PC Server auf System i zu konsolidieren hat eine lange Tradition. Es begann 1993 mit OS/400 Version 3.1 mit dem FSIOP und den Betriebsystemen OS/2 und Novell. Seit 1998 wird Windows unterstützt, seit 2002 auch Linux.

Für die Konsolidierung gab es zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Einmal auf dem Integrated xSeries Server. Der IXS ist eine Karte, die in das System i eingebaut wird und auf der dann das Betriebsystem, z. B. Windows 2003 Server, läuft. Auf dem IXS befinden sich der Prozessor und der Hauptspeicher. Die andere benötigte Hardware, wie Platten, LAN Adapter und CD-Laufwerke, werden vom System i zur Verfügung gestellt.

Die andere Möglichkeit erlaubte es auch ausgewählte xSeries Server mit bis zu acht Prozessoren an System i anzuschließen. Diese Server wurden über den Integrated xSeries Adapter (IXA) angeschlossen, der mit einem HSL mit dem System i verbunden wurde. Auch hier kamen der Prozessor und der Hauptspeicher von der xSeries und der Rest der benötigten Hardware wurde vom System i zur Verfügung gestellt. Beide Varianten wurden im Laufe des Jahres 2008 vom Vertrieb zurück­gezogen.

Viele System i Kunden, die sich in den letzten Jahren für eine Konsoli­dierung ihrer Windows Server auf System i entschieden hatten, setzen neben dieser Konsolidierung zunehmend auf eine weitere Virtualisierung dieser ­Server.

Diese Virtualisierung wird ermöglicht durch VMware ESX. Es gab zwar bisher schon eine Möglichkeit VMware auf dem IXS einzusetzen, aber es handelte sich um VMware GSX und diese Variante war nicht offiziell unterstützt. Es gab daher schon seit längerem die Forderung, VMware ESX auf dem IXA bzw. IXS zu unterstützen. Dies konnte auf dem IXS und IXA nicht mehr realisiert werden.

Anfang 2007 wurde dann die iSCSI Integration von BladeCentern und xSeries Servern angekündigt und im Zuge dieser Ankündigung wurde auch VMware ESX auf dieser integrierten Lösung angekündigt. Seit September 2007 ist diese Lösung nun verfügbar.

Virtualisierung für x86

VMware ist ein Virtualisierungsprodukt für x86 Prozessor basierende Server. Es ermöglicht die Verringerung der Anzahl von physischen Servern durch Virtualisierung, d. h. das physische Server durch virtuelle Server, so genannte virtuelle Maschinen, ersetzt werden. Das Prinzip dabei ist, dass BIOS, Betriebssystem und die Anwendungen keinen direkten Zugriff auf die physische Hardware haben, sondern durch eine Virtualisierungsschicht voneinander getrennt sind.

Je nach Anforderung laufen mehrere virtuellen Maschinen auf einem einzelnen Server. In einer virtuellen Maschine unter VMware ESX können die Betriebsysteme Windows, Linux, Solaris und Netware installiert werden.

Die Unterstützung für VMware ESX Server auf über iSCSI an System i angeschlossenen BladeCentern und System x ermöglicht es unseren Kunden nun auch für diese Server, die vielen Vorteile der Konsolidierung auf System i zu nutzen. Hier einige Beispiele:

Server Management: viele Basisdinge kann man mit dem Navigator durchführen, z. B. das Plattenmanagement, gemeinsame Sicherung, Starten und Stoppen der EXS Server etc.

System i als SAN für ESX Server: Wie bei den integrierten Windows oder Linux Servern werden den ESX Servern virtuelle Platten zu Verfügung gestellt, die der Server als reale Platten sieht. Dabei werden auf dem System i Netzwerkspeicherbereiche erstellt, die dann dem ESX Server zugeordnet werden und vom Server als normales Laufwerk gesehen wird. Diese Zuordnung kann im laufenden Betrieb erfolgen, d. h. es kommt zu keiner Unterbrechung.

Die Netzwerkspeicherbereiche können bis zu 1TB groß sein und es können maximal 64 NWS einem Server zugeordnet werden.

Sicherung: Da diese Netzwerkspeicherbereiche im IFS liegen, werden sie bei einer Gesamtsicherung automatisch mitgesichert. Man kann sie aber auch als einzelnes Objekt sichern. Beim ESX wird empfohlen, für jede virtuelle Maschine einen eigenen Speicherbereich anzulegen, da man so eine große Flexibilität beim Sichern hat.

Hot Spare: Da bei der Installation des EXS Servers eine Netzwerkserverbeschreibung angelegt wird, in der man sich auf eine Hardwareressource bezieht, kann man bei einem Ausfall des Servers die Ressource eines als Hot Spare vorhandenen Servers in der Netzwerkbeschreibung ändern, um dann ohne Datenverlust den ESX Server auf diesem Server hochzufahren.

Test: Durch diese Technik ergeben sich auch gute Möglichkeiten zum Testen. So kann man z. B. die Speicherbereiche des Produktionsserver kopieren und einem Testserver zuordnen. Dort können dann z. B. kritische Updates eingespielt und getestet werden, ohne die Produktionsumgebung zu gefährden.

Einschränkungen unter V5R4: Da man unter V5R4 keine Möglichkeit hat einen Netzwerkspeicherbereich gleichzeitig an zwei integrierten Servern aktiv zu haben, werden VMware VMmotion, HA und DRS nicht unterstützt. Mit V6R1 ist diese Funktionalität vorhanden und daher werden VMmotion, HA und DRS dann auch unterstützt.

