Wie doch die Zeit vergeht… wird manch einer sich sagen, zumal IBM erst am 12. April 2016 IBM i 7.3 angekündigt hatte. Richtig, aber seither sind schon wieder drei Jahre ins Land gezogen und mit der Ankündigung von IBM i 7.4 am 23. April 2019 wurde bereits ein neues Kapitel IBM i-Geschichte aufgeschlagen. Zeitgleich wurde auch ein neuer Technology Refresh (TR) für IBM i 7.3 angekündigt, nämlich TR6. TR6 steht seit 10. Mai 2019 und das IBM i Release 7.4 ab 21. Juni 2019 zur Verfügung. Für die Version IBM i 7.2 wird es keine Verbesserungen und neuen Funktionen mehr geben, sprich der TR9 vom 14. September 2018 ist für dieses Release die finale Version.

Hardwarevoraussetzung für IBM i 7.4 sind die beiden neuesten Generationen der Power-Systeme, also diejenigen, die auf der POWER8- und POWER9-Prozessortechnologie basieren. Dabei betrifft das Release IBM i 7.4 die gesamte Palette – vom Basisbetriebssystem über DB2 for i und die Anwendungsentwicklung bis hin zur Verfügbarkeit. Die neuen Funktionen werden wie immer unter Beibehaltung der branchenweit führenden Sicherheitsmerkmale bereitgestellt, für die das Betriebssystem IBM i seit jeher bekannt ist.

Die Verbesserungen und Ergänzungen in IBM i 7.4 bilden mit Technologien wie Artificial Intelligence (AI) und solchen für das Internet of Things (IoT) eine solide Grundlage für fortlaufende Innovationsspielräume bei den Geschäftsanwendungen von IBM i-Anwendern.

Highlights von IBM i 7.4

Ein Schwerpunkt von IBM i 7.4 liegt auf SQL-Operationen für Datenbankadministratoren. Durch neue Funktionen für die DB2for i-Datenbank (zum Beispiel Erweiterungen für IBM i Services) sowie MESSAGE_FILE_DATA, eine SQL-Alternative zum Befehl DSPMSGD und dem API Retrieve Message (QMHRTVM) wurden die Funktionalitätsbandbreite erweitert und die Performance verbessert. Aber auch Anwendungsentwickler – sowohl in traditionellen wie in Open Source-Umgebungen – profitieren mit dem neuen Release von Verbesserungen für RPG IV, COBOL, System Debugger, Node.JS und Python sowie von neuen Tools und der Möglichkeit zur Nutzung der Sprache R. Außerdem wurden die Rest-APIs erweitert, so dass SQL jetzt direkt über die HTTP-Verbindung aufgerufen werden kann.

Im Bereich Security wurden mit der Erweiterung der Kennwortregeln für SST-Benutzer-IDs, der Automatisierung der Zertifikatsverwaltung mit Hilfe von Digital Certificate Manager (DCM)-APIs und mit der Erweiterung der Authority Collection – etwa um Informationen für bestimmte Objekte sammeln zu können – ebenfalls einige wesentliche Verbesserungen realisiert.

Beim Work Management wurden die Workload-Gruppen durch Hinzufügen von Exit-Punkten zur Job-Queue Job-Verfolgung erweitert sowie durch neue Funktionen zum Abrufen von Prozessor-Multitasking-Informationen.

Das Networking wurde durch Aktualisierung auf die neuesten Industriestandards für TLS, SNMPv3, SMB3 und SMTP sicherer gemacht und vereinfacht. Und durch PowerHA zur Verfügung gestellte neue Funktionen bringen Verbesserungen im Bereich von SAVE- und RESTORE-Operationen sowie beim Clustering.

Ein neues Lizenzprogramm (LPP), nämlich IBM Db2® Mirror for i (5770-DMB), bietet nun eine nahezu kontinuierliche Verfügbarkeit der Systeme. Die neue Funktion setzt eine RoCE (RDMA over Converged Ethernet) Communication-Adapterkarte für High Speed-synchrone Replikation mit der DB2 for i-Datenbank voraus. Weitere Softwarevoraussetzung ist DB2 Data Mirroring (IBM i Option 48), das mit Bestellung von 5770-DMB automatisch mitgeliefert wird.

Die DB2 Mirror-Umgebung erfordert externen Storage. IBM System Storage DS8000 oder IBM Spectrum Virtualize wird dringend empfohlen, ist aber nicht Voraussetzung; auch externe Speichersysteme von Drittanbietern oder andere externe IBM-Speichersysteme können verwendet werden. Die „Cloning“-Operationen während der Installation müssen dann aber manuell durchgeführt werden.

Auch dem „übergeordneten“ IBM i-Portfolio wurden mit vielen LPPs – zum Beispiel IBM Backup, Recovery and Media Services for i (BRMS), IBM PowerHA, System Mirror for i und Administration Runtime Expert – wichtige Funktionen hinzugefügt.

Desktop-Tools für die Anwendungsentwicklung – wie IBM Rational Developer for i (RDi), System Management und IBM i Access Client Solutions (ACS, Version 1.1.8.2) – warten gleichfalls mit neuen Funktionen auf. Ebenso neu: „Fast Start“ EZ-Install-Paket für IBM Db2 Web Query in Version 2.1.1. Und DB2 Web Query eröffnet jetzt neue Möglichkeiten zur Nutzung der IBM i Services.

Zusätzliche Eigenschaften sind:

  • IBM Domino 10.0.1 und IBM Traveler 10.0.1.1 werden nun auch unterstützt.
  • ARCAD Observer for IBM i und ARCAD Converter for IBM i für die traditionelle Anwendungsentwicklung wurden gleichfalls aktualisiert.
  • IBM Content Manager OnDemand for i 7.4 unterstützt nun mit Cloud Storage Solutions for i das Sichern in die Cloud und bietet Verbesserungen bei mehreren Befehlen.
  • Und dann noch ein Ausblick – also ein „Statement of Direction“ (SOD) – NVMe: POWER9-prozessorbasierte Systeme unterstützen NVMe-Speicher. Derzeit gibt es keine Unterstützung von NVMe durch IBM i, weder „hinter“ VIOS (Virtual I/O Server) noch direkt. Allerdings plant IBM, die native Unterstützung für NVMe-Devices (Non-Volatile Memory Express) in das IBM i-Betriebssystem aufzunehmen.

Weitere Detailinformationen auf der IBM Developerworks Webseite:

IBM i 7.4 – Base Enhancements
ibm.co/2GWoXI0

IBM i 7.3 – TR6 Enhancements
ibm.co/2VMoZMd