Gute Geschäfte – so lautet unser aller Ziel. Damit ist aber im Zeitalter des e-Business weit mehr gemeint, als das abschließende Finale eines On- oder Offline-Kaufs. Wenn es ohne Verzögerung zu diesem Abschluss kommt, hat die Gesamtheit der Infrastrukturkomponenten ein kleines Wunder vollbracht. Zur Integration von Prozessen – im Unternehmen selbst und über seine Grenzen hinweg – gehören durchdachte Lösungen, engagierte Teams, kommunikative Partner und nicht zuletzt Zeit und Geld. Integration ist auch beim Aufbau von Prozessketten gefragt – aber wie geht das? Die Vorhersagen für 2003 sind nicht mehr so düster wie noch im vergangenen Jahr. Nach schwarz soll es nun eher grau werden, sogar mit Lichtblicken. „Wir haben das schwierigste Jahr in der Geschichte der ITK-Branche hinter uns“, erklärte jüngst Bitkom-Vize-Präsident Willi Berchtold. „Für das Jahr 2003 überwiegt in den meisten Segmenten eine recht zuversichtliche Grundstimmung, auch wenn wir mit einer echten Erholung nicht vor 2004 rechnen können.“

Die früheren Zugpferde der Branche – Software und IT-Services – hatten in 2002 erstmals Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Für 2003 rechnen knapp 60 Prozent der entsprechenden Anbieter allerdings wieder mit steigenden Umsätzen. Neue Lösungen in den Bereichen Web-Services, Knowledge Engineering & Management, Human Ressource Management, Sprachsteuerung und Digital Rights Management stünden im Mittelpunkt des Kundeninteresses. Die gewerblichen Anwender würden die nächsten Jahre nutzen, um durch Enterprise Application Integration (EAI) die bestehenden Systembrüche zu schließen und künftig von der Produktentwicklung bis zum After-Sales-Service ihre Wertschöpfungskette durchgängig zu digitalisieren.

Jahresausblick: Kosten runter!

Die CIOs in den Unternehmen werden sich auch weiterhin mit der Thematik der Kostensenkung beschäftigen (müssen) – und aus ihren bestehenden Strukturen das Optimum herausholen. Die Budget-Situation bleibt in den meisten Unternehmen angespannt. Froh ist schon, wer überhaupt ein Plus verzeichnen kann – für revolutionäre Neuanschaffungen fehlt aber wohl schlicht das Geld.

Also stopft man heuer Funktionalitätslücken, versucht, mit Partnern noch enger zusammenzuarbeiten und so Kosten und Zeit einzusparen. Mobilität ist eines der Optimierungsthemen: Wie werden Applikationen auch für Handys und andere mobile Geräte nutzbar gemacht, wie ist Konvergenz zu erzielen? Wer Kostensenkung will, denkt meist auch an Konsolidierung: Von Hardware, Software und Services. Web-Inseln werden zusammengeführt, Unternehmen präsentieren sich einheitlich. Im Portal treffen sich dann Lieferanten und Mitarbeiter, Partner und Kunden.

Mammut-Projekte

Bis 2005 sollen Portal-Frameworks brauchbare Schnittstellenfunktionalitäten beinhalten und damit Personalisierung, Visualisierung und Navigation erleichtern. Gleichzeitig unterstützen sie Anwendungen wie die Lokalisierung, Entwicklung und Integration von Web-Services, meint die MetaGroup. Ein gutes Unternehmensportal kostet Zeit, der Aufwand ist fast mit der Implementierung einer ERP-Software zu vergleichen, wenn man Back- und Frontend optimal aufeinander abstimmen will.

Die Crux ist hier ähnlich wie anderswo: Es mangelt an der Fähigkeit zum Austausch. Wer Software von der Stange gekauft hat, findet auch leicht passende Konnektoren; wer eine „Best-of-Breed“-Kombination sein Eigen nennt, sollte mit einigem Mehraufwand rechnen.

