Mit Power11 präsentiert IBM die bislang leistungsfähigste, sicherste und zugleich flexibelste Prozessor-Plattform für geschäftskritische Server. MIDRANGE-Chefredakteur Matthias Scheffer sowie Peter Kindiger, TD Synnex Business Development Manager IBM Power, sprachen mit Matthias Goetz, Director IBM Power und Cloud DACH, über die wichtigsten Innovationen, die Vorteile für Anwender und die Rolle von Power11 in der Gesamtstrategie von IBM.
Herr Goetz, Power11 wird als Meilenstein bezeichnet. Was macht diese Generation so besonders?
Power11 ist eine strategische Neuausrichtung. Wir haben die Plattform konsequent auf die Herausforderungen moderner IT-Landschaften ausgerichtet: Höchste Leistung, Flexibilität und Zuverlässigkeit – gepaart mit nativer KI-Unterstützung und einer klaren Cloud-Strategie. Unternehmen erhalten eine Infrastruktur, die sowohl heute als auch in Zukunft den steigenden Anforderungen gerecht wird.
Wie unterstützt Power11 Unternehmen konkret beim KI-Einsatz?
KI ist fest in der Architektur verankert und bringt Unternehmen schneller ins KI-Zeitalter. Mit dem IBM Spyre Accelerator bringen wir erstmals einen dedizierten KI-Beschleuniger aus dem Mainframe-Bereich in die Power-Plattform. Er führt Inferenzprozesse direkt auf der Hardware aus – ohne Umwege über GPUs. Zusätzlich beschleunigen Matrix Math Accelerators (MMAs) in jedem CPU-Kern KI-Algorithmen erheblich. Das Zusammenspiel beider Komponenten schafft eine hochoptimierte Infrastruktur für KI-Inferenz in Echtzeit.
Und auf der Software-Seite?
Hier kommt die enge Verzahnung mit unserer KI-Plattform watsonx und Red Hat OpenShift AI ins Spiel. KI-Modelle lassen sich direkt direkt auf Power11 entwickeln, trainieren und betreiben. Besonders praktisch ist hierbei der Watson Code Assistant. Er nutzt GenAI, um Legacy-Code – etwa in IBM i-Umgebungen – automatisch zu modernisieren. Mit watsonx.data können große Datenmengen effizient verwaltet und analysiert werden. So entsteht eine durchgängige KI-Umgebung – von der Datenbasis über das Modelltraining bis zum sicheren produktiven Betrieb.
Ein weiterer Fokus liegt auf Sicherheit. Was bietet Power11 hier Neues?
Mit der integrierten Software-Funktion IBM Power Cyber Vault erkennen wir Ransomware-Angriffe in unter einer Minute und ermöglichen eine automatisierte Wiederherstellung aus unveränderlichen Snapshots. Ergänzt wird dies durch zertifizierte Post-Quanten-Kryptografie, dievor künftigen Quantenbedrohungen schützt. Sicherheit ist damit keine Option mehr, sondern Teil der Architektur.
Power Server sind traditionell für ihre Zuverlässigkeit bekannt. Welche Fortschritte bringt Power11 hier?
Power11 ist der ausfallsicherste Server unserer Geschichte – mit 99,9999 Prozent Verfügbarkeit. Möglich machen das neue DDIMMs, die mit zusätzlichen Speicherchips und Spannungswandlern bei Defekten automatisch einspringen. Neu ist auch der Spare Core – ein Reserve-Prozessorkern, der sich automatisch zuschaltet, falls ein aktiver Kern ausfällt.
Auch das Prozessor-Design selbst wurde überarbeitet. Was steckt dahinter?
Der Chip basiert auf einem optimierten 7-nm-Prozess mit 30 Milliarden Transistoren – fast doppelt so vielen wie beim Vorgänger. Das bedeutet mehr Kernleistung – 55 Prozent gegenüber Power 9 – bei besserer Energieeffizienz. Die neue Firmware-Funktion Resource Groups optimiert die Ressourcenauslastung, während ein Energiesparmodus bis zu 28 Prozent höhere Effizienz liefert. Das Ergebnis ist eine doppelte Performance pro Watt gegenüber x86.
Für welche Anwender und Workloads ist Power11 interessant?
Power11 ist für unterschiedliche Unternehmensgrößen und Workloads konzipiert:
- Scale-out Server wie der Power S1122 und S1124 richten sich an mittelständische Unternehmen, die kompakte, leistungsstarke Systeme für Virtualisierung, ERP oder Datenbanken suchen.
- Midrange-Systeme wie der Power E1150 sind für datenintensive Workloads – etwa Analytics oder KI-gestützte Geschäftsprozesse – ausgelegt.
- Und das High-End-Modell Power E1180 ist für die anspruchsvollsten Szenarien gedacht, etwa Core-Banking oder SAP HANA.
Das Einzigartige bei Power11: Alle Server-Klassen basieren auf einer einheitlichen Architektur. Das erleichtert den Betrieb wie auch zukünftige Migrationen erheblich.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Hybrid-Cloud-Fähigkeit. Wie sieht das Zusammenspiel von Power11 und Cloud konkret aus?
Unternehmen können mit Power11 Workloads flexibel On-Premises, in der IBM Cloud oder als Hybrid-Lösung betreiben. Die vollständige Kompatibilität mit dem IBM Power Virtual Server erlaubt nahtlose Workload-Transfers ohne Anpassungen von Anwendungen oder Betriebssystemen. Mit Live Partition Mobility lassen sich Workloads sogar im laufenden Betrieb verschieben. Und über Red Hat OpenShift AI und watsonx erhalten Entwickler eine konsistente Umgebung über alle Infrastrukturebenen Ebenen hinweg.
IBM bietet im Zuge des Launches ein 5-Tages-Bundle für den Hybrid-Cloud-Aufbau an. Was steckt dahinter?
Mit diesem Angebot wollen wir Unternehmen einen schnellen, strukturierten Einstieg in die Hybrid-Cloud ermöglichen. Das 5-Tages-Bundle kombiniert Power11-Hardware, Migrations-Tools, Cloud-Kapazitäten und Services in einem vorkonfigurierten Paket. Ziel ist, innerhalb von fünf Tagen eine funktionsfähige Hybrid-Cloud-Umgebung bereitzustellen.
Wie ordnet sich Power11 strategisch im IBM Portfolio ein?
Power11 ist ein zentraler Baustein unserer Vision einer modernen, sicheren und KI-fähigen IT-Infrastruktur. Die Hybrid-Cloud wird dank Power11 zum Standard-Modell. Bestehende Legacy-Anwendungen im IBM i-Umfeld können durch AI-Funktionen effizient modernisiert werden. Und durch die tiefe Integration mit watsonx und Red Hat OpenShift AI wird Power11 zur optimalen Plattform für produktive KI-Anwendungen und ist der Motor der IBM-Strategie für das KI-Zeitalter.
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Quelle: IBM
Quelle: TD Synnex Germany
Quelle: Scheffer
