IBM hat auf der Think 2026 zahlreiche Erweiterungen für seine KI- und Hybrid-Cloud-Plattformen vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen neue Funktionen zur Steuerung von KI-Agenten, Echtzeit-Datenverarbeitung, Infrastrukturautomatisierung und Governance. Der Konzern adressiert damit die Herausforderung vieler Unternehmen, KI-Projekte produktiv und skalierbar in den Geschäftsbetrieb zu integrieren. Ziel ist ein neues Betriebsmodell für KI-gestützte Unternehmensprozesse.
Viele Unternehmen investieren derzeit umfangreich in Künstliche Intelligenz, kämpfen jedoch weiterhin mit der praktischen Umsetzung im operativen Betrieb. IBM will diese Lücke schließen und hat dafür auf der Think 2026, die vom 4. bis zum 7. Mai in Boston stattfand, ein erweitertes Portfolio rund um KI-Orchestrierung, Datenmanagement, Automatisierung und hybride Infrastrukturen.
Zu den zentralen Neuerungen zählen die nächste Generation von watsonx Orchestrate für die Steuerung von KI-Agenten, neue Echtzeit-Datenfunktionen auf Basis der Confluent-Technologien, die IBM Concert-Plattform für den intelligenten IT-Betrieb sowie IBM Sovereign Core für souveräne und regulierungskonforme KI-Umgebungen.
„Die Unternehmen, die sich an die Spitze setzen, setzen nicht einfach mehr KI ein – sie gestalten ihre Geschäftsabläufe neu“, sagte Arvind Krishna, Vorstandsvorsitzender und CEO von IBM. „Der Einsatz von KI im Unternehmen erfordert ein neues Betriebsmodell, und IBM versetzt Unternehmen in die Lage, KI-gesteuerte Systeme mit derselben Sorgfalt, Governance und Skalierbarkeit zu verwalten wie ihre kritischsten Infrastrukturkomponenten.“
IBM beschreibt dabei ein Betriebsmodell, das auf vier miteinander verbundenen Bereichen basiert: KI-Agenten, Echtzeitdaten, Automatisierung und hybride Betriebsmodelle mit Governance- und Sicherheitsmechanismen.
Steuerung von KI-Agenten rückt in den Mittelpunkt
Mit der zunehmenden Verbreitung agentischer KI steigt laut IBM die Komplexität in Unternehmen deutlich an. Künftig gehe es nicht mehr nur um einzelne Assistenten, sondern um Tausende spezialisierte Agenten, die von unterschiedlichen Teams und Plattformen bereitgestellt werden.
IBM erweitert deshalb watsonx Orchestrate zu einer zentralen Steuerungsebene für Multi-Agenten-Umgebungen. Die Lösung soll Unternehmen ermöglichen, KI-Agenten unterschiedlicher Herkunft zentral zu verwalten, Richtlinien einheitlich durchzusetzen und Abläufe nahezu in Echtzeit nachzuvollziehen. Die neue Generation befindet sich derzeit in einer privaten Vorschau.
Ergänzend dazu kündigte IBM die allgemeine Verfügbarkeit von IBM Bob an. Die Plattform richtet sich an Entwickler und unterstützt beim Aufbau von KI-Agenten mit integrierten Sicherheits- und Kostenkontrollen.
Echtzeitdaten als Grundlage für KI
Ein weiterer Schwerpunkt der Think-Ankündigungen betrifft die Dateninfrastruktur. IBM sieht isolierte Datenbestände weiterhin als zentrales Hindernis für produktive KI-Systeme. Durch die Integration der Confluent-Technologien für Event-Streaming und Echtzeitdaten will IBM Unternehmen eine kontinuierlich aktualisierte Datengrundlage bereitstellen.
Neu ist unter anderem „Context in watsonx.data“, das sich aktuell in privater Vorschau befindet. Die Lösung erweitert watsonx.data um eine föderierte Kontextschicht, die semantische Zusammenhänge herstellt, Governance-Regeln zur Laufzeit berücksichtigt und Entscheidungen nachvollziehbar machen soll.
Darüber hinaus integriert IBM Confluent, Flink und Tableflow in watsonx.data, um Echtzeit- und Batch-Workloads über hybride Umgebungen hinweg zusammenzuführen.
Für datenintensive Analysen kündigte IBM zudem ein GPU-beschleunigtes Presto für watsonx.data an. In internen Benchmark-Tests mit NVIDIA habe die Technologie deutliche Kosteneinsparungen und Leistungssteigerungen gezeigt. In einem Proof-of-Concept mit Nestlé seien Einsparungen von 83 Prozent sowie eine 30-fache Verbesserung des Preis-Leistungs-Verhältnisses erzielt worden.
KI soll Infrastruktur und Betrieb automatisieren
Mit der neuen IBM Concert-Plattform adressiert IBM die zunehmende Komplexität moderner IT-Landschaften. Die Plattform befindet sich aktuell in öffentlicher Vorschau und soll Anwendungen, Infrastruktur und Netzwerke übergreifend zusammenführen.
Anstelle isolierter Monitoring-Werkzeuge verfolgt IBM dabei einen stärker automatisierten Ansatz. Concert analysiert Zusammenhänge zwischen Risiken, Abhängigkeiten und Betriebsdaten und soll koordinierte Reaktionen über verschiedene Systeme hinweg ermöglichen.
Auch Sicherheit integriert IBM stärker in Entwicklungs- und Betriebsprozesse. Mit IBM Concert Secure Coder bringt das Unternehmen Sicherheitsprüfungen direkt in Entwicklungsumgebungen wie VS Code und IBM Bob. Die Lösung identifiziert Schwachstellen während der Entwicklung und kann automatische Korrekturen oder Patches vorschlagen.
Ergänzend dazu stellte IBM neue Versionen von Vault und zSecure Secret Manager vor, die automatisierte Verwaltung von Zugangsdaten und Zertifikaten unterstützen sollen.
Fokus auf Governance und digitale Souveränität
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf regulatorischen Anforderungen und digitaler Souveränität. IBM sieht darin eine zentrale Voraussetzung für den produktiven KI-Einsatz in regulierten Branchen und hybriden Umgebungen.
Mit IBM Sovereign Core stellt der Konzern eine Plattform bereit, die Governance- und Compliance-Regeln direkt auf Infrastruktur-Ebene verankert. Unternehmen sollen damit regulatorische Anforderungen berücksichtigen können, ohne auf hybride oder portable Workloads verzichten zu müssen.
Die Plattform basiert auf Technologien wie Red Hat OpenShift und Red Hat AI und integriert ein Partner-Ökosystem unter anderem mit AMD, Dell, Intel, MongoDB und Palo Alto Networks.
IBM positioniert die aktuellen Think-Ankündigungen damit als Grundlage für ein umfassendes KI-Betriebsmodell, das Unternehmen bei der Skalierung von KI-Anwendungen über Daten-, Infrastruktur- und Governance-Grenzen hinweg unterstützen soll.
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