Seit Jahren verrichten die IBMschen Mittelstands-Server verlässlich ihren Dienst: Robuste Applikationen sorgen für rund laufende Geschäftsprozesse, die On-demand-Welt aber fordert mehr. Software wie Web-Browser oder neue Hardware wie Laptops, PDAs (Personal Digital Assistants) und neuerdings auch RFID-Infrastrukturen (Radio Frequency Identification) wollen integriert werden. Die Anwendungen rufen nach Modernisierung – und vielsprachig hallt es zurück… Schnell und flexibel auf die Marktbedürfnisse reagieren zu können – dieser Wunsch kann auch mit „alten“ Anwendungen erfüllt werden. Tools helfen bei der Modernisierung – die Auswahl ist groß und reicht von Hilfe beim Aufbau neuer User-Interfaces auf RPG-Basis bis zum Ersetzen der J2SE Java-Logik durch J2EE Enterprise Java Beans und Message Driven Beans (MDBs). Objektorientierte Konzepte, traditionsbehaftete oder neue Sprachen – das Angebot ist groß. Wohin die Reise gehen soll, muss vor Beginn jeder Tool-Entscheidung feststehen. Die Wahl des richtigen „Sprachführers“ fällt dann deutlich leichter.

Integration

Ob nahtlose Integration gefragt ist? Uneingeschränkt: Ja. Die Märkte bewegen sich schneller, der Kunde hat am liebsten 24×7-Verfügbarkeit, Datenredundanzen und händisches Hin- und Herbewegen von Informationen sind nicht mehr zu rechtfertigen und weder wart- noch bezahlbar. Ob nun XML oder Web-Services als Kommunikationsprotokoll zum Einsatz kommen sollen, was im speziellen Einzelfall für .NET oder auch für Javascript spricht, ist vor Projektbeginn zu klären.

Vom Einsteiger bis zum Vollprofi

Die Modernisierung von Anwendungen ist eine mitunter kostenintensive Reise in neue Welten. Budgets hin, Euro her – an falscher Stelle zu sparen, kann für die Zukunft der Applikationen und die des Unternehmens verheerende Folgen haben. Viele Firmen evaluieren mit Hilfe externer Berater, was hip oder hype ist, was Beständigkeit und damit Erfolgschancen verspricht.

Der Markt hält ein ganzes Füllhorn an Software-Entwicklungs-Tools bereit: kleine „Hämmerchen“, mit denen im Notfall sogar der End-User entwickeln kann, mittlere für den gewieften Administrator und üppige Tools, die nicht nur aufgrund ihrer Funktionsfülle, sondern auch aufgrund ihrer Kosten nur für ISVs (Independent Software Vendors) in Frage kommen. Deren RoI (Return on Investment) soll durch den Mehrfachverkauf der am Markt als „State of the Art“ promoteten Lösungen garantiert werden.

Wo geht’s lang?

In unserer Marktübersicht haben wir für Sie die Anbieter von Tools rund um den IBM eServer iSeries zusammengefasst. Sie soll Ihnen einen Überblick über Möglichkeiten und potenzielle Partner geben; auf den folgenden Seiten haben wir auch die Praxis-Erfahrungen einiger Anwender für Sie zusammengetragen. Einen Wegweiser für iSeries-Entwickler hält auch IBM bereit: Mit der iSeries Developer Roadmap will Big Blue seinen Kunden helfen, bestehende Geschäftsapplikationen für den Mittelstands-Server mit offenen Architekturen – wie der des Webs – zu integrieren. In fünf Schritten geleiten die Armonker ihre Kunden bei der anspruchsvollen Aufgabe, die Fähigkeiten der eigenen Entwickler und damit auch die der Applikationen zu modernisieren.

Von besseren Tools…

IBMs Roadmap vergisst natürlich die hauseigenen Offerten nicht – allen voran die WebSphere Software-Plattform, die zu den anspruchsvollen „Werkzeugkoffern“ zählt. Der im Internet beschriebene Modernisierungspfad beginnt aber schon mit deutlich kleineren Schritten – und zwar dort, wo sich die meisten IT-Shops mit iSeries-Plattform und Geschäftspartner laut IBM heute befinden. Das typische Entwickler-Tagesgeschäft beinhaltet demnach immer noch den Aufbau und die Wartung von Green-Screen-Applikationen via traditionelle 5250-Tools wie Programming Development Manager (PDM) oder Source Entry Utility (SEU). Erste Schritte in Sachen Web Application Enhancement machen diese Unternehmen durch den Einsatz kleiner Tools, die eben diese Aufgaben unterstützen. Im nächsten Schritt, den laut Big Blue besonders die Endanwender für „dringlich“ halten, wird für bessere User Interfaces gesorgt. Für die meisten Applikationen bedeutet das einen Koalitionswechsel: Von Schwarz/Grün zu Browser-basierten Interfaces.

