Die zum 1. Juli erforderlich gewordene Umstellung auf das elektronische Zollverfahren haben Unternehmen unterschiedlich umgesetzt: Teilweise stellen sie unter www.internet­zollanmeldung.de Exportanträge. Für viel exportierende Firmen erweist sich dies als zeit­aufwendig und fehleranfällig, da die Daten nicht direkt aus dem ERP-System übernommen.

Viele Betriebe haben zuletzt Software für die Kommunikation mit ATLAS installiert. Auf der Internetseite des Zolls sind über 80 Anbieter aufgelistet. Die Datenübermittlung an ATLAS funktioniert mit diesen Lösungen zwar gut, doch haben viele Defizite bei der Einhaltung der rechtlichen Anforderungen, wie z. B. der automatischen Abgleichung der Adressdaten mit den Anti-Terror-Listen. Auch für den Versand sogenannter Dual Use-Güter sind sie meist nicht geeignet. Viele Verantwortliche müssten also zusätzliche Softwaremodule einführen, scheuen dies jedoch aus Gründen der Komplexität bei Bedienung und Administration.

Anforderungen des Mittelstands

Im Idealfall wird die Software zur ATLAS-Anbindung komplett in das ERP-System integriert. SAP bietet hierzu das Modul SAP BusinessObjects Global Trade Services (GTS) an, das auch für das Einhalten der Compliance-Anforderungen und der Dual Use-Vorschriften sorgt. Die Integration in die SAP-Landschaft gewährleistet automatische und somit effiziente Datenflüsse zwischen ERP-System und ATLAS. Außerdem hilft die Software, die Vorteile von internationalen Handelspräferenzabkommen und Exportrückerstattungen besser zu nutzen.

Bei großen Unternehmen mit hohem Exportanteil ist dieser Ansatz erfolgreich. Für mittelständische Firmen ist eine derart umfassende Außenhandelslösung oft überdimensioniert und Anschaffung, Implementierung und Eigenbetrieb rechnen sich nicht unbedingt – allen Vorteilen zum Trotz. Daher erwägen viele Mittelständler, die SAP im Einsatz haben, die Software im Application Service Providing von einem Outsourcing-Anbieter zu beziehen. Hier übernimmt ein Dienstleister Betrieb, Wartung und Pflege der Anwendung, inklusive Aktualisierung der Sanktionslisten, und gewährleistet die Anbindung an das elektronische System des Zolls. Der Kunde hält sich so zusätzliche Optionen offen: Sollte er später weitere Funktionen der Software benötigen, kann der Dienstleister diese einfach zuschalten. Ein Beispiel ist die neue papierlose Zollabwicklung auf Grundlage des NCTS-Verfahrens (New Computerized Transit Systems).

TDS Informationstechnologie AG, Unterföhring
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