Die active logistics GmbH hat Ende November 2002 mit der Entwicklung von „active l-ware“ begonnen, einer Supply Chain Execution Software, die in ihrer End-Ausbaustufe alle Geschäftsprozesse entlang der Logistikkette abdecken wird. Der Logistik-Dienstleister Roll in Crailsheim ist einer der ersten Pilot-Anwender für fertig gestellte Teilbereiche. Die moderne Standard-Software ist skalierbar und – vor allem – unabhängig von der Applikationsplattform der Kunden. Denn sie wird auf Basis des Versata Logic Servers als Entwicklungs- und Laufzeit-Plattform implementiert. Die active logistics GmbH mit Sitz in Koblenz ist die Dachgesellschaft der active logistics Gruppe mit Standorten in Deutschland, Tschechien und Österreich. Als Komplett-Anbieter von Supply Chain Execution Software beschäftigt das Unternehmen insgesamt mehr als 220 Mitarbeiter. Der Kundenstamm für die Speditions- und Logistik-Software umfasst über 1.500 Firmen jeder Größenordnung und repräsentiert einen Marktanteil innerhalb der deutschen Top 100 von zirka 28 Prozent. Das active logistics solution center versorgt 700 Firmen mit 5.000 Anwendern mit ASP-Lösungen, Clearing und EDI-Umsetzungen.

Zukunftsorientiert entwickelt active logistics eine an der gesamten Logistic Chain orientierte Software. Dazu meint Peter Weber, active logistics-Projektleiter: „Durch die Grundsatzentscheidung für den Versata Logic Server als Entwicklungs- und zugleich als Laufzeitumgebung kann der Entwicklungsfortschritt enorm beschleunigt werden. Statt auf ‚Pure Java’ setzen wir auf das Versata Java Framework.“

Auslöser für diese Entscheidung war die laut Weber ernüchternde Feststellung, dass die Java-Entwickler sich bei „Pure Java“ sehr stark um die Computer-Technologie kümmern mussten, statt logistische Geschäftsanwendungen zu erstellen: „Wir nutzen Versata, damit unsere Programmierer im Projektverlauf frühzeitig die eigentliche Geschäftslogik implementieren und rasch mit Pilotkunden abstimmen können.“ Dieses Vorgehen verkürzt die Entwicklungszyklen erheblich.

Plattformunabhängig und skalierbar

Versata stellt als Entwicklungs- und Laufzeitumgebung die wichtigsten Basisfunktionen plattformunabhängig bereit – und zwar auch in komplexen Umgebungen für transaktionsorientierte Anwendungen mit guter Performance und hoher Stabilität. Die auf der Kundenseite vorhandenen verschiedenen Software-Lösungen – zum Beispiel von IBM, Microsoft oder Oracle – können dann mit Hilfe der Versata-Technologie angekoppelt werden.

Versata arbeitet mit allen von active logistics geforderten Hardware- und Betriebssystemen, Datenbank-Produkten und Applikations-Servern zusammen. Dass auch unterschiedliche Clients die identische Server-Logik verwenden können, verbessert die Skalierbarkeit enorm. „Wir sind in der Lage, problemlos Blade-Server-Architekturen zu verwenden“, macht Weber auf einen gravierenden Vorteil im Betrieb von active l-ware aufmerksam.

Die wichtige Unabhängigkeit vom Applikations-Server erreicht Versata durch vollständige Konformität zu den Standards der Java 2 Enterprise Edition (J2EE). Auf diese Weise puffert Versatas Framework nicht nur die schnellen Release-Zyklen, die Hersteller wie Oracle oder IBM bei den wichtigen Middleware-Produkten an den Tag legen, sondern dadurch wird auch verhindert, dass die rasanten Neuerungen bei Java den Projektfortschritt durch ständige Anpassungen verzögern.

„Wir haben 2004 auf JDK 1.4 gewechselt“, hat Weber ein typisches Beispiel parat. „Technik-Freaks mögen das vielleicht als sehr spät empfinden. Ich bin aber nicht dieser Meinung, denn für ein Projekt – wie das unsere – wäre es sehr problematisch, wenn wir uns ständig an neue Releases anpassen würden. Das erkennen auch unsere Kunden, die durch diese Pufferung ebenfalls an Projektsicherheit gewinnen.“
Weber nennt einen weiteren Vorteil von Versata: „Versata verlässt sich bei der für die objektorientierte Java-Entwicklung entscheidenden Persistenz nicht auf die unterschiedlichen Implementierungen der Applikations-Server, sondern bietet dazu eine äußerst performante und stabile eigene Lösung an – meiner Meinung nach das Beste des gesamten Systems.“

