Unternehmen müssen sich einer steigenden Komplexität in Bezug auf Planungsinhalte und -prozesse stellen. Juri Simon, Director Sales bei der LucaNet AG, erläutert im Interview mit dem Midrange Magazin (MM) unter anderem, welche Erfolgsfaktoren eine optimale Finanzplanung ausmachen und wie sich die Datenqualität im Unternehmen steigern lässt.

MM: Warum kann man MS Excel nicht zur Abbildung einer integrierten Finanzplanung nutzen, vor allem bei komplexen Strukturen?

Simon: MS Excel ist ein Tabellenkalkulationsprogramm, das sich gut zur Ermittlung von Zeitreihen sowie zur grafischen Aufbereitung von Daten eignet. Geht es jedoch darum, aus einer Erfolgsplanung eine Planbilanz sowie eine Liquiditätsvorschau abzuleiten (integrierte Finanzplanung), gerät Excel schnell an seine Grenzen. Hier wird dann häufig mit Verknüpfungen und Makros gearbeitet, was nicht nur dazu führt, dass die gesamte Planung zunehmend intransparent wird, sondern auch sehr fehleranfällig. Noch schlimmer wird es, wenn man eine solche Planung über mehrere Gesellschaften inklusive Fremdwährungsaspekten erstellen und diese noch in eine konsolidierte Konzernbetrachtung überführen muss. Dann ist mit Excel der „Schiffbruch“ quasi vorprogrammiert.

Juri Simon, Director Sales bei der LucaNet AG: „Eine gute Datenqualität sowohl von Ist- als auch von Plandaten sind das A und O für ein verlässliches Finanzcontrolling.“ Quelle: Lucanet

MM: Was ist für Sie der Schlüssel für einen effizienten Planungsprozess?

Simon: Um einen Planungsprozess sauber und effizient zu gestalten, bedarf es mehrerer Voraussetzungen. Das Wichtigste ist aber ein zentrales System, in welchem die Daten automatisiert zusammengeführt werden. Hinzu kommen klare Verantwortlichkeiten, ein einheitlicher Planungsprozess und bestenfalls eine systemseitige Validierung der eingegebenen Daten. Außerdem sollten sich die erfassten Werte im Nachgang transparent nachvollziehen lassen.

MM: Welche Vorteile bringt eine rollierende Planung mit sich?

Simon: Mittels einer rollierenden Planung stellt ein Unternehmen einen konstanten Planungshorizont sicher, der sich meist auf zwei bis drei Jahre erstreckt. Das wird erreicht, indem die im Zeitablauf durch Ist-Zahlen ersetzten Planmonate durch neue Planmonate am Ende des Planungshorizonts ergänzt werden. Durch einen gleichbleibenden Planungszeitraum ist ein Unternehmen somit besser in der Lage, frühzeitig auf sich verändernde Markt- oder Unternehmenssituationen zu reagieren und sorgt zugleich für eine verlässlichere Finanzkommunikation gegenüber internen und externen Berichtslesern.

MM: Wie wichtig ist die Qualität der Ursprungsdaten und wie lässt sich in diesem Kontext eine möglichst gute Ausgangspositionen sicherstellen?

Simon: Eine gute Datenqualität sowohl von Ist- als auch von Plandaten ist das A und O für ein verlässliches Finanzcontrolling. Nur auf Basis valider Daten lassen sich unternehmerische Entscheidungen fundiert treffen. Um hier optimale Ausgangsvoraussetzungen zu schaffen, gilt es, einheitliche und automatisierte Prozesse in der Datenübernahme und Datenerfassung zu etablieren, die über entsprechende Validierungsregeln und Möglichkeiten der Datenanreicherung einen optimalen Datenbestand garantieren.

MM: LucaNet ist Anbieter einer Standardsoftware. Lassen sich damit auch Kundenspezifika abdecken?

Simon: Letztlich ist es für Bereiche, die – wie zum Beispiel das Accounting – gesetzlich geregelt sind, wichtig, eine standardisierte und testierte Lösung zu nutzen. So ist sichergestellt, dass man stets über konsistente Daten in den Bereichen GuV, Bilanz, Cash-Flow etc. verfügt. Insbesondere im Bereich der Planung muss ein Unternehmen aber natürlich auch über eine hohe Flexibilität in der Herleitung von Planzeitreihen verfügen, da deren Ermittlung hochgradig unternehmensindividuell ist. Hierfür kann entweder eine gute Excel-Integration und/oder die Möglichkeit zur Einbettung individueller Anwendungen, wie zum Beispiel Apps, innerhalb eines vordefinierten Standards sorgen.