Dasv Thema Software-Modernisierung bekommt durch den Digitalisierungstrend einesehr hohe Bedeutung. Wie Unternehmen am besten mit zeitgerechten Lösungen ihre Geschäftsprozesse unterstützen verdeutlicht Gerrit Schiller, Mitglied des Vorstands der Cosmo Consult-Gruppe, im Gespräch mit dem Midrange Magazin (MM).

MM: Warum modernisieren – wann lohnt sich der Aufwand?

Schiller: Auch Software hat nur eine bestimmte Halbwertszeit und ohne permanente Modernisierung stirbt sie irgendwann. Im ERP-Bereich begann es mit Mainframe-ERP, etwa der AS/400, dann kam 2-Tier Client/Server-Based-ERP, dann n-Tier und aktuell liegen Multi- and Single-Tenant-SaaS-Lösungen im Trend. Software-Entwicklung bringt stets viele Vorteile mit sich wie Kostenersparnisse durch Nutzung von geteilten Hardwarekapazitäten in der Cloud oder die Möglichkeit der Nutzung intelligenter Algorithmen zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen. Zudem gibt es einen anhaltenden Trend zur Standardisierung, um der zunehmenden Änderungsgeschwindigkeit durch schnellere Software-Updates gerecht zu werden.

Gerrit Schiller, Mitglied des Vorstands der Cosmo Consult-Gruppe: „Software hat nur eine bestimmte Halbwertszeit und ohne permanente Modernisierung stirbt sie irgendwann.“ Quelle: Cosmo Consult

MM: Welche Strategie verspricht bei der Software-Modernisierung den größten Erfolg?

Schiller: Das lässt sich nicht pauschal bestimmen. Zunächst ist das Re-Engineering vorhandener Software zu nennen. Das ist zwar kostspielig und zeitaufwändig, unterstützt jedoch neue Geschäftsabläufe. Eine komplette Neuentwicklung ist eine Option mit ähnlichen Herausforderungen. Wegen der hohen Komplexität bieten sich hier agile, iterative Entwicklungsansätze an, da die Anforderungen zum Beginn kaum vollumfänglich beschrieben werden und sich mit der Zeit verändern können. Ein Kapseln der Legacy-Systeme, bei dem diese zumindest teilweise erhalten und mit Schnittstellen für neue Plattformen versehen werden, ist eine weitere Möglichkeit. Dabei bestehen aber die Nachteile weiter.

MM: Welche Rolle fällt dem Einsatz von Standardsoftware zu?

Schiller: Es empfiehlt sich eine Ablösung durch Standardsoftware, die sich durch Customizing an die Unternehmensspezifika anpassen lassen. Ein großer Vorteil besteht darin, dass man an den regelmäßigen Innovationen der Hersteller partizipiert, was in der digitalen Welt erhebliche Wettbewerbsvorteile bringen kann. Ich würde auf jeden Fall zu innovativer und investitionssicherer Standardsoftware raten.

MM: Modernisieren ist weitaus mehr als nur anderes Benutzer-Interface. Welche Aspekte sind anzugehen?

Schiller: Da gibt es einiges zu berücksichtigen, etwa die Migration der vorhandenen Daten, auch unter Datenschutzaspekten, und die Modernisierung der Infrastruktur. Ganz wichtig ist auch die Beachtung der Unternehmensorganisation, also sich ändernder Prozesse und Verantwortlichkeiten. Wir sprechen in erster Linie von Organisationsprojekten. Hier gilt es, die Menschen mitzunehmen und ein professionelles Change-Management mit einer sehr guten Kommunikation zu betreiben.

MM: Wie soll ein Unternehmen seine Legacy-Anwendungen modernisieren, wenn der Autor dieser Software nicht mehr verfügbar ist?

Schiller: Keine Aufregung, auch wenn in diesem Fall eine Modernisierung wichtiger denn je ist. Es gibt ausreichend Analysemethoden, um Nutzungsszenarien zu erarbeiten, zu strukturieren und um neue Wege zu definieren. Diese Situation ist auch eine Chance, seine IT-Landschaft noch disruptiver zur Basis für eine erfolgreiche Zukunft umzugestalten.

MM: Wer kann einem Unternehmen bei der Software-Modernisierung helfen?

Schiller: Um eine ganzheitliche IT-Strategie zu erarbeiten, sind Unternehmensberatungen mit entsprechendem Background und technischer Expertise sicher erste Wahl. Cosmo Consult – und wir sehen uns als Beratungsunternehmen – berät die Kunden beim Aufbau einer zukunftsorientierten digitalen Plattform.