Intelligente Kombination aus Entwicklungs- und Laufzeitumgebung

Dank der intelligenten Versata-Kombination aus Entwicklungs- und Design-Werkzeugen einerseits und mit einer flexiblen Laufzeitumgebung andererseits konnte Webers Team schon nach gut einem Jahr Entwicklungszeit mit dem Prototypen des Moduls „Grafische Disposition“ bei einem Kunden den Testbetrieb aufnehmen. Mittlerweile wurden weitere Neuentwicklungen, wie die Dynamic Logic-Engine (eine Neu-Entwicklung der active logistics Beteiligung Vision-Flow in Dornbirn), fertig gestellt, die auch mit den bisherigen Systemen von active logistics kombiniert und integriert werden können.

So wurde auf Basis des Versata Logic Servers ein Fundament für künftige Entwicklungen im Logistikbereich geschaffen. Dieses Fundament kann sämtliche notwendigen Funktionen aus einem Guss abbilden. Schon bei der Konzeption wurde auf die Konfigurierbarkeit der neuen Anwendung geachtet. Dazu gehören: variable Geschäftsbereichsstruktur, integrierte Workflow-Engine, moderne Oberflächensteuerung, Mehrsprachigkeit und Mandantenfähigkeit sowie Plattform- und Hardware-Unabhängigkeit.

Firmenspezifische Anpassungen problemlos

Diese Flexibilität der Software hält active logistics-Geschäftsführer Wolfgang Müller für den größten Vorteil von active l-ware, denn die Kosten im Software-Betrieb entstehen heute vor allem durch Änderungen, Erweiterungen und Anpassungen der Standardprodukte beim Kunden. „Deshalb haben wir sowohl für die bisherigen Produkte als auch für die Neuentwicklungen Werkzeuge geschrieben, die solche Anpassungsarbeiten wesentlich erleichtern“, ergänzt Projektleiter Weber. „Der Kunde kann mit diesen Werkzeugen in seiner Produktivumgebung auch selbst die notwendigen Anpassungen vornehmen, wenn sich seine Geschäftsprozesse ändern sollten.“

Reichen die vorhandenen Datenstrukturen dazu nicht aus, kann der Anwender darüber hinaus neue Felder außerhalb der Datenbank definieren und in seinen Abläufen darauf Bezug nehmen. „Im Rahmen dieser Neuentwicklung haben wir die Gelegenheit genutzt und die Datenstrukturen optimiert“, erklärt Weber die Vorgehensweise. „So vermeiden wir Probleme beim Zusammenspiel von neuen mit bestehenden Systemen. Es haben sich nämlich – dank neuer fachlicher Anforderungen (wie beispielweise der Lkw-Maut) – auch strukturelle Änderungen in den Daten ergeben.“ Grundsätzlich sei das neue System weitaus anpassungsfähiger geworden, so Weber. „Früher gab es zum Beispiel eine strikt dreistufige Sicht auf den Kunden: eine Firma, die mehrere Niederlassungen oder Werke haben konnte, mit verschiedenen Abteilungen. Heute sind die Unternehmen wesentlich flacher und prozessorientierter organisiert, was die active l-ware in ihren neu strukturierten Daten problemlos abbilden kann.“

„Wir müssen uns nicht mit der kniffligen und schnelllebigen Technik zwischen Client-, Server- und Datenbank-Schichten plagen, sondern können uns auf die Entwicklung von Business-Logik konzentrieren“, fasst er die bisherigen Erfahrungen zusammen. „Versata fokussiert die Java-Programmierer auf das Notwendige. Wer die gebotene Funktionalität nutzt, spart sich jede Menge Arbeit.“

Zusammengefasst ist active l-ware wesentlich besser skalierbar als seine Vorläufer; sie ist nicht an eine bestimmte Hardware-, Datenbank- oder Betriebssystem-Plattform gebunden. „Das verschafft unseren Kunden Spielräume bei der Investition in die für sie passenden Systeme“, unterstreicht Müller den Vorteil der active-l-ware nochmals. „Außerdem können sich unsere Kunden weiter im Rahmen ihrer vorhandenen IT-Infrastruktur bewegen.“

Fachautor: Achim F. von Montigny, Geschäftsführer der Versata GmbH

Lösungsanbieter: active logistics GmbH
Anwender: Roll Spedition GmbH