Die zentralen Legacy-Anwendungen sind in vielen Branchen der Eckpfeiler der IT-Infrastruktur. Allerdings lässt die Bedienerfreundlichkeit zu wünschen übrig. Deshalb ist die Modernisierung und Vereinfachung der Oberflächen sowie eine intuitive Bedienung eine wichtige Aufgabe, der sich die IT-Verantwortlichen stellen müssen. Rund die Hälfte aller Unternehmen, die iSeries-Systeme einsetzen, nutzen Altanwendungen, so genannte Legacy-Anwendungen, deren Benutzeroberfläche nicht dem aktuellen Standard entspricht. Die textorientierten Bildschirme sind nicht intuitiv bedienbar und wirken auf ungeschulte Benutzer kryptisch oder altmodisch. Heute gelten grafische Oberflächen als Norm, die sich an die modernen Betriebssysteme oder die üblichen Web-Oberflächen anlehnen. Die IT-Leiter stehen deshalb unter Druck, diese Anwendungen zu modernisieren, ohne gleich die bewährten Unternehmenssysteme in Frage zu stellen.

Flexible Tools

Nachdem die Emulations-Clients für Windows-Betriebssysteme schon einen guten Teil Windows-Funktionalität und Hilfsfunktionen eingeführt haben, ohne aber die Host-Screens wirklich verschwinden zu lassen, gibt es heute wesentlich komfortablere Lösungen, die dem Problem ohne großen Programmieraufwand zu Leibe rücken. Die neuen Tools bieten vor allem den zusätzlichen Vorteil, dass sie es leicht machen, für unterschiedliche Benutzergruppen – z.B. externe User, Mitarbeiter aus dem Marketing oder Mitarbeiter im Einkauf – eine unterschiedliche und aufgabenspezifische Präsentation der Host-Daten einzurichten. Dabei bleiben die Host-Daten durch entsprechende Authentifizierung, Zugangskontrolle und Verschlüsselung immer sicher, selbst wenn externe Anwender wie Kunden oder Partner eine selektive Sicht oder sogar Eingabemöglichkeit für Daten erhalten. Wichtig ist dabei: Die Host-Anwendung braucht dazu nicht geändert oder angefasst zu werden. Sie kann ohne Unterbrechung weiterlaufen und es entsteht keinerlei Risiko für die Unternehmensanwendungen.

Ein Beispiel für ein solches Modernisierungs-Tool ist der myExtra! Presentation Builder von Attachmate. Dieses Werkzeug hilft bei der raschen Erstellung und Anpassung einer Java-basierten grafischen Oberfläche. Damit lassen sich maßgeschneiderte und abteilungsbezogene Lösungen einrichten, die einfach zu ändern oder zu ergänzen sind, damit sie auch für künftige Aufgaben passen. Veränderungen in der internen Organisation, in der Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden, Fusionen usw. müssen meist schnell abgebildet werden. Dabei dürfen keine isolierten Ansätze entstehen oder neue Baustellen, die mit den Kernsystemen nur lose Verbindung halten. Nein, die neuen Lösungen müssen eine zwingende Echtzeit-Verbindung zu den zentralen Unternehmenssystemen haben, damit eine durchgängige Prozess- und Datenqualität gewährleistet ist.

Die Middle-Tier-Lösung nutzt die bestehende Logik der Host-Anwendung, passt sie aufgabenbezogen an, schaltet überflüssige Schritte aus und integriert Daten aus weiteren Datenquellen oder nutzt Web-Services, den neuen Standard für Service-orientierte Architekturen (SOA). So lassen sich nicht nur Anwendungen neu gestalten, sondern sogar neue Arbeitsabläufe einrichten, die vorher die Arbeit mit unterschiedlichen Systemen, möglicherweise sogar auf verschiedenen Arbeitsplätzen erforderten.

Aufwand: Stunden statt Wochen

Für die Entwickler gibt es immer weniger zu tun: Grafische Design-Tools erleichtern die Umwandlung von Host- in angepasste Web-Anwendungen und die Einbeziehung weiterer Datenquellen in eine einheitliche Oberfläche. Der Ablauf der Host-Anwendung kann dabei sehr frei neu gestaltet werden. Der Entwickler selektiert mit „Drag&Drop“ die relevanten Datenfelder der Host-Anwendung und arrangiert sie neu auf einer Web-Seite. Dabei können Informationen aus mehreren Host-Screens zusammengefasst oder Screens und Felder unterdrückt werden, wenn sie für die Zielgruppe nicht sichtbar sein sollen. Das Ganze funktioniert nicht nur für 5250- sondern auch genauso für 3270-Anwendungen oder sogar für den gleichzeitigen Zugriff auf beide Systeme. Natürlich stehen alle bekannten Gestaltungselemente zur Verfügung wie Drop-Down-Listen, Labels, Grafiken, Buttons, Textfelder, Gruppenboxen, Checkboxen, Tabellen, Web-Links usw. Für Systembetreuer oder Entwickler ist die Nutzung nicht schwer zu erlernen, zumal keine Zeile Code geschrieben werden muss.

Fazit

Neue Technologien erlauben sowohl die rasche Modernisierung des Host-Zugriffs und der Benutzeroberflächen als auch die nahtlose Integration unterschiedlicher Host-Anwendungen und Datenquellen. Durch grafische Gestaltung und aufgabenspezifische Beschränkung erhält man intuitiv bedienbare Lösungen. Der Trainings- und Betreuungsaufwand für diese Anwendungen wird kleiner. Partner und Kunden sind leichter mit solchen neuen e-Business-Lösungen zu bedienen.

Dr. Philipp Grieb, IT-Redaktion

Attachmate International Sales GmbH

D-81829 München

Telefon: (+49) 089/993 51-0

www.attachmate.de