Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, historisch gewachsene IT-Infrastrukturen mit modernen Anwendungen zu verknüpfen. Der vollständige Austausch dieser Systeme ist oft zu aufwändig – und nicht zwingend notwendig. Die neue KI-Evolutionsstufe „Agentic AI“ bietet eine Brückentechnologie, die Altsysteme intelligent erweitert und Prozesse automatisiert, ohne deren Stabilität zu gefährden.
Viele Unternehmen sind durch ihre jahrzehntelang gewachsenen IT-Strukturen in ihrer Weiterentwicklung eingeschränkt. Insbesondere COBOL-basierte Mainframes und proprietäre Midrange-Plattformen wie IBM i/AS-400 erweisen sich zwar als zuverlässig und skalierbar, sind aber zugleich schwer wartbar und lassen sich nur mit großem Aufwand an moderne Cloud-Infrastrukturen anbinden. Der Einsatz neuer Technologien wird so zur Herausforderung – vor allem, weil tiefgreifende Modernisierungen häufig mit Risiken, Zeitdruck und Ressourceneinsatz verbunden sind.
Doch es gibt Alternativen zum vollständigen Systemwechsel. Mit Agentic AI steht Unternehmen eine neue Stufe der Künstlichen Intelligenz zur Verfügung, die bestehende Systeme nicht ersetzt, sondern durch intelligente Steuerung, Integration und Automatisierung ergänzt.
Wie eine zusätzliche Schicht legt sich Agentic AI über vorhandene IT-Strukturen, verbindet Alt und Neu und ermöglicht dadurch einen schrittweisen, risikoarmen Wandel.
KI-Agenten erweitern bestehende IT
Legacy-Systeme bestehen oft aus einem komplexen Zusammenspiel aus Programmen, Datenbanken, Schnittstellen und Middleware. Aufgrund ihrer spezifischen Struktur – häufig in COBOL entwickelt – sind sie schwer wartbar, vor allem da das entsprechende Fachwissen immer seltener wird. Hier setzen die autonomen KI-Agenten von Agentic AI an:
Sie agieren selbstständig, treffen Entscheidungen, führen Aufgaben aus und können Prozesse optimieren oder neu entwickeln. Damit werden sie zu mehr als bloßen Assistenzsystemen.
„Legacy-Systeme werden nicht einfach verschwinden, sie werden auch künftig bei zahlreichen Unternehmen im Einsatz sein. Ein Hindernis müssen sie dennoch nicht sein“, erklärt Dr. Réne Külheim, Head of Artificial Intelligence bei der PTA IT-Beratung. „Wenn Unternehmen Agentic AI als Brückentechnologie nutzen, können sie Prozesse schneller integrieren, automatisieren und schrittweise modernisieren. Wer jetzt eine agentenfähige Integrationsschicht aufbaut, gewinnt Zeit, Qualität und Flexibilität für die notwendigen Modernisierungsschritte bestehender IT-Landschaften.“
Quelle: PTAIntegration, Automatisierung, Entlastung
In der Praxis zeigen sich die Vorteile in mehreren Dimensionen:
- Mit Retrieval-Augmented Generation (RAG) greifen KI-Agenten gezielt auf unternehmensinterne Datenquellen zu – darunter Dokumente, Logs oder Datenbanken – und machen diese Informationen für Entscheidungen nutzbar.
- Multi-Agent-Orchestrierung ermöglicht die Zusammenarbeit spezialisierter Agenten für Aufgaben wie Datenverarbeitung, Compliance oder Transaktionen.
- Bestehende Automatisierungslösungen lassen sich anbinden und ergänzen, was zu durchgängigen, protokollierten und nachvollziehbaren Abläufen führt.
- Selbst dort, wo keine API-Schnittstellen verfügbar sind, können AI Agents über sogenannte „Computer-Use-Fähigkeiten“ direkt auf Benutzeroberflächen zugreifen, Formulare ausfüllen oder Navigationsschritte übernehmen – ähnlich einem menschlichen Nutzer.
So reduzieren sich die Workloads in bestehenden Systemen erheblich. Gleichzeitig entsteht Raum für strategischere Aufgaben und eine bessere Skalierbarkeit der IT-Prozesse.
Unternehmen erkennen Potenzial
Die zunehmende Integration von Cloud-Technologien macht den Modernisierungsdruck deutlich. Laut der aktuellen Lünendonk-Hossenfelder-Studie „IT-Modernisierung zwischen Legacy, Cloud und KI“ von 2025 sehen 62 Prozent der befragten Unternehmen Teile ihrer geschäftskritischen Anwendungen als veraltet an. 91 Prozent planen bis 2028, mindestens 40 Prozent ihrer Systeme in die Cloud zu verlagern – entsprechend steigen die Budgets: 83 Prozent wollen ihre IT-Ausgaben 2026 erhöhen.
Agentic AI wird dabei zunehmend als Lösung verstanden. 74 Prozent der Studienteilnehmer erwarten durch den Einsatz agentischer KI eine bessere Erkennung von Sicherheitslücken in Altsystemen und konkrete Hinweise zu deren Schließung. 61 Prozent sehen darin eine Möglichkeit, leichteren Zugang zur komplexen Programmlogik historisch gewachsener Systeme zu gewinnen – ein entscheidender Vorteil, insbesondere für neue Fachkräfte im Unternehmen.
Zudem rechnen 55 Prozent der Befragten mit einem Wissensgewinn durch verbesserte Systemdokumentationen und effektiveres Know-how-Management. Denn erst wenn der Quellcode und die Struktur der bestehenden Systeme verstanden werden, lassen sich zielgerichtete Modernisierungsschritte ableiten.
Weißbuch liefert vertiefte Einblicke
In einer gemeinsamen Untersuchung mit Statista hat die PTA IT-Beratung Anwendungsszenarien, Potenziale und Herausforderungen von Agentic AI in der Unternehmenspraxis analysiert. Über 200 IT-Entscheider aus verschiedenen Branchen wurden dafür befragt. Das Ergebnis: Agentic AI befindet sich zwar noch in einem frühen Entwicklungsstadium, bietet aber ein breites Anwendungsspektrum – gerade im Bereich der IT-Modernisierung.
Unternehmen, die frühzeitig in den Aufbau von Know-how investieren, verschaffen sich einen strategischen Vorsprung. Vertiefende Informationen, konkrete Praxisbeispiele und strategische Empfehlungen sind im Whitepaper „Agentic AI in der Praxis“ zusammengefasst.
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