Das optimale Design der Web-Eingangshalle ist „Never Ending Business“: Sind die ersten Anforderungen in die Tat umgesetzt, hat die e-Geschichte sie meist schon überholt. Portale sind stetig an neue Trends und Möglichkeiten anzupassen, der Kunde ruft – die (Modernisierungs-)Arbeit auch. Trotzdem oder gerade deshalb entwickeln sich Portale immer mehr zu einer geschäftskritischen Applikation – ihre Verlässlichkeit und Skalierbarkeit muss oberste Priorität haben.

e-Government

24 Prozent der Deutschen haben in den vergangenen 12 Monaten e-Government-Angebote deutscher Städte, Länder oder des Bundes genutzt – im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um sieben Prozent. Im internationalen Vergleich ist die Bundesrepublik bei der Nutzung virtueller öffentlicher Verwaltungen allerdings zurückgefallen – 2001 von Platz 13 auf Platz 18 in 2002. Nach den Ergebnissen der Marktforscher von Taylor Nelson Sofres (TNS Emnid) nutzten länderübergreifend durchschnittlich 30 Prozent der Bürger die elektronische Verwaltung via Internet.

Informationsbeschaffung steht bei den Bundesbürgern bei der Nutzung von Online-Bürgerdiensten via Internet an erster Stellte. 18 Prozent nutzten diese Dienstleistung, weitere sieben Prozent das digitale behördliche Angebot für den Download von Formularen. Zurückhaltender sind die Deutschen beim persönlichen Datenaustausch, der nur von vier Prozent genutzt wird – immerhin ein Plus um 1 Prozent gegenüber 2001. Transaktionen wie das Online-Zahlungsverfahren, wo persönliche Angaben wie Kreditkarten- oder Kontonummer erforderlich sind, werden lediglich von vier Prozent genutzt. Sicherheitsbedenken geben hier noch immer den Ausschlag: 82 Prozent der Deutschen halten diese Nutzung elektronischer Behördendienste für unsicher, verglichen mit durchschnittlich 63 Prozent weltweit.

Die Nutzung von e-Government ist nach wie vor in den skandinavischen Ländern am beliebtesten: Schweden nutzen zu 57 Prozent behördliche Online-Angebote, bei den Norwegern sind es 56 und in Dänemark 53 Prozent.

Autos Online

Eine der wichtigsten Herausforderungen im e-Business stellt die direkte Verbindung der Enterprise Resource Planning-Systeme (ERP) mit dem Content-Management dar. Die Business-Software verwaltet meist schon seit Jahren Informationen, die nun im Internet, Intranet oder im Extranet verfügbar gemacht werden sollen. Diese Inhalte redundant in ein CMS einzupflegen, ist wenig sinnvoll: zusätzliche Kosten und Personalaufwand entstehen, eine gleichbleibende Aktualität ist kaum sicherzustellen. Dass es auch anders geht, hat die VW-Tochter Seat bewiesen – und ihr ERP-System mit Hilfe der Content Application Platform von CoreMedia direkt mit dem CM-System verknüpft. Die Integration in den Hardware-Verbund und den WebSphere-Application-Server war mit der Lösung der Hamburger zügig und nahtlos möglich.

Unter www.eSEAT.com können Kaufinteressenten ihr Seat Modell nun interaktiv konfigurieren, Preise und Finanzierung ermitteln und gleich online ordern. Der Auftrag landet unmittelbar in der Verkaufsabwicklung, so dass der Kunde seinen persönlichen PKW innerhalb von 10 Tagen beim Händler abholen kann. Am Frontend Daten rein, hinten Auto raus – für ein solches Geschäft müssen unzählige Prozesse optimal ineinander greifen.

Konträre Ansprüche

Freiheit für alle Geschäftsprozesse! So oder ähnlich könnte das Motto lauten, unter dem die Bemühungen zur optimalen Interaktion zwischen allen Beteiligten einer Lieferkette – vom Teile-Lieferanten bis zum Endkunden – stehen. Diese Öffnung zieht allerdings Folge- respektive Parallelprojekte nach sich; ohne die berühmte Sicherheit sind besonders im Web keine durchgängigen Abläufe möglich. Es gilt, verlässliche Standards für eine sichere Interaktion zu finden. Für hanseatisches Geschäftsgebaren – es gilt das Wort – ist dies einfach nicht die richtige Plattform…