Bei Rapid Fire handelt es sich um ein Open Source-Projekt aus dem Hause Task Force IT Consulting GmbH und Tools400. Das Produkt ermöglicht eine Datenbankerweiterung innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums.

Das Thema Datenbankerweiterung ist für jeden Entwickler immer ein sehr kritisches. Die schwierigste Frage, die sich der Entwickler stellen muss, ist, wann kann ich dieses Vorhaben in den Produktionsbetrieb übernehmen. Damit genau diese Frage einfach zu beantworten ist, haben wir Rapid Fire entwickelt.

Der Fokus von Rapid Fire liegt auf der Reduzierung der Downtime bei einer Installation von Dateien mit mehreren Millionen Datensätzen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Eine kurze Downtime und die Konzentration auf das Wesentliche führen zu einer Reduzierung der Kosten.

Wie funktioniert Rapid Fire?

Das Tool arbeitet mit einer sogenannten Schattenbibliothek. Die zu installierende Datei wird dabei zunächst in dieser Schattenbibliothek erstellt. Über ein von Rapid Fire generiertes Programm werden anschließend alle Daten von der Produktionsbibliothek in die Schattenbibliothek kopiert. Das Kopieren kann je nach Größe der Datei Stunden oder sogar Tage dauern. Jedoch ist das kein Problem, da dieser Vorgang im Hintergrund des Systems ausgeführt wird. Die Anwender können während des gesamten Kopiervorgangs normal weiterarbeiten. Die Statusanzeige des Rapid Fire Jobs (Abb.1) zeigt dem Programmierer Informationen über die zu kopierenden Datensätze, die abgelaufene Zeit und die Veränderungen an der Datei in der Produktionsbibliothek während des Kopiervorgangs an.

Statusanzeige des Rapid Fire Jobs

Das Interface von Rapid Fire

Die Veränderungen an der Datei in der Produktionsbibliothek, die während des Kopiervorgangs auflaufen, werden von einem separaten Rapid Fire Job über ein Journal ermittelt, in dem die Datei aufgezeichnet wird. Diese Veränderungen werden mit einer Verzögerung von 15 Sekunden in der Datei, die sich in der Schattenbibliothek befindet, nachgezogen. Somit ist gewährleistet, dass die Dateien in der Produktions- und Schattenbibliothek immer identisch sind. Nach Abschluss des Kopierprozesses kann zum gewünschten Zeitpunkt die eigentliche Installation vorgenommen werden. Dazu müssen die Benutzer die Anwendung verlassen, damit die zu installierende Datei nicht mehr gesperrt ist.
Danach wird der Rapid Fire Job einfach beendet und die allerletzten Änderungen der Anwender werden in der Datei der Schattenbibliothek angelegt. Abschließend muss die Datei nur noch manuell von der Schatten- in die Produktionsbibliothek übertragen werden. Im Zusammenspiel mit dem Change-Management-System CMOne der Firma Task Force IT Consulting GmbH wird auch dieser Vorgang noch automatisiert.

Was verändert sich für den Programmierer bei einer Datenbankinstallation mit Rapid Fire?

Anhand der Funktionalitäten, die Rapid Fire bietet, werden die Arbeitsprozesse beschleunigt. Aufträge können geplant werden, ohne dass dabei mögliche Systemausfälle berücksichtigt werden müssten. Die minimale Downtime des Systems macht es möglich, eine Vollauslastung über das gesamte Jahr zu gewährleisten. Die Motivation und Produktivität jedes einzelnen Mitarbeiters wird gesteigert. Um die Vorteile anhand von Zahlen festzumachen, haben wir Performanceanalysen für Datenbankinstallationen einmal auf konventionelle Weise und dann mit denselben Daten und Unterstützung von Rapid Fire durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie dramatisch die Downtime bei einer Installation auf konventionelle Weise ist. Beim Einsatz von Rapid Fire verstreichen hingegen lediglich Sekunden, bis der Anwender wieder mit der Anwendung arbeiten kann. Je größer die Anzahl der Datensätze und je mehr Dateien neu erstellt oder erweitert werden, umso größer wird der Unterschied. Die Downtime bei einer Installation von 10 Millionen Datensätzen und 40 logischen Dateien ohne Rapid Fire wurde nach 5 ½ Stunden beendet. Nach der Installation von Rapid Fire ist die Ausfallzeit auf nur noch neun Sekunden gesunken.

Wie wird Rapid Fire installiert und aufgerufen?

Zunächst wird für die Nutzung von Rapid Fire die IBM i-Version V7R1M0 benötigt.

Bevor installiert werden kann, muss Rapid Fire heruntergeladen werden. Zum einen steht ein Downloadlink auf der Webseite der Firma Task Force IT Consulting GmbH taskforce-it.de/de/open-source-und-knowledge-base/ zur Verfügung, zum anderen auf dem Portal „sourceforge“. Danach muss die SaveFile entpackt und via FTP oder anderen Hilfsmitteln dem System hinzufügt werden. Die Rapid Fire-Bibliothek muss dann mit dem folgenden Befehl ergänzt werden:

  1. RSTLIB SAVLIB(RAPIDFIRE) DEV(*SAVF)
    SAVF(MYLIBRARY/MYSAVEFILE)

Zum Starten von Rapid Fire müssen dann lediglich die zwei folgenden Schritte ausgeführt werden:

  1. CHGCURLIB CURLIB(RAPIDFIRE)
  2. RF

Danach öffnet sich Rapid Fire und steht zur freien Verfügung.