IBM selbst hält drei Offerten für das Re-Facing von Anwendungen vor: IBM WebFacing Tool für iSeries, WebSphere Host Access Transformation Services (HATS) und iSeries Access für das Web. Sie generieren Web User Interfaces ohne die zugrunde liegende Anwendungslogik zu verändern. Die Ergebnisse sind auf dem WebSphere Application Server Express und auf allen anderen Betriebssystemen lauffähig, die den WAS (WebSphere Application Server) unterstützen.

über bessere Architekturen…

Unter dem Schritt „Better Architecture“ hat IBM in ihrer Roadmap all die Lösungen zusammengefasst, die eine Trennung von Business Logik und User-Interface zum Ziel haben. Mit ihnen werden auf simple Art – meist, ohne dass Programmierkenntnisse nötig wären – Web-Anwendungen, Applikationsverbesserungen oder auch neue Web-Services designt.

Bessere Portierbarkeit machen die Werkzeuge möglich, die Geschäftslogik nicht mehr in traditionellen Programmiersprachen, sondern in Java generieren. Diese Tools generieren einen Standard, der unter J2SE (Java 2 Standard Edition) bekannt ist und den Datenzugriff auf die bewährte SQL-Art „erledigt“. Er ebnet Wege für all diejenigen, die ihre Applikationen oder Teile ihrer Anwendungen auf multiplen Plattformen lauffähig machen wollen. Die Geschäftslogik ist dafür modular aufgebaut. Modularisierung des Codes also der Hilfsmittel Ziel ist: das Splitten von Business-Logik und Benutzerschnittestelle sowie die Isolierung von Funktionalitäten wie Datenbankzugriff oder Druck.

Bei diesem Step wird der Quellcode zunächst auf das aktuellste Release seiner Compiler-Sprache portiert, z.B. RPG IV oder ILE COBOL. Hier werden auch die Funktionalitäten identifiziert, die bislang innerhalb des Anwendungs-Codes erledigt wurden, künftig aber in der Datenbank besser aufgehoben sind. Als Beispiele seien die referentielle Integrität und Stored Procedure-Funktionen genannt.

… zu (noch) mehr Skalierbarkeit

Tools, die IBM in der Rubrik „Better Scalability“ zusammenfasst, sind für all diejenigen Unternehmen gedacht, die hoch skalierbare Web-Applikationen oder die komplett objektorientierte oder funktionale Leistung von J2EE benötigen. Der J2SE-Code wird mit diesen Lösungen zu Enterprise JavaBeans (EJBs) und Message Driven Beans transferiert.

Hammer oder Werkzeugkoffer?

Das Angebot am Markt lässt sich in zwei Bereiche splitten: dedizierte Tools für spezielle, fest umrissene Aufgabenstellungen und integrierte Entwicklungsumgebungen als „Rundum-Sorglos-Kit“. Wer seinen Werkzeugkasten eigenhändig zusammenstellt, kann sich damit für jeden Teilbereich das Optimum an Qualität sichern. Ob diese Qualitäten sich dann aber auch wirklich optimal ergänzen, zeigt erst der Praxiseinsatz. Unterschiedliche Konzepte und Bedieneroberflächen beschleunigen das Tagesgeschäft der Entwicklung nicht eben, die Evaluierung erfordert zudem extrem viel Zeit.

Integrierte Entwicklungsumgebungen versprechen Harmonie und schnelles Arbeiten – doch auch hier ist genaues Hinsehen gefragt. Pakete, in denen das Optimum aller Teilbereiche zusammengefasst wäre, sind natürlich des Entwicklers Traum. Wer die Stimmen im Markt kritisch aufnimmt, muss aber feststellen, dass Träume manchmal schlicht solche bleiben…

Ob Code Editor, Compiler und Debugger den Anforderungen entsprechen, wird bei geplanten Großprojekten meist in Testszenarien geprüft. Die Auswahl ist groß, die Entscheidung richtungsweisend. Entpuppt sie sich als Fehlstart, sind die Folgen nicht nur zeit- sondern auch kostenintensiv.

IDEen mixen

Die Größe und auch die „Herkunft“ des Entwickler-Teams spielen bei der Entscheidung pro Tool oder IDE eine wichtige Rolle. Manche Unternehmen setzen gar auf einen IDE-Mix und nutzen dabei die Spezial-Offerten, die die Hersteller für Einzelplatzlizenzen anbieten. Open Source-Lösungen haben in diesem Entwicklungscocktail meist einen festen Platz, das „Prost!“ erfolgt mehrsprachig und dient letztlich nur einem Ziel: qualitativ hochwertige Software mit Zukunft zu entwickeln.

Welche Lösungen für Ihre Zukunft in Frage kommen, haben wir in unserer Marktübersicht zusammengestellt. Sie kann Ihnen als Wegweiser dienen und aufzeigen, wie Sie Altes modernisieren und damit Bewährtes „aufflitzen“ können. Wie auch immer Sie Ihre Zukunftsapplikationen gestalten wollen: Bei der Tool-Auswahl heißt das Teilziel immer „der Weg“. Viel Erfolg bei der ersten Etappe…

M.W.