Um den Ansprüchen heutiger Software-Anwender gerecht zu werden, müssen Power i Anwendungen nicht nur eine grafische Oberfläche sondern vor allem mehr Informationsgehalt, mehr Bedienkomfort und mehr Funktionalität bekommen. Sitec Aerospace erweitert dafür die eigene Softwareentwicklung um iNEXT- und .NET-Technologien. Heute können die Anwender wahlweise in der klassischen oder in der grafischen Benutzeroberfläche arbeiten.

Die Entwickler nutzen weiterhin RPG für die Businesslogik und die .NET Technologie für die Front-Ends. Um doppelten Entwicklungsaufwand zu verhindern, wurde ein individueller iNEXT-Generator geschaffen, mit dem jederzeit automatisiert die grafischen Oberflächen einschließlich diverser Funktionserweiterungen aus dem aktuellen Stand der RPG-Programme erzeugt werden.

Die Sitec Aerospace GmbH entwickelt und produziert hochwertige Luftfahrttechnik und beliefert damit weltweit sowohl den zivilen als auch militärischen Sektor. In Flugzeugen und Helikoptern zahlreicher Hersteller wie z.B. Airbus, Comac, Pilatus, Agusta Westland kommen diverse hochrelevante Luftfahrtsysteme der Sitec Aerospace zum Einsatz. Dafür müssen selbstverständlich höchste Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen erfüllt werden. Um das zu gewährleisten, wird das IBM Power System als Plattform genutzt. Darauf läuft die ERP-Eigenentwicklung „MySoft“ und versorgt ca. 150 Arbeitsplätze in allen Bereichen – von Bedarfsplanung, Artikelstammdaten, Einkauf, Materialwirtschaft über Fertigungssteuerung, Auftragsabwicklung, Vor- und Nachkalkulation bis hin zu Archiv und Bauunterlagenverwaltung. Bis heute ist diese maßgeschneiderte Lösung auf ca. 1.000 Masken angewachsen.

Sitec fertigt ihre Produkte in Kleinserien speziell nach den Wünschen der Kunden. Entsprechend flexibel muss die ERP-Lösung fortlaufend an die neuen Rahmenbedingungen und die sich ändernden Kundenanforderungen angepasst werden. Die bestehende Businesslogik ist durch die Möglichkeiten, die das IBM Power System bietet, sehr effizient und mit hoher Qualität anpassbar. Doch die zeichenorientierten Masken mit ihrer beschränkten Anzahl an Zeichen führten zunehmend zu Problemen. Längst nicht alle zusammengehörigen Informationen fanden auf einer Maske Platz. Auch Abkürzungen sowie das Ein- und Ausblenden von Feldern konnten dieses Problem nur aufschieben, nicht aber lösen. Die aufwändige Einarbeitung für neue Mitarbeiter, die sich erst auf die Green-Screen-Darstellung und -Bedienung umstellen mussten und funktionale Erweiterungswünsche, die im klassischen Green Screen nicht realisiert werden konnten, kamen erschwerend hinzu.

So begann die Suche nach einer passenden Entwicklungs- und Modernisierungsstrategie. Da die laufende Weiterentwicklung des ERP-Systems aufgrund von Kundenanforderungen bzw. interne Prozessoptimierungen nicht unterbrochen werden durften, musste ein entsprechender Zwischenweg gewählt werden. Schließlich fand Sitec unterstützt von ihrem langjährigen Softwarehaus D.O.M. aus Nürnberg in der iNEXT Suite von ML-Software das perfekte Ergänzungswerkzeug für die eigene Softwareentwicklung.

Sitec’s Gründe für iNEXT Suite

Das Herzstück der Unternehmens-IT, die maßgeschneiderte ERP-Lösung, bleibt erhalten. Sie kann wie bisher in RPG angepasst und weiterentwickelt sowie von den erfahrenen Nutzern im vertrauten 5250 Client bedient werden.

Parallel stellt iNEXT eine grafische Benutzeroberfläche mit zahlreichen Zusatzfunktionen für diese ERP-Anwendung bereit. Die Anwender können wahlweise mit dem 5250- oder iNEXT-Client arbeiten, was einen fließenden Übergang vom alten zum neuen System ermöglicht.

Durch den Parallelbetrieb reduziert sich der Schulungsaufwand für bestehende Anwender auf ein Minimum. Neue Anwender finden sich sehr schnell in der grafischen Oberfläche aufgrund von komfortablen Benutzerführung zurecht.

Der grafische iNEXT-Client wird automatisiert durch einen individuellen iNEXT Generator erzeugt und beinhaltet alle im Generator mit .NET programmierten Funktionsweiterungen. Nach Änderungen an den RPG-Programmen oder Funktionserweiterungen im Generator kann jederzeit per Knopfdruck ein aktueller iNEXT-Client generiert werden.

