In Dortmund trafen sich zwei Tage lang Anwender der IBM Power Systems i-Plattform. Es war ein unterhaltsames Forum für Erfahrungsaustausch, eine Plattform für technologische Weitsicht und ein Classroom für fachspezifische Weiterbildung. In der großen Businesspartnerausstellung fanden die Teilnehmer Gesprächspartner, mit denen sich auf Augenhöhe Ideen und Vorhaben diskutieren ließen.

An einem einzigen Tag erzeugt die Welt mehr Daten als in 5000 Jahren vor Zuse. Diese explodierende Datenmenge birgt Business-Chancen, die es zu heben gilt, so Ulrich Walter von IBM. Deshalb zeigte er in seinem Vortrag, wie aus Bits Daten und daraus Informationen und Wissen wird.

Neben der Nutzung einschlägiger selbstlernender Software (wie zum Beispiel Watson), seien hoch spezialisierte Systeme und neuartige Skills erforderlich. IBM habe, basierend auf dem neuen Power9-Prozessor, die richtige Antwort auf die Herausforderungen, die künstliche Intelligenz an uns stellt.

Modernisierung, der rote Faden

Wie ein roter Faden zog sich das Thema Anwendungsmodernisierung durch das Plenum und die Workshops. Dabei ging es unter anderem um die verblüffend schnelle Oberflächenrenovierung, die mit ILE RPG, Cobol und Co. zu realisieren ist, unterstützt etwa durch Werkzeuge aus dem iNow-Baukasten von ML-Software. Der Profound „IBM i Champion“ Brian May präsentierte in einer Life-Schaltung aus den USA die Integration von neuen Technologien, und Arcad stellte Modernisierung mit DevOps vor.

Zeitgemäße Anwendungsentwicklung

„iAPP ist kein neues Lizenzprodukt der IBM“, so betitelten Jörg Zeig und Dr. Wolfgang Rother, IBM, ihren Beitrag. Sie zeigten am Beispiel der verschiedenen Schichten einer Anwendung, wie moderne Tools zur zeitgemäßen Anwendungsentwicklung bzw. für die Anwendungsmodernisierung am besten eingesetzt werden.

Es sei gut, dass die Werkzeugkiste mit Lizenztools und Open Source so prall gefüllt ist. Denn heute reicht ein einziges Werkzeug längst nicht mehr aus, um all den Ansprüchen moderner Anwendungen zu genügen. Die Analogie zum Handwerkskasten besagt ja auch, dass eine Zange einen anderen Zweck hat als ein Hammer.

Performance

Ein neues, wegen höherer Prozessor-Power viel schnelleres System muss nicht zwingend performanter arbeiten. Axel Lachmann von Tech Data erläuterte, warum unterschiedliche Workloads unterschiedliche Anforderungen an die Komponenten eines Servers stellen. Und das schwächste Glied bestimme nun mal die Gesamtperformance. Wer beispielsweise plattenintensive Tasks auszuführen hat, dem nutzt ein schneller Prozessor nichts. Der braucht Plattenarme! Aufschluss über die Performancesituation gibt der Navigator for i and PDI.

Datensicherung, aber schnell

Im heutigen 24×7-Betrieb bleibt ja eigentlich kaum noch Zeit für die Datensicherung. Karl Heinz Prisching von M81 erklärte, wie eine Komplettsicherung im laufenden Betrieb in wenigen Minuten funktioniert. K&P informierte, wie ein Cloud-Backup funktioniert – natürlich sicher, verschlüsselt und komprimiert. Und von Falko Hüttner, Blue Consult, erfuhr das Publikum alles zu den neuen IBM Storage Copy Services.

Der Datenschutz ist inzwischen EU-weit strikt geregelt – und alle sind betroffen! Robert Engel von Raz-Lee zeigte den Anwesenden, wie man mit geeigneten Werkzeugen von der Analyse bis zum Reporting den Anforderungen an Schutz, Compliance und Transparenz nachkommen kann. Und die Kollegen von Syncsort erklärten, wie sich (vermeintliche) Sicherheit noch verbessern und erweitern lässt.

Die Möglichkeit für persönliche Gespräche sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor auf den Midrange Kongressen. Quelle: ITP-Verlag

Entwicklerworkshops

Richtig „hardcore“ ging es in den Entwicklerworkshops zu. Jörg Zeig, Birgitta Hauser, Alexander Pawlik, um nur einige zu nennen, dozierten über aktuelle Methoden und Werkzeuge. Beispielsweise, wie moderne Lizenztools und wie Open Source funktioniert. Sie präsentierten Anwendungsintegration und Datenaustausch sowie Methoden des modernen Softwareengineerings. DevOps, iNode, XML und JSON waren weitere Stichworte für die Schulungsinhalte.

Die Roadmap der Power-Architektur erstreckt sich über Jahrzehnte

Dr. Rother von IBM gab einen Überblick über die „Roadmap to the Future“. It’s time to say good bye (EoS) gilt wohl für POWER6- und einige POWER7-Modelle. Das Ende für die x86-basierten HMCs ist offiziell seit Mitte 2018 eingeläutet. IBM i 7.3 sei definitiv das letzte Release, welches POWER7 und POWER7+ unterstützt. Und iAccess for Windows geht’s auch an den Kragen. EoS ist hier Ende April dieses Jahres. Dafür gibt’s dann ja IBM i Access Client Solutions (ACS).

Mit der POWER-Plattform geht es weiter. Die Prozessoren der nächsten Generation befinden sich bereits in Labortests und die übernächste Generation auf den Reißbrettern. Ganz kühne Geister orakelten gar über ein Announcement-Datum für ein neues i-Betriebssystem.