DeutschlandGPT hat zwölf KI-Plattformen für Unternehmen anhand von 34 Kriterien untersucht. Der Vergleich zeigt deutliche Unterschiede zwischen europäischen und internationalen Anbietern – insbesondere bei Datensouveränität, Funktionsumfang und Unterstützung beim Rollout. Dabei erweist sich die Herkunft eines Anbieters allein nicht als verlässlicher Indikator für die Verarbeitung von Daten innerhalb der EU.
DeutschlandGPT hat einen Anbietervergleich von zwölf KI-Plattformen für Unternehmen veröffentlicht. Der 110 Seiten umfassende Report richtet sich insbesondere an Unternehmen im DACH-Raum, die eine KI-Plattform auswählen oder eine bestehende Entscheidung überprüfen wollen. Untersucht wurden die Lösungen anhand von 34 Kriterien in sechs Kategorien. Dazu gehören Datensouveränität, Funktionsumfang, Preismodelle und die Unterstützung bei der Einführung.
Ausgangspunkt für die Untersuchung ist nach Angaben von DeutschlandGPT die mangelnde Transparenz bei zahlreichen Details, die für eine Beschaffung relevant sein können. Dazu zählt beispielsweise, wo eine integrierte Internetsuche ausgeführt wird, welche Unterauftragnehmer an der Datenverarbeitung beteiligt sind und in welchen Ländern diese sitzen. Auch der Umgang mit ausgeschöpften Modellkontingenten unterscheidet sich demnach zwischen den Plattformen.
Einige dieser Informationen lassen sich laut DeutschlandGPT zwar öffentlich ermitteln, finden sich jedoch nicht unbedingt auf den Produktseiten der Anbieter. Stattdessen müssen Unternehmen unter anderem Vertragsunterlagen, Nutzungsbedingungen sowie Listen von Unterauftragnehmern prüfen.
„Im Vertrieb hören wir häufig, dass Kunden nicht sagen können, wie ihr aktueller KI-Plattformanbieter arbeitet und wo ihre Daten verarbeitet werden. Wir weisen sie dann darauf hin, den Auftragsverarbeitungsvertrag zu lesen – dort steht mit der Unterauftragnehmerliste und den technischen und organisatorischen Maßnahmen das, was bei der Beschaffung einer KI-Plattform am schwersten wiegt”, sagt Fabian Pfaff, Geschäftsführer von DeutschlandGPT.
Herkunft allein reicht als Kriterium nicht aus
Ein zentrales Ergebnis des Vergleichs betrifft die Datensouveränität. Drei der untersuchten europäischen Anbieter erfüllen laut Report das Kriterium „Datenverarbeitung in der EU“ nicht vollständig. Je nach Plattform betrifft dies die Internetsuche, die Nutzerverwaltung oder das Hosting. DeutschlandGPT folgert daraus, dass der Unternehmenssitz beziehungsweise die europäische Herkunft zwar ein Indiz, aber kein Nachweis für eine vollständig europäische Datenverarbeitung ist.
Eine weitere Erkenntnis betrifft Microsoft Copilot. Die Plattform erreicht in der Kategorie Datensouveränität nach Angaben des Reports denselben Wert wie zwei europäische Anbieter. Zudem sei Copilot der einzige untersuchte internationale Anbieter mit einer Zusage für Berufsgeheimnisträger. Das mit dem US CLOUD Act verbundene Risiko bleibt laut Untersuchung davon unberührt und wird separat ausgewiesen.
Unterschiedliche Schwerpunkte bei Funktionen und Datenschutz
Der Vergleich sieht zudem unterschiedliche Prioritäten zwischen europäischen und internationalen Plattformanbietern. Europäische Anbieter schneiden demnach insbesondere bei Datenschutz, Anpassbarkeit und Unterstützung bei der Einführung stärker ab. Funktionen und Leistungen wie White-Labeling, persönliche Ansprechpartner, Schulungen und Rollout-Unterstützung seien dort weitgehend Standard.
Beim Datenschutz erreichen die europäischen Anbieter laut Report durchschnittlich 81 Prozent, die internationalen Anbieter 50 Prozent. Ein anderes Bild zeigt sich bei der Verfügbarkeit auf verschiedenen Plattformen und bei Anwendungen. Hier kommen die europäischen Anbieter im Mittel auf 38,5 Prozent, während die internationalen Plattformen 85,4 Prozent erreichen.
Damit zeigt die Untersuchung einen grundsätzlichen Unterschied bei den Schwerpunkten: Während die betrachteten europäischen Anbieter stärker auf Datenschutz, Anpassbarkeit und Begleitung setzen, fokussieren sich die internationalen Anbieter stärker auf eine breite Abdeckung von Endgeräten und Anwendungsszenarien.
Methodik und Eigeninteresse des Herausgebers
Bei der Einordnung der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass DeutschlandGPT selbst zu den zwölf bewerteten Anbietern gehört. Nach eigener Bewertung verbindet die Plattform Datenschutz und Souveränität auf dem Niveau der europäischen Anbieter mit einem Funktionsumfang, der ansonsten vor allem bei internationalen Anbietern zu finden sei.
Für den Vergleich wurden nach Angaben des Unternehmens eigene Testzugänge, Herstellerdokumentationen und Vertragsunterlagen ausgewertet. Insgesamt umfasst die Untersuchung 408 Einzelbewertungen. Für jede davon dokumentiert der Report demnach die Bewertungsregel und die zugrunde liegenden Belege. Auch die Gewichtung der sechs Kategorien ist offengelegt, sodass Unternehmen die Ergebnisse anhand eigener Prioritäten neu gewichten können.
Die 34 untersuchten Kriterien wurden laut DeutschlandGPT aus mehr als 500 realen Beschaffungsprozessen für KI-Plattformen in Unternehmen abgeleitet. Recherchestand des Vergleichs ist der 13. August 2026. Der vollständige „Anbietervergleich KI-Plattformen 2026“ wird von DeutschlandGPT kostenlos zur Verfügung gestellt.
Weitere Informationen zur DeutschlandGPT GmbH finden Sie hier.