Das nahtlose Zusammenwachsen von IBM und der .NET-Welt mit einer agilen und schrittweisen Weiterentwicklung von alter und neuer Software sichert den Alltagsbetrieb und ermöglicht Neuerungen nach Bedarf und Kapazität. Dies unterstützt die iNEXT Suite mit ihren unterschiedlichen Ansätzen für die Oberflächenmodernisierung, angefangen beim schnellen GUI on the Fly über das Facing bis hin zum vollständigen Ersatz von Bildschirmen, die auch innerhalb eines iNEXT Clients beliebig miteinander kombiniert werden können.

iNEXT nutzt die von Sitec präferierte Programmiersprache C# und ist als Komponente im Visual Studio eingebunden. Ebenso können auch Komponenten von Drittanbietern integriert werden, um die Softwareentwicklung effizienter zu machen.

Projektumsetzung

Zu Beginn wurde ein Prototyp entwickelt und im Hause Sitec getestet. Die Ergebnisse überzeugten und die iNEXT Suite wurde allen Anforderungen seitens Sicherheit, Performance, Usability, kosteneffizienter Entwicklung und handhabbarer Wartung gerecht.

Dann wurden die Module ausgewählt, bei denen der größte Nutzeneffekt für die Anwender erzielt werden konnte. Im ersten Schritt wurde das Archiv für eine solche Optimierung ausgewählt. Mit einer komfortablen Menüsteuerung wurden hier die Navigationswege für die Anwender deutlich verkürzt. Hierbei musste aus Sicherheitsgründen das extrem komplexe Berechtigungskonzept berücksichtigt werden, das Zugriffe auf Menü-, Benutzer- bis hin zur Satzebene steuert.

In weiteren Teilprojekten mit jeweils abschließendem GoLive wurden der Artikelstamm, die Bauunterlagenverwaltung, die Fertigungssteuerung und die Bedarfsplanung mit iNEXT erweitert und optimiert. Subfiles wurden durch Tabellen (Grids) ersetzt, in denen Daten gesucht, gefiltert, gruppiert und bedingungsabhängig formatiert werden können. Außerdem können beliebige Daten ausgewertet und grafisch dargestellt werden. Die Ergebnisse können gespeichert und später wieder geladen werden.

Der interne iNEXT-Generator

Dem Generator kommt bei Sitec eine ganz besondere Bedeutung zu. Per Knopfdruck erzeugt er auf dem aktuellen Stand der RPG-Programme einen neuen iNEXT Client. So kann jederzeit sichergestellt werden, dass 5250- und iNEXT-Client dieselbe aktuelle Businesslogik verwenden. Dies ist so eminent wichtig, weil das ERP-System den zentralen Kern bildet und regelmäßig Änderungen erfährt, um die Fertigungsprozesse kundenspezifisch anzupassen. Folglich muss auch der iNEXT Client aktualisiert werden.

Daher werden die .NET-Funktionserweiterungen direkt im Generator programmiert, damit sie in jedem neu erzeugten iNEXT-Client wieder zur Verfügung stehen. Hierzu zählen z.B. der Dokumentenviewer und standardisierte Bedienelemente wie DatePicker, ContextMenu, DropDown, Hilfefunktion, Textvorschau, Favoriten, Direktverzweigungen und viele mehr. Der Leistungsumfang des Generators wird stetig erweitert. Für maximale Flexibilität werden beispielsweise Ankerpunkte definiert, um zusätzlichen Quellcode aus externen Dateien an diesen Stellen einzufügen. Da hier tiefgehendes Wissen über das ERP-System und die iNEXT- und .NET-Technologien erforderlich ist, hat Sitec das Softwarehaus D.O.M. zur Unterstützung eingesetzt.

Fazit und Ausblick

„Die durchweg positive Resonanz unserer Anwender bestätigt uns, dass wir den richtigen Weg zur Verbesserung unserer Business-Software eingeschlagen haben.“, stellt Christian Albrecht zufrieden fest. „Deshalb sind in unserem Projektplan auch schon weitere Module des ERP Systems für die Optimierung vorgesehen.“

Die Analyse der Module nutzt Sitec, um die etablierten Prozesse auf den Prüfstand zu stellen und zu optimieren. Das langfristige Ziel der Geschäftsleitung ist die ERP-Software an die aktuellen Anforderungen und zeitgemäßen Möglichkeiten anzuheben. Dieser sanfte Übergang hat sich schon jetzt als sicherer Weg in die Zukunft bewahrheitet.

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www.inext-suite.com