Die Grundlage für das Erzeugen von Ausdrucken im OS/400 sind die mit DDS erstellten extern beschriebenen Druckerdateien sowie die Datenströme SCS, IPDS und AFPDS. Während SCS als Datenstrom für reine Textanwendungen den heutigen Anforderungen nicht mehr ganz gerecht wird, ist IPDS als objektorientierte Seitenbeschreibungssprache für alle Druckaufgaben im täglichen Geschäft die erste Wahl. Mit AFPDS lassen sich selbst komplexe Druckprozesse beschreiben, die dann mithilfe des Print Service Facility (PSF) in IPDS konvertiert werden. IPDS ist auf Laser-, Matrix- und Etikettendruckern verfügbar und macht daher OS/400-Anwendungen weitestgehend unabhängig von der tatsächlich eingesetzten Drucktechnologie. Die Anwendungsprogramme – egal in welcher Programmiersprache sie geschrieben sind – handhaben den Drucker wie eine x-beliebige Datei auf der Festplatte. Die Formatierung der Nutzdaten auf Basis der mittels DDS erstellten Druckerdatei übernimmt das OS/400. Das Ergebnis dieser Formatierung ist die Spooldatei.

Zum Zeitpunkt des Transfers der Spooldatei zum Drucker nimmt das OS/400 eine weitere Umformatierung in den SCS- oder IPDS-Datenstrom des jeweiligen Druckers vor. An dieser Stelle hat nun IBM eine Öffnung ihres Druckkonzeptes für Drucker aus dem PC-Bereich geschaffen, indem ein weiterer Konvertierungsschritt eingefügt wurde, der unter dem Namen Host Print Transform bekannt ist.

Host Print Transform konvertiert SCS- oder IPDS-Datenströme in die Datenströme der jeweiligen Drucker. Als Beschreibung für diese Konvertierung dienen die so genannten Datenstationsanpassungsobjekte, in denen die Eigenschaften und Steuerzeichen des Druckertyps aufgelistet sind.

In der Vergangenheit, als Twinax noch als bevorzugte Anschlussmethode galt, war der Einsatz von Host Print Transform meist auf Drucker eingeschränkt, die mittels Twinax an angeschlossenen PCs hingen. Jetzt, im Zeitalter von Ethernet ist Host Print Transform der Weg, um im Netzwerk verfügbare PC-Drucker auch der iSeries zugänglich zu machen.

Diese Anschlusslösung hat den Vorteil geringer Investitionskosten, da für den Drucker nur ein Standard-Netzwerkadapter gebraucht wird. Was aber oft übersehen wird, sind die Betriebskosten der Lösung.

Zum einen fällt für Host Print Transform zusätzliche CPU- und Plattenleistung an. Je nach CPU kann diese Zusatzbelastung weit im zweistelligen Prozentbereich liegen. Genaue Angaben dazu sind im IBM Redbook Printing V nachzulesen.

Der zweite Kostenfaktor sind die Übertragungsstrecken zum Drucker. IPDS ist aufgrund seiner Objektorientiertheit ein sehr kompakter Datenstrom. Im Vergleich zu dem im PC-Bereich für Laserdrucker oft eingesetzten PCL-Datenstrom werden sehr viel kleinere Datenmengen erzeugt. Die Größenunterschiede liegen durchaus im Bereich 1:10 und höher, insbesondere wenn Formulare oder Bilder gedruckt werden sollen. Sind solche Datenmengen im lokalen Netz noch verkraftbar, entsteht spätestens beim Drucken in Niederlassungen neben den höheren Übertragungskosten auch noch ein Durchsatzproblem.

Die Alternative zu Host Print Transform ist der Einsatz von IPDS-Netzwerkdruckern. Deren Vorteile resultieren aus dem kompakten Datenstrom und der Tatsache, dass sie über einen Ressourcenspeicher verfügen, in welchem sich Formulare, Schriften und Bilder hinterlegen lassen.

Weil IPDS ein bidirektionaler Datenstrom ist, kann das OS/400 jederzeit beim Drucker nachfragen, ob etwa ein Formular aus einem früheren Druckjob noch verfügbar ist, und deshalb nicht mehr geladen werden muss. Ist der Ressourcenspeicher des Druckers ausreichend bemessen, werden alle Formulare, Schriften und Bilder über die Einschaltdauer des Druckers nur ein einziges Mal geladen, statt wie bei Host Print Transform mit jedem Druckjob oder gar mit jeder Seite. Das kann in der Praxis bedeuten, dass die erste Seite nicht nach Minuten, sondern schon nach wenigen Sekunden im Ausgabefach liegt.

Ein weiterer ganz wesentlicher Vorteil von IPDS-Druckern ist die durch die bidirektionale Kommunikation ermöglichte bessere Fehlerbehandlung. Praktisch alle aus der Twinax-Zeit gewohnten Sicherheitskriterien werden auch im Netzwerk erfüllt.

Für die meisten Laser-, Matrix- und Etikettendrucker sind inzwischen IPDS-Netzwerkadapter verfügbar. Deren Preise liegen zwar deutlich über denen der Standard-Netzwerkadapter, aber aufgrund der eben gemachten Ausführungen ist deutlich geworden, dass sich diese Mehrkosten in vielen Fällen sehr schnell amortisieren lassen.

Setzt man statt eingebauter Adapter in den Drucker externe Boxen ein, kann der Netzwerkadapter durchaus zwei oder drei Druckergenerationen überleben und die Kostenvorteile noch weiter erhöhen.

Ein solch externer IPDS-Netzwerkadapter ist die EBox, die für viele Druckertypen verfügbar ist. Speziell für den gemischten Einsatz mit iSeries- und zSeries-Servern (auch mehreren) sowie PC-Servern/Clients sind noch einige Erweiterungen eingebaut, die den Nutzwert weiter steigern. Zum Beispiel kann der IPDS-Drucker aus Sicht des OS/400 als dedicated (steht ausschließlich der iSeries zur Verfügung) konfiguriert werden, obwohl er von anderen Rechnern mitbenutzt wird. Dadurch wird weiterer Verwaltungs- und Übertragungsaufwand eingespart und der Durchsatz von Drucker und Netzwerk erhöht.

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