Installationsvoraussetzungen

System i

Modelle 515, 520, 550, 570 und 595

iSCSI HBA:

Feature # Description CCIN #
5783 Copper HBA 573B
5784 Fiber HBA 573C
  • i5/OS V5R4
    •  Extended Base Directory Support (5722-SS1 opt 3)
    •  Integrated Server Support (5722-SS1 opt. 29)
    •  QSHELL support (5722-SS1 opt 30)
    •  Digital Certificate Manager (5722-SS1 opt. 34)
  •  IBM i5/OS Integration for Linux on xSeries (5722-LSV)
  •  IBM HTTP Server for iSeries (5722-DG1)
  •  TCP/IP Connectivity Utilities for i5/OS V5R4 (5722-TC1)
  •  IBM Director 5.20 (5733-DR1)
  •  IBM iSeries Access for Windows (5722-XE1)

Unbedingt erforderlich ist es, die aktuellen PTFs zu installieren. Die aktuelle Liste ist unter folgenden Link zu finden:

www-03.ibm.com/systems/i/advantages/integratedserver/ptfs.html

BladeCenter und System x:

Server Model Operating Systems Tested
HS20 (8843) WIN2003, ESX3*, SLES9*
LS20 (8850) WIN2003, ESX3*, SLES9*
HS21 (7995,8853) WIN2003, ESX3*, SLES9*
LS21 (7971) WIN2003, ESX3*, SLES9*
LS41 (7972) WIN2003, ESX3*, SLES9*
x3950 (8872) WIN2003, ESX3, SLES9
x3850 (8863,8864) WIN2003, ESX3, SLES9
x3650 (7979) WIN2003, ESX3, SLES9
x3550 (7978) WIN2003, ESX3, SLES9
x3500 (7977) WIN2003, SLES9
x460 (8872) WIN2003, ESX3, SLES9
x366 (8863) WIN2003, ESX3, SLES9
x346 (8840) WIN2003, ESX3, SLES9
x336 (8837) WIN2003, ESX3, SLES9
x236 (8841) WIN2003, SLES9

Eine aktuelle Liste der unterstützten Server findet man unter dem Link:
www-03.ibm.com/systems/i/advantages/integratedserver/iscsi/servermodels

iSCSI HBA für BladeCenter und System x:

Feature
Code
Part # Description IBM List in VMware I/O Compatibilty Guide
1483 30R5201 System x Copper HBA IBM iSCSI Server TX Adapter
1481 30R5501 System x Fiber HBA IBM iSCSI Server SX Adapter
1358 32R1923 Blade iSCSI I/O Expansion adapter QMC4052

Der neue PCIe HBA mit Dual Port wird erst mit VMware 3.5 unterstützt, welches mit V6R1 auf iSCSI verfügbar sein wird.

Zusätzliche Informationen zu unterstützten LAN-Adaptern findet man unter der Link:
www.vmware.com/pdf/vi3_io_guide.pdf

VMware Versionen und zusätzliche Lizenzen

  • ESX 3.0.2
    • Standard und Enterprise
  • Zusätzliche  Software:
  • ESX 3.0.1
    • Standard und Enterprise
    • VMware Lizenz
      • Standard oder Enterprise Version
    • Subscription
    • Support
      • ServicePack
      • Service Elite
    • Virtual Center Server
      • MS Windows Lizenzen
    • Datenbank Server
      • SQL oder Oracle Server
    • Lizenz Server
    • Gast Betriebssystem Lizenz und Installations CD’s

Beispiele für unterstützte Betriebssysteme unter ESX auf iSCSI:

  • 32-bit Betriebssysteme
    • Microsoft Windows (Windows Server 2003, XP Professional, Windows 2000, Windows NT 4.0)
    • Red Hat Linux (RHEL 2.1, 3, 4)
    • SuSE Linux (SLES 8, 9, 10)
    • Novell Netware (v5.1, v6.0, v6.5)
    • Sun Solaris 10
  • 64-bit Betriebsysteme
    • Microsoft Windows (Windows Server 2003)
    • Red Hat Linux (RHEL 3, 4)
    • SuSE Linux (SLES 9, 10)
    • Sun Solaris 10
  • Hier gibt es eine größere Auswahl als bei den native auf iSCSI unterstützten Betriebsystemen.

Installation

Der ESX Server wird mit dem Befehl INS­LNX­SRV von einem 5250 Bildschirm aus installiert, hier ein Beispiel dazu:

INSLNXSVR NWSD(ESXSERVER) LNXSVRDST(*ESX3) RSTDDEVRSC(*ALL) STGPTH(NWSH1) VRTETHPTH((*VRTETHPTP NWSH1)) RMTNWSCFG(RS99ZZZ14) SPNWSCFG(SP99) CNNNWSCFG(IPSEC)

Eine detaillierte Installationsanweisung findet man im Infocenter unter dem Link:
publib.boulder.ibm.com/infocenter/systems/index.jsp?topic=/rzahq/whatsnew.htm

Eine Planungs- und Installationsanweisung als PDF findet man unter dem Link:
www-03.ibm.com/systems/i/advantages/integratedserver/pdf/vmware_on_iscsi.pdf

Weitere Links zu dem Thema iSCSI Anbindung an System i findet man unter:
www-03.ibm.com/systems/i/advantages/integratedserver/index.html
www-03.ibm.com/systems/i/advantages/integratedserver/iscsi/readme

Als Fazit lässt sich sagen, dass mit dem Angebot, VMware Server ESX auf System i zu konsolidieren, eine von vielen Kunden gewünschte Lösung angeboten wird, die das System i als den Integrationsserver Nr. 1 in der heutigen Zeit positioniert.