe und Anwendungen sowie Cybersicherheit und KI-Risikomanagement. IBM baut zudem eine eigene OpenAI Practice mit Tausenden entsprechend zertifizierten Beratern und Ingenieuren auf.
IBM und OpenAI wollen Unternehmen gemeinsam dabei unterstützen, Künstliche Intelligenz stärker in Kerngeschäftsprozesse und komplexe Arbeitsabläufe einzubinden. Die am 13. August 2026 bekannt gegebene strategische Partnerschaft umfasst gemeinsame Go-to-Market-Aktivitäten sowie die Entwicklung branchenspezifischer Lösungen. Adressiert werden unter anderem Finanzdienstleister, der öffentliche Sektor, Telekommunikationsunternehmen und der Einzelhandel.
Daneben richtet sich die Zusammenarbeit auf zentrale Unternehmensfunktionen wie Finanzen, Einkauf, Kundenbetreuung und Personalwesen. Ein Schwerpunkt liegt darauf, bestehende und teilweise über Jahrzehnte gewachsene Prozesse und Altsysteme in KI-gestützte Abläufe zu überführen.
Dafür sollen OpenAI-Frontier-Modelle wie GPT-5.6 sowie Codex und ChatGPT Work in IBM Consulting Advantage integriert werden. IBM beschreibt die Plattform als KI-Plattform für die Bereitstellung von Beratungsleistungen für Kunden. Die Kombination aus KI-Agenten, Branchenlösungen und Cybersicherheitsfunktionen soll Unternehmen dabei helfen, KI in größerem Maßstab einzusetzen.
IBM plant außerdem, spezialisierte Ingenieur- und Beratungsteams direkt bei Kunden einzusetzen. Die über das OpenAI Partner Network geschulten Teams sollen insbesondere die Implementierung in komplexen Geschäftsabläufen und stark regulierten Umgebungen begleiten. Zusätzlich richtet IBM eine dedizierte OpenAI Practice ein, in der Tausende Berater und Ingenieure Zertifizierungen auf Expertenniveau erwerben sollen.
Legacy-Prozesse für den KI-Einsatz umbauen
Ein zentraler Teil der Zusammenarbeit betrifft die Transformation bestehender Arbeitsabläufe. Über IBM Consulting Advantage sollen Unternehmen ihre Betriebsabläufe und Prozesse analysieren, Ineffizienzen identifizieren und Möglichkeiten zur Automatisierung und Optimierung mit KI erschließen können.
Dabei nehmen IBM und OpenAI insbesondere Prozesse in Finanzen, Einkauf, Kundenbetreuung und Personalwesen in den Blick. Die KI soll unter Berücksichtigung des jeweiligen geschäftlichen Kontexts in die tägliche Arbeit eingebunden werden.
„Unternehmen investieren in rasantem Tempo in KI und suchen nach praktischen Möglichkeiten, diese in ihren Kerngeschäftsprozessen einzusetzen, um messbare Geschäftsergebnisse zu erzielen und neue Geschäftsmodelle zu schaffen“, sagte Andy Baldwin, Global Senior Vice President, IBM Consulting. „Die Herausforderung besteht nicht im Zugang zu KI-Technologien, sondern darin, KI sicher und im großen Maßstab in komplexe Unternehmensumgebungen und Arbeitsabläufe zu integrieren. Durch die Einbindung der OpenAI-Technologie in die KI-Assets, Branchenlösungen und Cybersicherheitskompetenzen von IBM Consulting können wir Kunden dabei helfen, sichere KI-Implementierungen in großem Maßstab zu beschleunigen.“
Anwendungsmodernisierung mit Codex und ChatGPT Work
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf Legacy-Anwendungen und der Softwareentwicklung. IBM und OpenAI planen, Codex und ChatGPT Work mit der Branchen-, Technologie- und Fachkompetenz von IBM zu verbinden und in IBM Consulting Advantage einzubinden.
Damit sollen Entwicklungsprozesse vereinfacht und die Bereitstellung neuer digitaler Produkte und Dienstleistungen beschleunigt werden. Die Partnerschaft verbindet damit die Modernisierung bestehender Anwendungen mit der Entwicklung neuer Softwarelösungen.
Cybersicherheit und Risiken von KI-Modellen
Auch die Zusammenarbeit im Bereich Cybersicherheit soll ausgebaut werden. Sie knüpft an die Teilnahme von IBM am OpenAI Daybreak Cyber Partner Program an. Vorgesehen ist, die Frontier-KI-Fähigkeiten von OpenAI mit IBM Autonomous Security zu kombinieren. IBM beschreibt den Dienst als auf Multi-Agenten-Technologie basierenden Service für koordinierte Entscheidungsfindung, Reaktion und Bedrohungsanalysen in Maschinengeschwindigkeit.
Neben klassischen Cyberrisiken soll die Zusammenarbeit auch Risiken adressieren, die unmittelbar mit KI-Systemen verbunden sind. Dazu zählt die Pressemitteilung Schwachstellen auf Anwendungsebene, Governance-Lücken und operative Risiken, die einer Einführung von KI entgegenstehen können.
Die organisatorische Einbettung von KI in bestehende Abläufe spielt dabei ebenfalls eine zentrale Rolle.
„Die Organisationen, die mit KI die größten Fortschritte erzielen, sind jene, die sie zu einem vertrauenswürdigen Bestandteil ihrer Geschäftsabläufe machen“, sagte Denise Dresser, Chief Revenue Officer von OpenAI. „IBM Consulting und OpenAI unterstützen Unternehmen bei diesem Wandel, indem sie ihr fundiertes Transformations-Know-how bündeln, um KI sicher, betriebsbereit und im Einklang mit realen Geschäftsprioritäten einzusetzen.“
Im Zuge der Zusammenarbeit wird IBM außerdem dem Elite Partner Tier von OpenAI beitreten. Damit verbinden beide Unternehmen die technische Integration ihrer Angebote mit einer umfassenderen Beratungs- und Vertriebspartnerschaft.
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