Die drei Unternehmen, VEDA GmbH, AS/point GmbH und die JUMA IT Solutions GmbH haben zu Beginn des Jahres Ihre Kompetenz in Sachen Rechnungswesen-Controlling und BI in einem eigens gegründeten Kompetenzzentrum gebündelt: Die FiMans GmbH kümmert sich künftig um Betreuung, Entwicklung und Vertrieb der Finance-Software „VEDA Finance & Accounting“. Im Interview mit dem Midrange Magazin (MM) erläutern Stefan Milcher, geschäftsführender Gesellschafter bei der AS/point GmbH, und Volker Martini, Geschäftsführer bei der FiManS GmbH und geschäftsführender Gesellschafter der JUMA IT Solutions GmbH, die neue Konstellation.

MM: Was ändert sich für die Anwender, die VEDA Finance & Accounting im Einsatz haben?

Martini: Vieles und doch wenig bis gar nichts! Die Mitarbeiter in der FiManS sind die Gleichen wie sie die Anwender aus den VEDA-Zeiten her kennen. Die gleichen Mitarbeiter, die das Produkt bei VEDA seit vielen Jahren betreuten, sei es in der Programmierung, im Support oder in der Beratung, der Schulung und im Consulting stehen den Anwendern auch weiterhin in der FiManS mit der gleichen Kontinuität, Kompetenz und Freundlichkeit zur Verfügung. Eine sehr flache Hierarchie und eine offene Kommunikation innerhalb des Teams kommen den Anwendern mit einer hohen Motivation und großem Engagement zu gute. Was ändert sich – lediglich aus VEDA wird FiManS und die Telefonnummern und E‑Mail-Adressen haben sich geändert.

Milcher: Wie hat es ein Mitarbeiter während des Übergangs von VEDA zu FiManS treffend formuliert: „… wenn das Feuer für die Finanzbuchhaltungsprodukte bisher geglüht hat, werden wir das Feuer ab sofort zum Lodern bringen …“ und genau mit diesem Enthusiasmus gehen wir an die Arbeit und davon profitieren auch die Kunden.

MM: Wie wollen Sie Kontinuität in der Kundenbetreuung sicherstellen?

Martini: Zum einen durch das engagierte, hoch motivierte Team, das die Anwender seit Jahren gut kennen und zum anderen durch die Ergänzung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So haben wir das Team erweitert und sind aktuell auch noch auf der Suche nach weiteren qualifizierten Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern. Und zum anderen durch den kontinuierlichen Ausbau der Anwendung.

Milcher: Des Weiteren führen die kurzen Wege zwischen AS/point, FiManS und JUMA zu Synergien bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

MM: Welche Kompetenzen bringen die drei Unternehmen in die neugegründete FiManS ein?

Stefan Milcher, geschäftsführender Gesellschafter bei der AS/point GmbH

Quelle: Fotostudio Jünger

Milcher: Unsere Softwarepakete nutzen bereits heute das gleiche Framework – einmal was die Softwareoberflächen betrifft, aber auch was die Programmstrukturen betrifft – d. h. wir nutzen in vielen Bereichen die gleichen Strukturen und können so die beiden Pakete noch enger miteinander verzahnen. Der Anwender wird künftig keinen Unterschied mehr zwischen ERP und Finanzbuchhaltung erkennen. Dadurch können auch die Kunden der FiManS von den zusätzlichen Möglichkeiten unserer Anwendung z. B. DMS oder xRM profitieren.

Martini: Wenn man so will, bringt die VEDA die Kompetenz der Mitarbeiter in die FiManS ein. Für mich kann ich sagen, dass ich seit fast 20 Jahren mit den Produkten der VEDA im Bereich Finanzbuchhaltung „unterwegs“ bin, zunächst auf Anwenderseite, dann als Mitarbeiter bei VEDA und dann mit eigenen Unternehmen in der Betreuung von Kunden als VEDA-Vertriebspartner. Viele Kunden kenne ich noch aus meinen VEDA-Zeiten.

MM: Welche Aspekte ergeben sich aus der Kompetenzbündelung, wenn Sie neue Kunden überzeugen wollen?

Milcher: Aktuelle Studien zeigen, dass die Entscheidung für oder gegen ein Finance Softwarepaket mit der Entscheidung für das ERP- oder WAW-Paket einhergeht. Das bedeutet, entscheidet sich ein Unternehmen für ein ERP-Paket, kommt die Finanzsoftware aus dem gleichen Umfeld. Da die AS/point schon seit Jahren, wenn es um die Finanzbuchhaltung geht, die ehemaligen VEDA-Produkte anbietet, war es die einzig logische Konsequenz, dass man die Kompetenzen bündelt und zukünftig die Integration von ERP und Finanzbuchhaltung auf ein Maximum ausbaut.

Martini: Dass dies der richtige Weg ist, zeigen auch die aktuellen Zahlen was Präsentationen und Abschlüsse, sowohl im ERP-Umfeld als auch was die Finanzbuchhaltungsprodukte betrifft. Ich möchte hier nur auf unsere Webseite verweisen und auf die aktuellen, zum Teil sehr weit fortgeschrittenen Vertragsverhandlungen, was Neukunden betrifft.

