Mit der „Auftragsbezogenen Personaleinsatzplanung“ setzt Atoss auf effizienteres Arbeitszeitmanagement in Produktionsbetrieben. Das Software-Modul wurde für die integrierte Lösung für Arbeitszeitmanagement und Personaleinsatzplanung des Softwarehauses entwickelt. Neben den klassischen Komponenten „Arbeitszeit“ und „Arbeitsort“ fließt nun auch der Auftrag in den Planungsprozess ein. Das Zusatzmodul bildet eine Ergänzung zum PPS-System, welches die Disposition der Personal-Ressourcen oft gar nicht oder nur annäherungsweise berücksichtigt. Insbesondere Unternehmen mit einem hohen Anteil an direkten Lohnkosten können ihr Personal exakter planen und wirtschaftlicher steuern. Dies ist gerade in der Auftragsfertigung oder in der Wartung ein wesentlicher Faktor für die Zukunftssicherung.

Entwicklungsprojekt in Kooperation

Die „Auftragsbezogene Personaleinsatzplanung“ wurde in Zusammenarbeit mit der Meyer Werft, einem Hersteller von Passagier- und Kreuzfahrtschiffen, entwickelt. Ziel des gemeinsamen Projektes war es, ein Modul zu schaffen, das neben Zeit und Ort auch den Auftrag als Planungs- und Steuerungsgröße berücksichtigt. Auf diese Weise lässt sich der Personaleinsatz nicht mehr nur je Arbeitsplatz oder Anlage, sondern punktgenau nach Aufträgen disponieren. Dies ermöglicht selbst bei komplexen Auftragsstrukturen mit zahlreichen Teilprojekten die genaue Prognose und Planung der Personalkapazitäten und die permanente Kontrolle der teuren Arbeitszeit.

Die Meyer Werft als Vorreiter

1.800 Lieferanten, 4.600 Kreditoren und rund 45.000 Bestellpositionen verdeutlichen die Größenordnung eines Schiffsbauprojektes der Meyer Werft. Mit Hilfe der „Auftragsorientierten Personaleinsatzplanung“ lassen sich Daten – wie Auftragsanfang und -ende sowie die dafür vorgesehenen Fertigungsstunden – über eine direkte Schnittstelle vom Projektplanungs-Tool Infoyard an die Atoss Software übergeben. Dort werden die pro Auftrag aufgewendeten Arbeitszeiten ermittelt und wiederum an das Projektplanungssystem übergeben. Sobald ein Auftrag beendet ist, lässt sich genau ersehen, ob die tatsächlich benötigten Stunden den Vorgaben entsprechen oder das Gesamtstundenvolumen überschritten wurde. Die exakte Zuordnung der Ist-Zeiten zu Aufträgen und Kostenstellen ist vollständig integriert. Das Modul und die Software-Suite wurden auf einem Server der iSeries installiert und laufen unter OS/400.

Arbeitszeiten wirtschaftlicher nutzen

Die neue Lösung erlaubt der Personaldisposition der Meyer Werft beispielsweise, bei zusätzlichen Schichten gleich diejenigen Mitarbeiter einzuteilen, deren Arbeitszeitkonten im Minus sind. Eine Prognosefunktion ermöglicht den Führungskräften bzw. den Vorgesetzten den langfristigen Blick auf die Arbeitszeitsituation der Mitarbeiter in ihrer Abteilung. Anhand der Zuordnung von Personaleinsatz und Arbeitsaufträgen wird deutlich, ob in den nächsten Monaten Unter- oder Überbeschäftigung zu erwarten ist und ob die entsprechenden Personal-Ressourcen vorhanden sind. Die IT-gestützte Personaleinsatzplanung soll langfristig zu einer effektiveren Ausnutzung und damit zu einem wirtschaftlicheren Einsatz der Ressource Arbeitszeit führen. Dazu Josef Gauthier, Gruppenleiter im Personalbüro der Meyer Werft: „Für eine komplexe Einzelfertigung wie bei der Meyer Werft ist ein effizientes Steuerungsinstrument die Grundlage für eine ausgeglichene Beschäftigungssituation und eine Budget-orientierte Fertigung. Wir sehen auf einen Blick, welche Mitarbeiter zur Verfügung stehen und ob sie über die erforderliche Qualifikation verfügen. Indem wir die vorhandene Arbeitszeit aktiv in den Planungsprozess einbeziehen, können wir die normalen Arbeitszeiten besser nutzen und teure Überstunden weitestgehend vermeiden.“

Fachautorin: Elke Jäger elke.jaeger@atoss.com