Ist Cloud Computing der nächste IT-Megatrend nach den PCs in den 80ern Jahren, den Servern der 90er und dem Internet seit 2000 oder wird es wie so viele Themen als „Hype“ wieder in der Versenkung verschwinden? Für DocuWare-Vorstand Jürgen Biffar ist Cloud Computing die Zukunft. Sein Unternehmen hat bereits die Weichen dafür gestellt.

So sieht der Idealfall aus: Software wird ausschließlich über das Internet von jedem beliebigen PC aus genutzt, der Zugang erfolgt über einen Browser, ohne dass auf dem PC spezielle Software installiert ist, alle Daten, Einstellungen und Zugriffsrechte sind so gespeichert, dass der Benutzer sich nach der Eingabe seiner Benutzerkennung immer in seiner gewohnten Arbeitsumgebung wiederfindet. Die Speicherung der Daten und den Betrieb der Anwendungssoftware übernimmt nicht mehr das einzelne Unternehmen, sondern ein zentraler Service Provider oder der Softwarehersteller. Dieser ist für die Sicherheit der Daten verantwortlich, die „irgendwo“ im Internet – also in der „Cloud“ – gespeichert sein können. Cloud-Anwendungen werden entweder nutzungsabhängig gemietet oder über Werbung finanziert.

Vielfalt der Cloud-Anwendungen

Zu den allseits bekannten Cloud-Anwendungen gehören private E‑Mail-Lösungen von GMX, Telekom, Google und Hotmail. Bereits erfolgreich im Einsatz bei Unternehmen jeglicher Größe sind die Angebote von Salesforce.com für das Customer Relationship Management (CRM). Google etabliert sich gerade mit seiner Office-Suite „Google Apps“, Netsuite bietet ERP-Lösungen an, SAP und Microsoft ziehen derzeit nach.

Die Vorteile des Cloud Computing liegen auf der Hand: Durch den Wegfall eigener Serverfarmen und der aufwändigen PC-Wartung reduziert sich der Administrationsaufwand in Unternehmen drastisch. Und durch das Mietmodell kann flexibler auf Änderungen in der Unternehmensstruktur reagiert werden.

Doch bevor Cloud Computing der Durchbruch gelingt, gilt es, drei Hürden zu überwinden.

Leistungsfähigkeit: Die aktuellen Cloud-Lösungen reichen in Funktionsumfang und Benutzerfreundlichkeit noch nicht an traditionelle Softwareprodukte heran. Das gilt für Office-Produkte, ERP und DMS gleichermaßen. Jedoch nicht mehr für CRM, wie das Beispiel Salesforce.com zeigt.

Integration: Die Integration von Cloud-Lösungen sowohl untereinander als auch mit traditioneller Software ist oft schwierig, da noch zu wenig geeignete Schnittstellen zur Verfügung stehen.

Vertrauen: Viele Anwender und Unternehmen haben noch Sorge um die Sicherheit ihrer Daten in internetbasierten Lösungen.

Kritikpunkt Datenschutz

Um im Cloud-Business erfolgreich zu sein, setzen die großen Anbieter alles daran, das Vertrauen der Anwender in die Sicherheit der Daten zu gewinnen. Selbst Google, das in Punkto Datenschutz allgemein kritisch gesehen wird, hat bereits zahlreiche größere Unternehmen dafür gewinnen können, den gesamten Mailverkehr über Google abzuwickeln!

Dabei ist davon auszugehen, dass Daten bei vertrauenswürdigen Cloud-Anbietern bereits heute sicherer sind als in den meisten betriebsinternen Serverfarmen. Unterstützend für das Cloud-Computing wirkt sich das Nachwachsen der jüngeren Generation aus, die weniger grundsätzliche Bedenken wegen der Datensicherheit im Internet hat.

Die ersten beiden Hürden dagegen sind technologischer Natur, sie werden langsam aber sicher fallen. Neue Anbieter, die ursprünglich aus dem Internet kommen, werden immer leistungsfähigere Lösungen offerieren. Wer die beeindruckende Entwicklung der Google Office-Suite verfolgt, kann dies bestätigen. Gleichzeitig haben gerade jüngst IBM und Microsoft verkündet, ihre gesamte Unternehmensstrategie am Cloud Computing auszurichten. Microsoft ist sogar bereit, dafür temporäre Einbußen im traditionellen Geschäft in Kauf zu nehmen. Die nächste Version Office 2010 wird eine browserbasierte Version von Word & Co. enthalten, die für das Cloud Computing vorgesehen ist.

