Was bei der bayerischen ALPMA GmbH produziert wird, ist Käse, genauer gesagt: die Maschinen dafür. Neuen Herausforderungen begegnet das Unternehmen gemeinsam mit der Berliner PSI Production GmbH und deren Manufacturing Execution System (MES).

Die ALPMA Alpenland Maschinenbau GmbH in Rott am Inn bietet ihren Kunden komplette Systemlösungen zur Herstellung, Weiterverarbeitung und Verpackung dieses Milchprodukts. Die Kernkompetenzen bestehen aus drei Tätigkeitsfeldern: Erstens der Prozesstechnik, d.h. der Milchaufbereitung und Vorbereitung zur Weiterverarbeitung, zweitens der Käsereitechnik und der Schneide- und Verpackungstechnik sowie drittens der Mechanisierung von Teilprozessen und der Erstellung einer vollautomatischen Großanlage.

Geschäftsführung fordert Gesamtlösung

2005 spitzte sich ein Problem zu: Terminzusagen für Kunden waren nur umständlich und ungenau zu erstellen. Das eingesetzte PPS-System „Swing“ unterstützte die Planung und Steuerung der Projektabwicklung gar nicht oder nur unzureichend. Dafür gab es aber 15 separate Planungsinseln, an denen jeder für seinen Projektabschnitt eine eigene Planung erstellen musste.

Schnell erkannte die Geschäftsleitung, dass es nicht reicht, allein auf der Werkstattebene für Abhilfe zu sorgen, denn vor allem die vorgelagerten Abteilungen sorgten bei Verzug für die Verschiebung tausender Arbeitsgänge in der Fertigung. So forderte die Geschäftsführung eine Gesamtlösung: eine integrierte Planung und Steuerung aller projektbeteiligten Ressourcen und Termine über alle Stufen der Projektabwicklung auf einer Plattform.

Nach einem Auswahlverfahren mit sechs Anbietern erhielt das MES der PSI Production GmbH, Berlin, den Zuschlag. Die Berliner installierten ein Produktiv- und ein Testsystem mit Leitstand, BDE-Terminal, BDE-Client und einer Stundenbogenfunktionalität zur Rückmeldung und projektbezogenen Erfassung der Stunden aus der Konstruktion. Während Swing auf einer IBM iSeries läuft, ist das MES auf einem separaten Windows-Server installiert. Beide sind über eine Schnittstelle verbunden. Das Testsystem, auf einem separaten Server, dient Schulungszwecken und der Prüfung von Updates.

Workflow für die Planung

Angebote erstellt man jetzt in Swing, das automatisch ein Template aus dem MES zieht. Das Template absolviert einen definierten Durchlauf im Projektmanagement. Es gibt keinen alleinigen Planer mehr, sondern einen dezentralen Durchlauf, der wie ein Workflow-System organisiert ist. Der erste Vorgang eines Projekts wird dem ersten Planer auf seinem Monitor eingeblendet. Ist der Vorgang bearbeitet, gelangt er über eine Workflow-Funktion zur nächsten Station. Eine Kundenbestellung wird ebenso im PPS-System erfasst und bearbeitet: Für jede Maschine wird in der PSI-Suite ein individuelles Template angelegt und dem Planer in der Reihenfolge seines Arbeitsvorrats eingeblendet.

Die Fertigung erhält die Werkaufträge erst, wenn die Zeichnungen und Stücklisten aus der Konstruktion kommen und die Arbeitspläne erstellt sind. Der Disponent sieht auf seinem Monitor einen voreingestellten Zeitbalken, den er jetzt nach konkreten Konstruktionsvorgaben verifizieren muss. In Swing erstellt, kommen die Aufträge dann in den PSI-Leitstand, der sie nach vorgegebenen Kapazitätsregeln optimal in das Auftragsnetz einplant und an das PSI-Projektplanungssystem zurückspiegelt. Wenn sich über Nacht ein Projekt verschiebt, ist am nächsten Morgen auch der Zeitbalken für die folgenden Projekte verändert. „Das ist eine Superfunktion“, freut sich Podhorodeski, „man sieht hier alle Auswirkungen und nachfolgende Stationen sehen sofort: Achtung! Hier kann es eng werden.“

Ganzheitlicher Ansatz sorgt für Erfolg

Auf der Leitstands- und Werkauftragsebene verbesserte sich so die Liefertermintreue in die Montage um 30 Prozent, die Bestandsreduzierung der aktiven Werkaufträge in der Fertigung um 60 Prozent. Planungsinseln sind beseitigt und Lieferterminaussagen haben eine viel höhere Qualität als früher. Und die Unternehmensleitung hat einen erheblich besseren Überblick über den Ressourcenverbrauch und die Terminsituation einzelner Projekte.

PSIpenta Software Systems GmbH, Berlin
www.psipenta.de