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Spionage, Erpressung, Sabotage – das Thema Cyberkriminalität ist längst im Mittelstand angekommen, und zwar deshalb, weil mit der zunehmenden Digitalisierung auch das Gefährdungspotenzial für IT-Infrastrukturen steigt. Somit ist es nachvollziehbar, dass Mittelständler Bedenken haben, ihre ERP- oder Warenwirtschaftssysteme nach außen hin zu öffnen, um ihre Prozesse mit anderen Unternehmen zu vernetzen. Sich abzuschotten ist aber auf die Dauer keine Lösung. Was also tun?

Warenwirtschafts- und Logistikprozesse bieten aufgrund zahlreicher Schnittstellen zwischen vielen beteiligten Unternehmen auch entsprechende Angriffspunkte für Hacker. Das kann der illegale Zugriff auf Kunden- und Mitarbeiterdaten sein wie auch die Manipulation von Maschinen oder IT-Anwendungen. Eine Analyse der Strategieberatung Oliver Wyman für 2017 beziffert allein für Deutschland rund drei Milliarden Euro an Schäden durch Cyberkriminelle. Im Jahr 2020 könnten es nach Schätzungen der Experten bereits rund sechs Milliarden Euro sein.

Mittelständler sind sich dieser Gefahren durchaus bewusst. Doch leider verfügen sie häufig weder über die notwendigen personellen Kapazitäten noch über die finanziellen Mittel, um ihre Systeme ausreichend abzusichern. In der Konsequenz verzichten viele Unternehmen auf das vernetzte Arbeiten – und laufen so Gefahr, den Anschluss zu verlieren.

Sicher vernetzt mit dem Digital Hub

Um Unternehmen aus diesem Dilemma zu befreien, hat die GUS Group den „Digital Hub“ entwickelt. Hierbei handelt es sich um einen sicheren, durch GUS betriebenen Cloud-Service, mit dem Anwenderunternehmen der GUS-OS-ERP-Lösung einzelne Dienste und Funktionen der Branchenlösung nach außen bereitstellen können, ohne dabei sensible Stamm- oder Bewegungsdaten aus der Hand zu geben. Die Lösung verbindet ausgewählte Daten und Prozesse des ERP-Systems mit Maschinen, mobilen Anwendern, externen IT-Systemen oder Cloud-Services auf der ganzen Welt, ohne dass ein Unternehmen in teure Integrationslösungen investieren muss. Dabei spielt es keine Rolle, ob die ERP-Suite lokal im eigenen Rechenzentrum oder in einer Cloud betrieben wird.

Die Funktionsweise ist einfach: Mit einer grafischen Oberfläche im ERP-System können Nutzer eine REST-Schnittstelle (REST = Representational State Transfer, Architektur für Webstandards) konfigurieren, die per Knopfdruck als Digital Hub Service in der Cloud veröffentlicht wird. Dort lässt sich der Dienst ausschließlich von autorisierten Nutzern oder Partnern abrufen, ohne eine komplizierte VPN-Verbindung ins Firmennetz aufzubauen.

So kann ein Vertriebsleiter beispielsweise problemlos von unterwegs einen Auftrag freigeben: Er meldet sich mit seinem Benutzernamen und dem Passwort beim Digital Hub Service an, lässt sich den Auftrag über eine mobile Webseite anzeigen und zeichnet das Schriftstück ab. Der Cloud-Service überträgt die Daten sicher zurück ans ERP-System. Dort läuft der Auftrags-Workflow automatisch weiter.

Besonderes Augenmerk hat die GUS Group auf die Sicherheit des neuen Digitalisierungs-Tools gelegt: Eine Öffnung der Unternehmens-Firewall nach außen ist für den Datenaustausch zwischen ERP-System und Digital Hub Service nicht erforderlich. Der Cloud-Service selbst kennt nur die Metadaten für seinen Service. Weder Benutzerinformationen noch Stamm- oder Bewegungsdaten werden in der Cloud gespeichert. Die Kommunikation zwischen dem externen Anwender beziehungsweise einer Maschine und dem Digital Hub Service verläuft verschlüsselt.

Digital Hub in der Logistik

Die Einsatzmöglichkeiten des Digital Hub sind vor allem in der Logistik vielfältig: Ob Paketdienstleister oder Speditionen, ob Kunden oder Lieferanten – mit der Cloud-Lösung lassen sich problemlos Auftragsstati, Liefertermine oder Mengen übermitteln und abfragen. Und auch die Einbindung von Maschinen – beispielsweise für die Verwiegung von Waren – ist über den Digital Hub problemlos möglich.

Der Digital Hub ist unter anderem bei der Leiber GmbH aus Bramsche erfolgreich im Einsatz. Der Hersteller von Bierhefe-Spezialprodukten nutzt den Webservice, um eine netzwerkfähige Lkw-Waage an sein ERP-System anzubinden. Statt das Gewicht der gelieferten Bierhefe manuell ins System einzugeben und den Wareneingang zu buchen, werden die eintreffenden Lastzüge heute vor und nach der Entladung von einer webfähigen Lkw-Waage gewogen. Die Differenz – also das Nettogewicht der Bierhefe – wird via Digital Hub ans ERP-System gesendet und dort ohne Medienbrüche direkt weiterverarbeitet. „Auf Basis des Webservices wollen wir auch in der Zukunft weitere Systeme wie Laborgeräte anbinden, um Mehrfacharbeiten zu vermeiden und Fehler zu verringern“, erklärt Ralf Hohoff, IT-Leiter bei Leiber.

Der Digital Hub ist ein Beispiel dafür, dass sich die sichere Nutzung eines Warenwirtschafts- oder ERP-Systems im Unternehmen mit der zunehmenden Vernetzung mit Partnern und Maschinen durchaus verträgt, ohne große Summen in umfangreiche Security-Lösungen investieren zu müssen.

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