Strukturwandel in der IT

Die genannten Umstände unterstreichen, dass es sich beim Wechsel zum Cloud Computing um einen dauerhaften Trend handelt, der zu einem Strukturwandel in der Informationstechnologie führen wird. Die Auswirkungen dieses Strukturwandels für Softwarehersteller, Vertriebspartner und Anwender werden erheblich sein. Profitieren werden am Ende vor allem die Anwender.

DocuWare bereitet sich auf diesen Strukturwandel gemeinsam mit seinen autorisierten Vertriebspartnern frühzeitig vor. Technologisch wurden die Weichen bereits vor drei Jahren gestellt – zu diesem Zeitpunkt hat sich das Unternehmen für die konsequente Nutzung von Web-Technologien entschieden. Der mittlerweile sehr breit eingesetzte DocuWare Web Client war das erste Ergebnis dieser Neuausrichtung. Er wird konsequent weiterentwickelt – bereits im kommenden Jahr sollen alle wesentlichen Dokumentenmanagement-Funktionen von ihm abgedeckt werden. Dabei ist der aktuelle DocuWare Windows Client der Benchmark: Die Benutzer müssen mit der Web-Technologie mindestens so komfortabel arbeiten können wie mit dem heutigen Windows Client. Erst wenn das und ein problemloser Umstieg für alle Anwender der bewährten Windows-Clienttechnologie vollständig sichergestellt sind, wird der Windows Client abgekündigt.

Mehr als ein Web-Client

Cloud Computing bedeutet aber mehr als eine Web-Client-Technologie zu haben und diese ins Internet zu stellen. Während im Inhouse-Einsatz Bandbreiten von 100 Mbit für die Verbindung von Client-PCs zu den Servern heute der Standard sind, stehen über das Internet nur 10 Mbit oder weniger zur Verfügung. Server können zur Performance-Verbesserung im Unternehmen schnell und meist kostengünstig erweitert werden. Im Rechenzentrum ist das nicht so einfach, wenn die Lösungen zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten werden sollen. Schließlich geht es darum, die Rechenlast vernünftig zwischen Rechenzentrum und Arbeitsplatzrechner zu verteilen, dem jeweiligen Anwendungsfall und Endgerät angemessen. Neben klassischen PCs werden künftig Thin Clients, Smart Books und Smartphones zu den selbstverständlichen Geräten gehören, mit denen die Anwender Dokumenten-Management nutzen.

Den daraus resultierenden technischen Herausforderungen wird DocuWare durch eine deutliche Aufstockung ihres Entwicklungsbudgets gerecht: Eine Million Euro werden allein in diesem und im nächsten Jahr zusätzlich in die Technologieentwicklung fließen.

Gleichzeitig werden die autorisierten Partner für das Cloud Computing geschult. Im Rahmen der verpflichtenden Aus- und Weiterbildung machen sie sich mit den neuen Technologien vertraut. Durch die seit letztem Jahr verfügbaren ersten SaaS-Angebote, die ausschließlich über Vertriebspartner bezogen werden können, entsteht ein wertvoller Erfahrungsschatz über Nutzungs- und Anwendungsmodelle.

Der Tätigkeitsschwerpunkt eines autorisierten Partners verschiebt sich dabei noch stärker als bisher schon vom Infrastruktur-Service hin zur Lösungsberatung, Konfigurationsunterstützung und Schulung der Anwender. Eine ähnliche Verschiebung wird das Cloud Computing auch für die IT-Administratoren in den Unternehmen bringen: Sie werden künftig mehr zum internen Organisationsberater oder zur Organisationsberaterin mit der Fähigkeit, Anforderungen aus den betrieblichen Prozessen schnell und flexibel in effiziente IT-Lösungen umsetzen zu können.

Bis es endgültig soweit ist, werden noch einige Jahre vergehen. Aber am Ende wird die gesamte Wirtschaft durch das Cloud Computing effizienter arbeiten und damit den Herausforderungen der Welt von morgen besser gerecht werden können. Die DocuWare Gruppe und ihre autorisierten Partner werden ihre Anwender auf diesem Weg aktiv unterstützen. Sie werden damit die Voraussetzung zur eigenen Zukunftssicherung und einen Beitrag zur Zukunftssicherung aller Anwender leisten.

DocuWare AG, Germering
www.docuware.com