Die Benutzer werden zu recht immer anspruchsvoller. Seit der flächendeckenden Einführung von PCs und ähnlichen grafischen Oberflächen wenden sich mehr und mehr Verantwortliche – und sei es nur für den Entscheidungsprozess – den Applikationen mit grafischer Oberfläche und integrativem Mehrnutzen zu.

Green Screen-Problematik

Sicher, viele Anwendungen lassen sich nach wie vor am schnellsten über eine zeichenorientierte Oberfläche bedienen. Schlanke Datenströme und durchdachte Bildschirminhalte sorgen zwar nicht für optimale Ergonomie, erfüllen aber ihren Zweck. Genau dort ist der Ansatz zu suchen. Sollen Anwendungen nur ihren Zweck erfüllen? Wie zum Beispiel das WWS-System, bei dem der Einkäufer zum Errechnen von Feldwerten noch den daneben liegenden Taschenrechner benutzt, Zwischensummen sowie später benötigte Informationen auf dem Notizblock notiert oder, um technische Skizzen zu erhalten, die Aktenordner aus dem Regal bemühen muss? Da könnte man ja glatt auf den Gedanken kommen, es wäre am günstigsten die Anwendung neu zu programmieren. Das Problem dabei ist allerdings, dass in den in langen Jahren Entwicklungsarbeit entstandenen Applikationen jede Menge Logik und Funktion steckt und diese nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand neu erstellt werden kann.

Nicht beim Ersatz der Anwendungen und der grün-schwarzen Oberfläche, sondern genau beim Mehrnutzen, den eine grafische Oberfläche bieten kann, ist der Ansatz zu suchen. Natürlich geht es in vielen Fällen darum, als Anbieter von Anwendungssoftware oder als unternehmensinterne IT-Abteilung den Benutzern zeitgemäße Dialoge zu präsentieren. Gerade aus diesem Grund heraus bieten sich hier Lösungen an, die eine schnelle Umsetzung des 5250-Datenstroms in grafische Elemente ermöglichen. Lassen Sie uns das Ganze einmal am Beispiel von ML4, der Anwendungs-Entwicklungsumgebung der ML-Software GmbH aus Ettlingen, durchspielen.

Drei Wege zum Ziel

Unabhängig von allen Möglichkeiten der Neuerstellung von Anwendungen mit grafischer Oberfläche soll das Produkt unter dem Fokus der Modernisierung von bestehenden Host-Anwendungen betrachtet werden.

Im ersten Schritt ist gerade das vorher erwähnte Feature – Umsetzung von bestehenden 5250-Datenströmen ohne Eingriff in die Anwendungslogik – Garant für eine schnelle Implementierung dieser Oberfläche. Das in ML4 integrierte vorkonfigurierte iSeries GUI-API sorgt für einen sofortigen produktiven Einsatz mit nur geringem Aufwand für individuelle Anpassungen. Sowohl Host- als auch PC-seitig sind keine zusätzlichen Arbeiten nötig, um zur grafischen Oberfläche zu gelangen.

Sicherlich gibt es Host-Anwendungen, bei denen dieser “On-the-Fly-Weg” nicht immer die beste Wahl ist. Entweder sind die Anwendungen so individuell programmiert, dass eine wie auch immer gestaltete Umsetzungslogik da oder dort zu nicht erwünschten Ergebnissen führt. Hier ist der nächste Ansatz zu wählen, die individuelle Anpassung einzelner Bildschirme, die eben nicht in die Regeln des GUI-API passen. Bildschirme werden anhand von Merkmalen identifiziert und mit detailliert beschriebenen Änderungen in Grafik umgesetzt. So lassen sich mit verhältnismäßig geringem Aufwand zufrieden stellende Ergebnisse erzielen und einfache Zusatzfunktionen – wie Integration von PC-Applikationen in Host-Anwendungen – realisieren.

Etwas aufwändiger, dafür aber wesentlich im Funktionsumfang erweitert wird die Anwendung, wenn sich die Anwendungsentwickler die Mühe machen, echte Client-/Server-Technologie einzusetzen und, um bei unserem Beispiel zu bleiben, die Schnittstelle zur Bedieneroberfläche mit ML4 neu zu programmieren. Dabei wird die Logik der bestehenden RPG- oder Cobol-Host-Anwendungen über Schnittstellen weiter genutzt, lediglich die Präsentation für den Anwender wird mit den in ML4 integrierten Werkzeugen schnell um neue Funktionen erweitert. Erst dadurch erreicht man, dass der oben genannte Taschenrechner da auftaucht, wo man ihn braucht: in der Anwendung. Durch die Koppelung von PC und Host können PC-Anwendungen und -Dokumente – wie Bilder, Videos, und Voice-Elemente – hostgesteuert in die Client-/Server-Oberfläche eingebunden werden. Das Ergebnis sind funktionelle und grafisch ansprechende Oberflächen, auf denen der Anwender genau die Zusatzfunktionen findet, die er für die gerade auszuführende Tätigkeit braucht.

ML Software Entw.-, Dienstl.- u. Vertriebsges. MbH

D–76275 Ettlingen

Telefon: (+49) 07243/5655-0

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