MM: Wie ist sichergestellt, dass für die Anwender von VEDA Finance & Accounting Zukunftssicherheit besteht?

Martini: In der Gründung der FiManS liegt das Ziel begründet, die Softwarepakete weiter im Markt zu etablieren und zu verbreiten. Hierzu hat sich die FiManS die alleinigen Vertriebsrechte an den Softwarepaketen gesichert. Durch den aktiven Vertrieb und Ausbau der Kundenlandschaft auf der einen Seite, der Entwicklung weiterer Module auf der anderen Seite und nicht zuletzt durch die Erhöhung der Mitarbeiterzahl der FiManS sind die Zeichen eindeutig auf Wachstum und Stabilität der FiManS gesetzt, was nicht zuletzt auch Zukunfts- und Investitionssicherheit für die Kunden bedeutet. Wir treten mit der FiManS nicht nur an, um die Produkte zu verwalten, sondern wollen und werden auch ein starker Anbieter sein. Des Weiteren werden wir mit den bestehenden Partnern weiterhin zusammenarbeiten und durch neue strategische Partnerschaften unsere Marktposition festigen und ausbauen.

MM: Wie wichtig ist die enge Datenintegration zwischen ERP-/CRM-Systemen und der Finance-Software?

Volker Martini, Geschäftsführer bei der FiManS GmbH und geschäftsführender Gesellschafter der JUMA IT Solutions GmbH.

Quelle: Fotostudio Jünger

Martini: Extrem wichtig! In jedem Unternehmensteil entstehen Informationen, die schnell und einfach von einem Bereich in den anderen übergeben werden müssen. Um das aber zu gewährleisten, muss die Integration zwischen den Dateisystemen ein Maximum an Integration aufweisen. Dies erreicht man durch eine hohe Flexibilität der „Schnittstellen“ zwischen den Bereichen.

MM: Welche architekturellen Voraussetzungen müssen Softwaremodule haben, um eine enge Integration zu ermöglichen?

Milcher: Die Architektur muss so gestaltet sein, dass sie auf jede neue Anforderung schnell und ohne großen Anpassungsaufwand die verschiedensten Module miteinander integrieren kann. Dazu muss die Architektur alle gängigen Dateiformate verarbeiten können – sie muss sozusagen „OPEN“ sein.

MM: Welche Rolle spielt das Thema Business Intelligence?

Milcher: BI nimmt in Unternehmen mehr und mehr eine zentrale Rolle ein. Die Entscheider in Unternehmen haben in kürzester Zeit eine Vielzahl von Informationen auszuwerten, zu analysieren und darauf basierend zu entscheiden. Daher werden Informationen aus beiden Bereichen benötigt. Es laufen bereits die Planungen für ein schlagkräftiges zentrales Informationssystem. Die Daten werden den Entscheidern in einem zentralen Cockpit mit – im Bedarf (Drill Down) – notwendigen Detailinformationen zur Verfügung gestellt.

MM: Welche Module sind geplant, die FiManS auf den Markt bringen wird?

Martini: Seit April können wir unseren Kunden ein erstes neues Modul anbieten: die Vertragsverwaltung. Mit diesem Modul können sämtliche Verträge im Unternehmen organisiert und verwaltet sowie analysiert werden. Weiterhin können damit alle Dauerbuchungen verwaltet werden – diese werden automatisch aus den Vertragsdaten angestoßen. Gleichzeitig ist die Vertragsverwaltung ein Bestandteil der Finanz- und Liquiditätsplanung, welches wir im zweiten Halbjahr auf den Markt bringen werden. Die ersten Kunden haben den Mehrwert, den dieses Modul dem Unternehmen bringt, erkannt und bereits im Einsatz.

Milcher: Neben neuen Modulen werden wir aber auch den Ausbau der Funktionalität in der Anwendung weiter ausbauen. So wird das Thema Integration von Anwendungen für die Zukunft ebenfalls eine zentrale Rolle spielen. Hier denken wir besonders an Anwendungen wie DMS, die weiter ausgebaut und integriert werden, aber auch zum Beispiel an die xRM-Anbindung.

MM: Welche Plattformen – Stichwort IBM i – wird die Software künftig unterstützen und wie wird die Partnerschaft zur IBM weitergeführt?

Milcher: Unsere Softwarepakete sind bereits heute plattformunabhängig verfügbar. Sowohl auf IBM i als auch unter Windows, Linux oder Unix können die Unternehmen unsere Software betreiben. Unsere Kunden und wir haben die IBM i als stabile, zuverlässige und hochverfügbare Hardware-Plattform kennengelernt, und werden dieser Plattform auch weiterhin treu bleiben, ohne aber die anderen Plattformen zu vernachlässigen. Und last but not least stellen wir Kunden, die keine eigene IT-Landschaft aufbauen und führen möchten, unsere Softwareanwendung als Rechenzentrumslösung zur Verfügung.