„Business Continuity ist einfach“, so eröffnete Mark-Allen Perry, IT-Consultant von ALPHA Systems, einen Vortrag in München: „Man muss dazu nur die Zukunft voraussagen können und über unbegrenzte finanzielle Mittel verfügen.“ Selbstverständlich sind reale Unternehmen davon heute weit entfernt: Business Continuity heißt, die IT-Infrastruktur vor Ereignissen zu schützen, die nicht planbar sind – und das mit den begrenzten finanziellen Mitteln, die dafür im IT-Budget vorgesehen sind. Das macht die Herausforderung so komplex. Der Ausfall von geschäftskritischen IT-Systemen ist für Unternehmen ein Alptraum: Wenn Mitarbeiter keinen Zugang zu Informationen und Anwendungen haben, geraten Geschäftsprozesse ins Stocken und Umsätze brechen ein. Unvorhersehbare Ereignisse, die einen IT-Ausfall verursachen können, gibt es viele: Man muss dabei nicht unbedingt an Naturkatastrophen oder gezielte Sabotage denken – auch eine defekte Klimaanlage kann ein Rechenzentrum in kürzester Zeit lahm legen.

Ganzheitliches Vorgehen

Wer Business Continuity-Szenarien plant, sollte daher ganzheitlich vorgehen und die gesamte IT-Infrastruktur mit einbeziehen – vom Rechenzentrum bis zum Endanwender. Um durchgängige Ausfallsicherheit herzustellen, müssen Unternehmen Maßnahmen und Technologien auf unterschiedlichen Ebenen kombinieren. Das beginnt bei der physikalischen Infrastruktur mit räumlich getrennten Rechenzentren und unterbrechungsfreier Stromversorgung, setzt sich fort mit redundant ausgelegten Netzwerkkomponenten, fehlertoleranter Hardware und Backup-Lösungen und reicht bis zum Arbeitsplatz des einzelnen Anwenders, wo Anwendungen und Informationen zuverlässig zur Verfügung stehen müssen.

Um die Arbeitsplätze der Anwender ausfallsicher zu machen, setzen viele Unternehmen auf die zentrale Bereitstellung von Anwendungen und Informationen. Dabei kommt häufig Access Infrastructure Software von Citrix Systems zum Einsatz. In einer Citrix-Umgebung werden Geschäftsanwendungen nicht auf den Endgeräten der Anwender installiert, sondern auf zentralen Servern bereitgestellt und ausgeführt. Die Anwender arbeiten mit der gewohnten Arbeitsoberfläche der Anwendungen, während Tastatureingaben und Mausklicks im Hintergrund an den Server geschickt werden. Der Server verarbeitet die Eingaben und schickt die entsprechenden Bildschirm-Updates an das Endgerät zurück. Anwendungen und Daten bleiben auf den Citrix-Servern und verlassen das geschützte Rechenzentrum nicht.

IT-Zentralisierung

Die IT-Zentralisierung sorgt dafür, dass sich Störungen auf Client-Seite nicht auf die Verfügbarkeit von Anwendungen und Daten auswirken. Fällt ein Endgerät aus, kann der Anwender sofort zu einem anderen Rechner wechseln und seine Arbeit dort nahtlos fortsetzen. Sollte zum Beispiel ein Feuer ein ganzes Bürogebäude zerstören, können die Anwender von einem anderen Ort aus arbeiten und über einen Standard Web-Browser via Internet auf ihre persönliche Arbeitsumgebung zugreifen.

Die US-Investmentbank Lehman Brothers erlebte ihr absolutes Katastrophenszenario am 11. September 2001. Nach den Anschlägen auf das World Trade Center musste die Bank 6.000 Angestellte, die zuvor im World Financial Center beschäftigt waren, auf 20 Standorte in New York und New Jersey verteilen. Die Bank nutzte in dieser Situation Citrix Software, um innerhalb von zwei Tagen eine Remote Access-Lösung für 1.200 Anwender einzurichten. Nach nur sechs Wochen konnten 4.500 Mitarbeiter via Web-Browser auf 81 Geschäftsanwendungen zugreifen. So konnte die Bank den Handel mit festverzinslichen Wertpapieren nach zwei Tagen wieder aufnehmen und auch sofort mit Aktien handeln, als die US-amerikanischen Märkte wieder öffneten.

Zentrale Bereitstellung

Die zentrale Bereitstellung von IT-Ressourcen ist also ein Mittel, um den Zugang zu Anwendungen und Informationen auch unter extremen Bedingungen sicherzustellen. Unternehmen mit geografisch verteilten Niederlassungen können in besonderem Maße von der Zentralisierung profitieren: Sie müssen nicht mehr jeden Unternehmensstandort mit einer ausfallsicheren IT-Architektur ausstatten, sondern nur noch ein Rechenzentrum redundant aufbauen und hochverfügbar machen. So lassen sich die Komplexität und die Kosten einer Business Continuity-Lösung grundlegend reduzieren.

Holger Hespelein, Content Manager

Citrix Systems GmbH

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