Ende Mai veranstaltete die International Business Systems in Stockholm den IBS Global Executive Summit. Anlass für „einen der wichtigsten Events der Firmengeschichte“, wie CEO Staffan Ahlberg betonte, war die Positionierung im Hinblick auf aktuelle Marktentwicklungen – wie zum Beispiel der wachsende Bedarf nach der Zusammenführung verschiedener ERP-Lösungen entlang der Supply Chain. Hier schickt IBS mit Virtual Enterprise eine moderne Plattform für das Collaborative Business ins Rennen. Auch das neue Release 5.0 der ASW Business-Software wurde thematisiert. Die Besucher bekamen einen Einblick in den Planungshorizont des SCM-Spezialisten mit Themen wie Internet-Kommunikation, Business-Analyse und CRM sowie dem weiteren Aufbau vertikaler Lösungen. Am Rande der Veranstaltung kam es zu einem Treffen zwischen Staffan Ahlberg und Michael Wirt.

Michael Wirt:

Herr Ahlberg, die IBM hat unlängst einen neuen eServer am Markt positioniert. Welche Plattform bieten Sie Ihren Kunden bevorzugt an?

Staffan Ahlberg:

Wir setzen auf die iSeries und glauben, dass IBM künftig verschiedene Server in einer Maschine vereint. Die Server-Plattform ist zwar wichtig, aber wir sind davon überzeugt, dass die Applikationen einen höheren Stellenwert einnehmen. Entscheidend ist die Kosteneffizienz und Zuverlässigkeit des Servers, und dass er von einem Hersteller angeboten wird, der mit Sicherheit noch viele Jahre am Markt agiert.

Michael Wirt:

In Ihrer Einladung steht: „Vergessen wir die Buzzwords“. Wie definieren Sie denn vor dem Hintergrund dieser Aussage Begriffe wie e-Business und e-Commerce?

Staffan Ahlberg:

Wir vermeiden weitestgehend, Buzzwords dieser Art zu gebrauchen. Unser Ziel ist es, für unsere Kunden durch den Einsatz der IBS-Software Kosten zu reduzieren und Erträge zu erhöhen. Das Anwenderbeispiel Galexis, das wir hier gerade vorgestellt haben, zeigt, wie schnell so etwas möglich ist. Letztendlich rückt dabei die Technologie oder das zugrundeliegende Protokoll in den Hintergrund. Was e-Business und e-Commerce angeht, orientieren wir uns mehr und mehr in Richtung objektorientierter Technologien.

Michael Wirt:

Der Markt kennt IBS als auf den Mittelstand ausgerichteten Anbieter. Gibt es denn Pläne, auch in kleinere Marktsegmente vorzudringen?

Staffan Ahlberg:

Nein, sicherlich nicht. Wenn es in eine Richtung geht, dann eher aufwärts.

Michael Wirt:

Ich spreche das an, weil IBM mit Navision und Sage KHK Partnerschaften bekannt gegeben hat, und von denen jetzt Software-Produkte für kleine Unternehmen auf iSeries-Basis erwartet werden.

Staffan Ahlberg:

Ich frage mich, wie das weitergeht. Nur einen Monat, nachdem die iSeries-Ankündigung von Navision bekannt wurde, hat Microsoft Navision übernommen. Microsoft wird voraussichtlich die Spezifikation von Navision behalten und eine neue .NET-basierte Software für kleinerer Unternehmen entwickeln. Das Problem von Navision ist jetzt, dass ihre Interessenten wissen, dass heute gekaufte Produkte schon bald nicht mehr weiterentwickelt werden. Aber, wie gesagt: Es ist sowieso nicht unser Marktsegment.

Michael Wirt:

Apropos Marktsegment: IBS Pharma als die erste Branchenlösung Ihres Hauses scheint sich recht gut zu entwickeln. Verfolgen Sie den Weg der Spezialisierung weiter?

Staffan Ahlberg:

Wir sind heute schon in vielen Branchen stark – wie beispielsweise in Food-Distribution, Automotive oder Chemicals. Spezialisierung ist der Schlüssel zum Kundenservice; es wird daher mit weiteren vertikalen Lösungen zu rechnen sein. Denn wir sind im Gegensatz zu vielen unserer Mitbewerber nicht nur hier, um Lizenzen zu verkaufen, sondern treten als One-Stop-Shop auf. Von uns erhalten die Kunden unter anderem auch Unterstützung bei der Einführung und damit der schwierigsten Phase des gesamten Veränderungsprozesses.

Michael Wirt:

Einen inhaltlichen Schwerpunkt legen Sie auf die Business-Analyse. Was verstehen Sie konkret darunter, und welchen Nutzen können Ihre Anwender daraus ziehen?

Staffan Ahlberg:

Wir kombinieren finanzielle Daten über Erträge und Kosten mit physikalischen Daten – wie zum Beispiel Verkaufsstatistiken oder die Anzahl von Lageraufträgen – miteinander. Auf diese Weise bekommt die Geschäftsführung über unsere Software wichtige Kernaussagen präsentiert – wie beispielsweise die tatsächlichen Rentabilitätsunterschiede von Produktlinien oder Kundenbeziehungen. Dabei gehen nicht nur direkte, sondern auch indirekte Kosten in die Berechnung mit ein. Es ergibt sich also für das Management ein komplettes Bild der wahren Rentabilität auf Produkt- und Kundenebene mit allen Kosten.

Michael Wirt:

Ein letzter Punkt: Herr Ahlberg, Sie haben bekannt gegeben, im Oktober 2002 – nach knapp 25 Jahren in vorderster Linie bei IBS – die Verantwortung an den bisherigen Vice President Magnus Wastenson zu übergeben.

Staffan Ahlberg:

Es gibt für alles eine Zeit und einen Ort, und angesichts eines sich abzeichnenden stark wachsenden Markts sowie der positiven finanziellen Entwicklung von IBS ist jetzt eine gute Zeit, um mich in einer neuen und freieren Rolle als Vorstandsmitglied und Berater einzubringen. Magnus Wastenson kennt die Branche und das Unternehmen. Außerdem bringt er weitreichende und erfolgreiche Erfahrungen aus verschiedenen Management-Positionen mit.

Michael Wirt:

Herr Ahlberg, vielen Dank für das Gespräch.

Staffan Ahlberg CEO, International Business Systems, Stockholm

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